Balduinstein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Balduinstein
Balduinstein
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Balduinstein hervorgehoben
50.3444305555567.9709166666667160Koordinaten: 50° 21′ N, 7° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Diez
Höhe: 160 m ü. NHN
Fläche: 5,17 km²
Einwohner: 578 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65558
Vorwahl: 06432
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 503
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Louise-Seher-Straße 1
65582 Diez
Webpräsenz: www.balduinstein.de
Ortsbürgermeister: Paul Wendt
Lage der Ortsgemeinde Balduinstein im Rhein-Lahn-Kreis
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Über dieses Bild
Balduinstein an der Lahn

Balduinstein ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Diez an. Balduinstein ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Balduinstein liegt an der unteren Lahn im Naturpark Nassau.

Nachbargemeinden von Balduinstein sind Birlenbach, Cramberg, Dörnberg, Fachingen, Geilnau, Holzheim, Laurenburg und Wasenbach.

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Balduinstein, Schaumburg und Hausen über Balduinstein.

Weiterhin gehören zu Balduinstein die Wohnplätze Am Stollen und Talhof.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Balduinstein

Der Ortsname geht auf den Erzbischof Balduin von Trier zurück, der im Jahre 1319 mit dem Bau der Burg Balduinstein unterhalb der Schaumburg begann. Das Stadtrecht wurde 1321 von Kaiser Ludwig dem Bayern verliehen. Die Verleihung der Stadtrechte ging einher mit der Gründung der Stadt durch Balduin, eine Stadtmauer wurde 1429 gebaut. Balduin erhob die Siedlung zum Amt und übergab es 1335 dem Ritter Dietrich von Staffel.

Balduinstein - Burgruine

Nach mehreren Ausbauphasen der Burg im 14. und 15. Jahrhundert unter den Stafflern begann in der Mitte des 17. Jahrhunderts der Verfall. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 erteilte der Kurfürst von Trier 1665 die Abbruchgenehmigung, 1680 standen dann nur noch die Mauern. Hunger und Pest ließen die Einwohnerzahl Balduinsteins von 40 auf 8 Familien schwinden. Ab 1806 war der Ort Teil des Herzogtums Nassau, das 1866 von Preußen annektiert wurde. Seit 1946 ist Balduinstein Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

Um 1660 begann in Balduinstein der Abbau von Brauneisensteinvorkommen, später die Gewinnung von Lahnmarmor. Der Eisenerzabbau wurde 1875, der Marmorabbau 1927 beendet.

Seit 1974 werden die auf dem Gelände der Burg gelegene Villa aus dem 19. Jahrhundert und ihre Nebengebäude als „Jugendburg Balduinstein“ genutzt.

Schaumburg

Die Schaumburg geht etwa auf das Jahr 915 zurück. Erzherzog Stefan von Österreich erhob die Schaumburg 1848 zu seinem Wohnsitz, das Schloss wurde zum Adelstreffpunkt und später zum beliebten Ausflugsziel. Wittekind zu Waldeck und Pyrmont musste die Burg 1985 verkaufen. 1990 war die Gemeinde Schaumburg mit sieben Einwohnern die kleinste Gemeinde in Rheinland-Pfalz. Am 1. Juli 1991 erfolgte dann der Zusammenschluss der Gemeinde Schaumburg mit zu diesem Zeitpunkt gerade einmal zwei Einwohnern mit der Gemeinde Balduinstein.[4]

Hausen

Der Ortsteil Hausen wurde 1446 erstmals urkundlich erwähnt.

Religion[Bearbeiten]

Die römisch-katholische Pfarrei St. Bartholomäus in Balduinstein gehört zum Pastoralen Raum Diez, welcher selbst wiederum dem Bezirk Limburg im Bistum Limburg eingegliedert ist.

Auf evangelischer Seite ist der Ort der Kirchengemeinde Cramberg-Habenscheid im Dekanat Diez der Propstei Süd-Nassau in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zugehörig.

Jüdische Einwohner gab es in Balduinstein seit dem Mittelalter, 1319 wurden Juden durch den Erzbischof Balduin von Trier angesiedelt.

1721 wird erstmals ein jüdischer Friedhof erwähnt. Der jüdische Friedhof befindet sich auf der Gemarkung des Ortsteils Hausen.

Ab etwa 1830 gehören die jüdischen Einwohner zur Kultusgemeinde in Diez. 1843 wird mit 20 Personen die Höchstzahl von jüdischen Gläubigen in Balduinstein erreicht.[5]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Balduinstein besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. Die zwölf Sitze im Gemeinderat verteilen sich auf zwei Wählergruppen.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das weiter oberhalb gelegene Schloss Schaumburg geht vermutlich auf das Jahr 915 zurück. Die erste Urkunde stammt aus dem Jahre 1197. Das Eigentum der Burg ging von der Familie Einicho von Leiningen an die Grafen zu Westerburg-Leiningen über und 1656 an die Witwe des Reichsgrafen Peter Melander von Holzappel. Durch Heirat ging sie 1812 an das Haus Habsburg-Lothringen. Erzherzog Stefan von Österreich machte sie 1848 zu seinem Wohnsitz und baute die Schlossanlage 1850 im Stile englischer Neugotik aus.

Der nahe an der Lahn gelegene achteckige Port-Turm ein markantes Bauwerk in Balduinstein.

Die erste Spannbetonbrücke, die im Freivorbau errichtet wurde, ersetzte 1950 eine im Zweiten Weltkrieg zerstörte Brücke über die Lahn.

Siehe auch

Verkehr[Bearbeiten]

1862 wurde Balduinstein durch den Bahnhof Balduinstein an die Lahntalbahn und damit den Fernverkehr angeschlossen. Das Stellwerk Ost wird durch den Verein „Arbeitsgemeinschaft Mechanische Stellwerke e.V." saniert und soll erhalten bleiben.

Obst[Bearbeiten]

Mit der Balduinsteiner Kinderbirne wurde auch eine Obstsorte nach dem Ort benannt. Sie wurde erstmals von dem Pomologen Adrian Diel (1756-1839) aus dem benachbarten Diez im Jahr 1806 beschrieben. Im 19. Jahrhundert fand sie überregionale Verbreitung. Heute ist die Sorte verschollen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Balduinstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 42 (PDF; 2,3 MB)
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 170 (PDF; 2,1 MB)
  5. Informationen auf www.alemannia-judaica.de
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen