Balderschwang

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Balderschwang
Balderschwang
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Balderschwang hervorgehoben
47.46666666666710.11044Koordinaten: 47° 28′ N, 10° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Hörnergruppe
Höhe: 1044 m ü. NHN
Fläche: 41,56 km²
Einwohner: 302 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 7 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87538
Vorwahl: 08328
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 113
Gemeindegliederung: 12 amtlich benannte Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Balderschwang 16
87538 Balderschwang
Webpräsenz: www.balderschwang.de
Bürgermeister: Konrad Kienle (CSU)
Lage der Gemeinde Balderschwang im Landkreis Oberallgäu
Österreich Baden-Württemberg Landkreis Lindau (Bodensee) Kempten (Allgäu) Landkreis Unterallgäu Landkreis Ostallgäu Kempter Wald Wildpoldsried Wiggensbach Wertach Weitnau Waltenhofen Sulzberg (Oberallgäu) Sonthofen Rettenberg Ofterschwang Oberstdorf Oberstaufen Obermaiselstein Oy-Mittelberg Missen-Wilhams Lauben (Oberallgäu) Immenstadt im Allgäu Bad Hindelang Haldenwang (Allgäu) Fischen im Allgäu Durach Dietmannsried Burgberg im Allgäu Buchenberg Bolsterlang Blaichach Betzigau Balderschwang AltusriedKarte
Über dieses Bild
Ein Blick vom Riedberger Horn auf Balderschwang

Balderschwang ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Oberallgäu und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Hörnergruppe mit Sitz in Fischen im Allgäu. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist Balderschwang, nach Chiemsee, die zweitkleinste Gemeinde in Bayern, ferner ist sie die Gemeinde mit dem am höchsten gelegenen Ortskern innerhalb Deutschlands (1044 m ü. NN).

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Balderschwang liegt in den Allgäuer Alpen, unweit des Bregenzerwaldes, der für den Ort auf Grund des deutlich leichteren Zugangs über Jahrhunderte mehr prägend war als das Allgäu. Die Grenze zu Österreich verläuft entlang der gesamten westlichen Gemeindegrenze und bis an den Ortsrand. Im Osten erhebt sich das Riedberger Horn (1787 m ü. NN), die höchste Erhebung der zentral-allgäuer Hörnergruppe. Balderschwang ist Mitglied des deutsch-österreichischen Gemeinschaftsprojekts Naturpark Nagelfluhkette.


Klima[Bearbeiten]

Mit durchschnittlich 2.450 Litern pro Quadratmeter im Jahr ist Balderschwang der Ort mit den meisten Niederschlägen in Deutschland.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsname geht auf einen Bauern namens Balder zurück, der im 14. Jahrhundert das Tal gerodet ("geschwendet") haben soll. Das Tal wurde erstmals 1684 ganzjährig durch einen klösterlichen Alpverwalter aus Weingarten bewohnt. Um 1800 gab es 16 Familien im Tal, die im Jahr rund 1.400 Tonnen Käse produzierten.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2008 hat sich die Einwohnerzahl Balderschwangs um 40 bzw. ca. 19% erhöht. Nachfolgende Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1960 1970 1987 1995 2000 2005 2008 2012
Einwohner 192 104 126 225 202 192 196 209 200 213 246 307

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat hat neben dem Bürgermeister acht Mitglieder:

CSU parteilos Gesamt
Wahlergebnis 2008 6 2 8 Sitze
Wahlergebnis 2002 8 - 8 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Silber über grünem Dreiberg eine dreilatzige rote Fahne mit goldenen Fransen und drei goldenen Ringen, der eine goldene heraldische Lilie aufgelegt ist.

Die Fahne erinnert an die Grafen von Montfort, zu denen das Gemeindegebiet von 1311 bis ins 16. Jahrhundert gehörte.[3]

Das Ortszentrum in Balderschwang an der Hauptdurchgangsstraße

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick von Balderschwang ins Tal

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Etwa 1 km nordöstlich vom Ortskern steht in einer Alpfläche die Alte Eibe von Balderschwang. Das Alter dieser weiblichen Eibe wird auf 800–1.500 Jahre geschätzt. Die Altersangabe vor Ort mit bis zu 4.000 Jahren ist unrealistisch. Sie stockt in 1.150 m ü. NN auf kalkhaltigen Nagelfluhboden. Ihr Stamm ist in zwei Teile geteilt und trotz ihres hohen Alters trägt sie jedes Jahr reichlich Früchte. Bei einer geringen Höhe von etwa 7 m erreichen beide Stammteile, das fehlende Mittelstück mitgerechnet, in Brusthöhe einen für Eiben gewaltigen Umfang von über 8 m. In der Umgebung stehen noch weitere alte Eiben von geringeren Dimensionen.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In der Vergangenheit war die Käseproduktion Haupteinnahmequelle Balderschwangs. Die Jahresproduktion ging jedoch von 1.400 Tonnen im 18. Jahrhundert auf 300 Tonnen Anfang des 21. Jahrhunderts zurück.

Heute lebt der Ort überwiegend vom Tourismus: 1.196 Gästebetten, 39.874 Gäste und 177.233 Übernachtungen (Stand 2010).

Verkehr[Bearbeiten]

Bis zur Eröffnung der höchsten deutschen Passstraße über den Riedbergpass (1407 m ü. NN, seit 1961) war Deutschland für die Balderschwanger mit dem Auto nur über Österreich zu erreichen.

Medien[Bearbeiten]

Der kirchliche Radiosender Radio Horeb, der im Raum München über UKW und deutschlandweit über DAB+ zu empfangen ist,[4] hat seinen Sitz in Balderschwang. Der Leiter des Senders, Dr. Richard Kocher, ist zugleich der katholische Pfarrer am Ort.

Literatur[Bearbeiten]

Thilo Ludewig: Balderschwang gestern und heute (erhältlich bei der Kurverwaltung)

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Balderschwang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,765495,00.html
  3. Balderschwang: Wappengeschichte vom HdBG
  4. Empfang des Radios über DAB+. Website Radio Horeb. Abgerufen am 14. August 2011.