Balduin Hoyoul

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Balduin Hoyoul (* um 1548 im Fürstbistum Lüttich; † 26. November 1594 in Stuttgart) war ein franko-flämischer Musiker und Komponist.

Leben[Bearbeiten]

Hoyoul trat im Jahr 1561 im Alter von etwa 13 Jahren als Diskantist in die Stuttgarter Hofkapelle ein. In den Jahren 1564 bis 1565 war er als Schüler des Komponisten Orlando di Lasso in München, um daraufhin erneut an die Hofkapelle Stuttgart zurückzukehren. Hier war er zunächst als Altist und Komponist tätig, im Jahr 1589 übernahm er als Nachfolger seines Schwiegervaters die Leitung der Hofkapelle und wurde zum Hofkapellmeister ernannt. 1593 bewarb er sich erfolglos um die Stelle des Hofkapellmeisters in Dresden. 1594 wurde er ein Opfer der Pest. Sein Nachfolger, ebenfalls ein Lasso Schüler wurde Leonhard Lechner.

Seine beiden Söhne Johann Ludwig Hoyoul und Friedrich Hoyoul (um 1577-1655) waren ebenfalls Musiker. Letzterer war ein zuerst am Hof in Heidelberg, später am dänischen Hof in Kopenhagen wirkender Violinist und Zinkenist.

Zitate[Bearbeiten]

„Es ist auch bei dem Hertzoge zu Wirtenbergk ein Jung[er] Mann, der ist mein Discipel gewesen, ist im stiefft Lüttich daheim, hatt des Wirtenbergischen Capellmeisters tochter Zum Weybe, Und heisset mit nahmen Balduinus Hoyeux, ein Zimlicher Componist, und weill er iungk ist, kan er von tag Zu tag besser werden.“

Orlando di Lasso: 1565 in einem Schreiben an Herzog August von Sachsen

Werke[Bearbeiten]

  • Sacrae cantiones, 5-10 stimmig (Nürnberg, 1587)
  • Geistliche Lieder und Psalmen, (Nürnberg, 1589); Neuauflage im Handbuch der deutschen evangelischen Kirchenmusik, (Göttingen, 1935)
  • Missa Anchor che col partire
  • Missa super Rossignoles qui chantes au vert,
  • 8 Magnificat,
  • 19 Deutsche Hymnen
  • Lateinische Motetten

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]