Baldur’s Gate 2

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Baldur’s Gate 2: Schatten von Amn
Bg2-logo.gif
Originaltitel Baldur’s Gate 2: Shadows of Amn
Studio KanadaKanada BioWare
Publisher Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Interplay
Leitende Entwickler James Ohlen (Lead Designer)
David Gaider
Brent Knowles
Erstveröffent-
lichung
24. September 2000
Plattform Windows, Mac OS
Spiel-Engine Infinity-Engine
Genre Computer-Rollenspiel
Spielmodus Einzelspieler, Mehrspieler
Steuerung Tastatur, Maus
Systemvor-
aussetzungen
Windows:
  • OS: Windows 95
  • CPU: Pentium II 233 Mhz
  • RAM: 32 MB
  • Grafikkarte: 4 MB RAM
    für DirectX 7.0 (ohne 3D)
  • Vierfach-CD-ROM-Laufwerk
  • freier HD-Speicher: 800 MB

Mac OS:

  • G3 ab 266 MHz
  • 256 MB RAM
  • 1 GB HD (4 GB empf.)
  • ab Mac OS 9.2 oder 10.1.5
Medium CD-ROM, DVD-ROM, Download
Sprache Deutsch, Englisch
Aktuelle Version 23037 (26. Juli 2001)
Altersfreigabe
USK ab 12 freigegeben

Baldur’s Gate 2: Schatten von Amn (engl.: Shadows of Amn, kurz: BG2 / SoA) ist das zweite Spiel einer AD&D-Computer-Rollenspielreihe des kanadischen Entwicklers BioWare und direkter Nachfolger von Baldur’s Gate. Es wurde von Interplay Entertainment am 24. September 2000 für Microsoft Windows und Mac OS veröffentlicht.

Baldur’s Gate 2 basiert, wie schon der Vorgänger, auf der von BioWare selbst entwickelten Infinity-Engine und setzt die Handlung des ersten Teils und dessen Erweiterung Legenden der Schwertküste fort. Seine Veröffentlichung war ein kommerzieller Erfolg und das Spiel wurde mehrfach als Rollenspiel des Jahres 2000 ausgezeichnet. Eine Erweiterung erschien am 21. Juni 2001 unter dem Titel Baldur’s Gate 2: Throne of Bhaal.

Das Originalspiel ist noch heute bei GOG.com erhältlich, eine 2013 von Overhaul Games veröffentlichte Enhanced Edition wird über die Vertriebsplattformen Beamdog und Steam angeboten.

Handlung[Bearbeiten]

Der Hauptcharakter erwacht in einem Kerker des Magiers Joneleth ‘Jon’ Irenicus. Dieser war ehemals Mitglied der Elfengemeinschaft in Suldanessalar, wurde von dieser jedoch ausgestoßen und trachtet mittlerweile nach einem Teil der göttlichen Essenz der Bhaalskinder. Mit der gewonnenen Macht plant er, einen Rachefeldzug gegen Suldanessalar zu führen und anschließend zu einem Gott aufzusteigen. Der Hauptcharakter wird von seiner Halbschwester Imoen befreit und kann aus dem Verlies entkommen. Er findet sich in Athkatla wieder, der Hauptstadt des südlich von Baldurs Tor gelegenen Reiches Amn.

Um seinen Peiniger zur Verantwortung zu ziehen, erkundet er die Stadt und das Umland Athkatlas. Dabei erfährt er auch weitere Details über seine Abstammung. Das Erbe Bhaals drückt sich in Form von Träumen aus, die den Hauptcharakter im Verlauf mehrfach heimsuchen. Im späteren Verlauf verwandelt er sich außerdem in ein tödliches, fremdartiges rotes Monstrum, das dem Wesen seines göttlichen Vaters Bhaal entlehnt ist. Allerdings droht mit jeder Verwandlung auch immer stärkere Annäherung an den Charakter seines göttlichen Erzeugers. Das Spiel endet mit der zentralen Auseinandersetzung des Hauptcharakters mit Irenicus in der Elfenstadt Suldanessalar.

Spielmechanik[Bearbeiten]

Einzelspieler-Kampagne[Bearbeiten]

Baldur’s Gate 2 verwendet eine weiterentwickelte Version der Infinity-Engine des ersten Teils. Der Spieler steuert bis zu sechs Spielercharaktere auf vorgerenderten Karten. Der Hauptcharakter kann entweder aus einem Spielstand des ersten Spiels importiert oder zu Beginn des Spiels neu erstellt werden.[1] In letzterem Fall wird der Charakter zu Beginn des Spiels auf Charakterstufe 7 aufgewertet.[2]

Im Vergleich zum Vorgänger wurden die Charakterklassen stark erweitert. So ist es nun möglich, neben der Hauptklassen wie z. B. Priester oder Schurke eine spezialisierte Klasse wie Meuchelmörder oder Kopfgeldjäger auszuwählen. Insgesamt stehen so mehr als 30 Spezialisierungskits zur Verfügung. Als neue Rasse kann der Halb-Ork gewählt werden und es stehen mit Hexenmeister, Barbar und Mönch drei neue Klassen zur Verfügung.[3]

Die restlichen Gruppenmitglieder werden im Laufe des Spiels in die Gruppe aufgenommen, einige traten bereits in Baldur’s Gate auf. Die Charakterisierung der Begleiter wurde im Nachfolger deutlich stärker ausgearbeitet und dramaturgisiert. Die Charaktere bringen sich in Gespräche ein und reagieren auf die Handlungen des Spielercharakters. Sie bringen außerdem neue Handlungsbögen und neue Quests ins Spiel ein, die ihren persönlichen Hintergrund und ihre Persönlichkeit beleuchten. Außerdem sind zwischen dem Hauptcharakter und einigen ausgewählten Begleitern Romanzen möglich.

Zaubercharaktere müssen gemäß der AD&D-Regeln ihre Sprüche vorbereiten, bevor sie angewendet werden können. Mit 182 Magier- und 110 Priesterzaubersprüchen hat sich das magische Repertoire gegenüber dem Vorgänger dabei mehr als verdreifacht.[1] Ebenfalls erhöht wurde die Obergrenze für Erfahrungspunkte, die nun bei 2.950.000 Punkten liegt.[4]

Mehrspieler-Modus[Bearbeiten]

Die Mehrspieler-Modus des ersten Teils wurde weitgehend unverändert übernommen. Bis zu sechs Spieler können mit selbstgenerierten Charakteren die Einzelspieler-Kampagne gemeinsam durchspielen. Bei einer vollständig selbstgenerierten Heldentruppe fallen jedoch die Interaktionen zwischen den vorgenerierten Begleitcharakteren weg, die einen nicht unerheblichen Reiz des Spiels ausmachen.

Entwicklung[Bearbeiten]

Alle vier Veröffentlichungen der Computer-Rollenspielserie Baldur’s Gate von BioWare entstanden im Auftrag des Publishers Interplay, der zu diesem Zeitpunkt Inhaber einer AD&D-Softwarelizenz von TSR war (später Wizards of the Coast).

Technik[Bearbeiten]

Veröffentlichungsjahre der Infinity-Spiele
 
1998 –

Baldur’s Gate


1999 –

Baldur’s Gate: Legenden der Schwertküste


2000 –
Planescape: Torment
Icewind Dale
Baldur’s Gate 2

2001 –
Icewind Dale: Herz des Winters
Baldur’s Gate 2: Thron des Bhaal
Baldur’s Gate: Dark Alliance

2002 –

Icewind Dale 2


...




2004 –

Baldur’s Gate: Dark Alliance 2


...

2012 –

Baldur’s Gate: Enhanced Edition


2013 –

Baldur’s Gate 2: Enhanced Edition


2014 –

Icewind Dale: Enhanced Edition


Das Spiel basiert auf der von BioWare entwickelten Infinity-Engine, einer 2D-Grafikengine. Damit entwickelte Spiele benötigten keine 3D-Grafikkarte. Ursprünglich war die Engine für ein MMO konzipiert, aber auf Anraten von Interplays Feargus Urquhart setzte man sie schließlich für Rollenspiele ein.[5][6] Das Kampfsystem wurde stark beeinflusst von Westwoods Echtzeit-Strategiespiel Command & Conquer.[7]

BioWare lizenzierte die Infinity-Spielengine für weitere D&D-Projekte an Interplay. Sie wurde daher bei den Black-Isle-Studios für die Spiele der Icewind-Dale-Reihe und in Planescape: Torment verwendet, die optisch und spielerisch große Ähnlichkeit zu Baldur’s Gate aufweisen. Zusammen werden diese Spiele heute als die sogenannten Infinity-Spiele bezeichnet.

Baldur’s Gate 2: Schatten von Amn unterstützte neben der Auflösung von 640 × 480 durch eine Weiterentwicklung der Grafikengine erstmals auch 800 × 600 Bildpunkte. In den Optionen des Spiels ließen sich auf Wunsch sogar noch höhere Auflösungen aktivieren, wurden vom Hersteller aber nicht offiziell unterstützt. Als weiterer Unterschied zu den früheren Titeln konnte das Benutzerinterface während des Spiels jetzt auch ausgeblendet werden.[3]

Soundtrack[Bearbeiten]

Die Musik stammte wie beim Vorgänger von dem deutschen Komponisten Michael Hoenig.[8]

Entwicklungsziele und Verlauf[Bearbeiten]

Baldur’s Gate 2 war Daniel Walker gewidmet, dem zweiten Angestellten von BioWare, der 1999 verstarb. Baldur’s Gate war das erste Rollenspiel des jungen Entwicklungsstudios und nach dem Actiontitel Shattered Steel auch insgesamt erst das zweite Spiel. Bei Baldur’s Gate 2: Schatten von Amn wollte man all das erfolgreich umsetzen, was man während der Entwicklung des ersten Titels aus den Anfängerfehlern gelernt hatte. Es sollte diesmal auch mehr Zeit dafür sein, das volle Potential des Spiels auszuschöpfen. Diese Zeit hatte im ersten Teil vor allem deshalb gefehlt, weil parallel zur Entwicklung der Spielinhalte noch an der Infinity-Spieleengine gearbeitet werden musste.

Aus den Ideen oder der Kritik von Fans in Newsgruppen und Portalen, aus Testberichten und den internen Besprechungen erstellte man zunächst eine Liste an Verbesserungsvorschlägen, die zu großen Teilen auch als Projektsziele übernommen wurden. Um Designfehler zu vermeiden, mit denen man im ersten Teil zu kämpfen hatte, wurden vorab Richtlinien für die verschiedenen Beteiligten festgelegt. Während der Entwicklung des Spiels richtete BioWare eine Abteilung für Qualitatssicherung ein und erhielt Unterstützung von Interplays Rollenspielspezialisten der Black Isle Studios. Bedarf dafür bestand vor allem beim Testen, das sich durch die extreme Größe des Projekts zum Albtraum entwickelt hatte.[9]

Rezeption[Bearbeiten]

Rezensionen[Bearbeiten]

Baldur’s Gate 2 erhielt herausragende Bewertungen (Metacritic: 95 von 100).[10] Es zählte damit seinerzeit und darüber hinaus zu den bestbewerteten PC-Spielen.[11]

Das Spiel wurde als eine konsequente Weiterentwicklung der Stärken des Vorgängers ohne große Neuerungen bezeichnet.[1] Von Kritikern wurde zumeist die Interaktion mit den Begleitcharakteren und die Inszenierung ihrer Hintergrundgeschichten positiv hervorgehoben, die Spielwelt wurde als authentisch und glaubwürdig bewertet.[4] Gelobt wurde der gesteigerte Bedienkomfort, wie beispielsweise die Dokumentation der Aufträge in einem Spieltagebuch.[2] Kritik gab es vereinzelt an der Wegfindungs-KI[3] und der technischen Qualität der Soundausgabe.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Academy of Interactive Arts & Sciences nominierte das Spiel bei den Preisverleihungen 2001 in den Kategorien Spiel des Jahres, PC-Spiel des Jahres, Computer-Rollenspiel des Jahres, Game Play Engineering und Charakter- oder Storyentwicklung, von denen es letzteres gewinnen konnte. Die ersten drei Kategorien gingen dabei an Diablo II.[12] Bis Mai 2005 konnten ca. zwei Millionen Exemplare von Baldur’s Gate 2 sowie ca. 500.000 Exemplare des Add-ons abgesetzt werden.[13]

Fan-Modifikationen und -Erweiterungen[Bearbeiten]

Der große Erfolg des Spiels und die auch für den zweiten Teil weiterhin nutzbaren Moddingtools sorgten weit über den Veröffentlichungstermin hinaus für einen großen Output an Fanerweiterungen. Neben zahlreichen Questerweiterungen, Regelwerksmodifikationen und Zusatzcharakteren erschien mit Baldur’s Gate Trilogy eine Modifikation, mit der Baldur’s Gate mitsamt Addon in das Spiel Baldur’s Gate 2 integriert werden kann. Auf diesem Weg können beide Spiele und ihre Erweiterungen durchgängig mit der fortschrittlicheren Engine von Baldur’s Gate 2 gespielt werden. Der Besitz beider Spiele sowie der Add-ons ist jedoch Voraussetzung.

Nach dem Ende des offiziellen Supports für die ersten beiden Teile versucht die aktive Fan-Community mit sogenannten Community-Patches den Support für die Spielreihe aufrechtzuerhalten um z.B. die Spielbarkeit auf neuen Plattformen zu gewährleisten.[14][15]

Baldur’s Gate 2: Thron des Bhaal (Add-on)[Bearbeiten]

Baldur’s Gate 2: Thron des Bhaal
Originaltitel Baldur’s Gate 2: Throne of Bhaal
Studio KanadaKanada BioWare
Publisher Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Interplay
Leitende Entwickler James Ohlen
David Gaider
Erstveröffent-
lichung
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 21. Juni 2001
DeutschlandDeutschland 19. Juli 2001
Plattform Windows, Mac OS
Spiel-Engine Infinity-Engine
Genre Computer-Rollenspiel
Spielmodus Einzelspieler, Mehrspieler
Steuerung Tastatur, Maus
Systemvor-
aussetzungen
ergänzend zum Hauptspiel:
  • Freier HD-Speicher: 1,2 GB
Medium CD-ROM, DVD-ROM, Download
Sprache Deutsch
Aktuelle Version 26498 (6. September 2001)
Altersfreigabe
USK ab 12 freigegeben

Baldur’s Gate 2: Thron des Bhaal (engl.: Throne of Bhaal, kurz: ToB) ist eine Erweiterung für das Spiel Baldur’s Gate und schließt die fortlaufende Handlung von Baldur’s Gate und Baldur’s Gate 2 inhaltlich ab. Es wurde am 21. Juni 2001 veröffentlicht.

Handlung[Bearbeiten]

Im Add-on Thron des Bhaal sprießen überall in ganz Faerûn die Nachkommen Bhaals aus dem Boden, führen Krieg miteinander und verwüsten das Land. Die Prophezeiung besagt, dass Bhaal aus dem Blut seiner Kinder wieder auferstehen wird. Man ist nun darin angehalten, alle anderen Kinder Bhaals aufzuspüren und zu bekämpfen, um so eines von drei möglichen Enden der Geschichte zu erreichen:

  1. Man nimmt das Erbe von Bhaal an und wird der neue böse Gott des Mordes.
  2. Man nimmt das Erbe von Bhaal an, wird aber zu einer neuen, guten Gottheit.
  3. Man nimmt das Erbe und somit die Unsterblichkeit von Bhaal nicht an, sondern zerstört es und existiert weiter als guter/böser sterblicher Charakter und führt ein glückliches Leben (evtl. mit der/dem Geliebten).

Entwicklung (Add on)[Bearbeiten]

Der Release des Addons zum zweiten Teil fällt in einen Zeitraum kurz vor einer gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen BioWare und Interplay, die das Ende der Zusammenarbeit markierte.[16] Dies hatte zur Folge, dass Biowares folgender D&D-Titel nicht mehr wie ursprünglich vorgesehen über Interplay veröffentlicht wurde.[17][18] Im Jahr 2002 ließ BioWare über seinen neuen Publisher Infogrames / Atari das 3D-basierende RPG Neverwinter Nights folgen, das laut ToB-Entwicklerteam und einer Angabe in den Ladebildschirmen des Addons ursprünglich die Option bieten sollte, Spielercharaktere aus Thron des Bhaal zu importieren. Diese Option wurde wegen Regelwerks-Neuerungen von Dungeons & Dragons jedoch nie in Neverwinter Nights implementiert.[19][20]

Die Begleitmusik des Add-ons stammt von Inon Zur.[21]

Rezeption (Add on)[Bearbeiten]

Thron des Bhaal erhielt sehr gute Bewertungen (Metacritic: 88 von 100).[22]

Das Add-on des zweiten Teils dagegen ist gemessen an Spielzeit und Inhalten umfangreicher und führt, ausgehend vom Abspann des Hauptspiels, die Hintergrundgeschichte um den Hauptcharakter zu Ende. Es spielt an einem separaten Schauplatz und kann somit nicht parallel zur Handlung von Schatten von Amn gespielt werden. Daher wird das Add-on inoffiziell oft auch als dritter Teil angesehen, woraus sich die in Fankreisen verwendete, ebenfalls inoffizielle Serienbezeichnung Baldur’s Gate Trilogy ableitet (u.a. für Spielmodifikationen, s.u.).[5][23]

Die Erweiterung wurde von der Academy of Interactive Arts & Sciences als Bestes PC-Rollenspiel des Jahres 2002 ausgezeichnet.[12] Das US-amerikanische Spielemagazin Computer Gaming World zeichnete Thron des Bhaal als Erweiterung des Jahres aus und begründete dies folgendermaßen: „Thron des Bhaal hat das getan, was Ultima IX hätte tun sollen: es lieferte ein großartiges Finale zu einem etablierten Franchise.“[24] Bis Mai 2005 konnten ca. 500.000 Exemplare des Add-ons abgesetzt werden.[13]

Baldur’s Gate II: Enhanced Edition[Bearbeiten]

Baldur’s Gate II: Enhanced Edition
Studio KanadaKanada Overhaul Games
Publisher KanadaKanada Beamdog
Erstveröffent-
lichung
15. November 2013
Plattform Windows, iOS, Mac OS, Linux
Spiel-Engine Infinity-Engine
Genre Computer-Rollenspiel
Spielmodus Einzelspieler, Mehrspieler
Steuerung Tastatur, Maus, Touchscreen
Systemvor-
aussetzungen
Windows (XP, Vista, 7, 8)

Mac OS (ab OS X 10.6.8)

iOS (ab 5.1)

  • Freier Speicher: 2,5 GB
Medium Download
Sprache Englisch

Die Baldur’s Gate II: Enhanced Edition ist eine überarbeitete und mit neuen Inhalten erweiterte Fassung von Baldur’s Gate 2: Schatten von Amn inklusive des Add-ons Thron des Bhaal. Hauptmerkmal neben der Zusammenfassung der ursprünglich separaten Veröffentlichungen ist die Anpassung für neuere Betriebssysteme und Geräte mit Touchsteuerung (Tablet-PCs).

Entwicklung (Enhanced Edition)[Bearbeiten]

Das Projekt kam auf Initiative Beamdogs, Betreiber einer gleichnamigen Online-Vertriebsplattform für Computerspiele, zustande. Beamdog und dessen Entwicklungsabteilung Overhaul Games wurde von ehemaligen BioWare-Mitarbeitern um Trent Oster gegründet, die an den Originaltiteln des Spieles gearbeitet hatten. Am 15. März 2012 kündigte Beamdog mit der Baldur’s Gate: Enhanced Edition (BGEE) und der Baldur’s Gate II: Enhanced Edition (BG2EE) eine überarbeitete Neuauflage der Serie an. Unter Beibehaltung des technischen Grundgerüsts und basierend auf dem technischen Stand des Add-ons Thron des Bhaal zu Baldur’s Gate 2 sollten beide Spiele modernisiert und mit neuen Inhalten versehen werden.[25] Nachdem Baldur’s Gate bereits am 28. November 2012 für Windows über die unternehmenseigene Vertriebsplattform veröffentlicht werden konnte, folgte Baldur’s Gate II am 15. November 2013. Gleich im Anschluss folgte eine Download-Version für Mac OS und am 15. Januar 2014 stand der Titel auch für iOS zur Verfügung.[26] Seit dem 17. Dezember 2014 ist das Spiel für Linux verfügbar.[27] Eine Veröffentlichung für Android ist noch geplant, aber dafür kann noch kein Datum genannt werden (Stand Juni 2014).

Veränderungen[Bearbeiten]

Neben der Integration der Erweiterung Thron des Baal ist genau wie auch schon im ersten Teil wieder eine Black-Pit's-Kampagne dazugekommen, in der sich der Spieler in unterschiedlicher Gruppenzusammensetzung durch Arenakämpfe beweisen kann. Es stehen außerdem vier neue NPCs mit jeweils eigenen Quests und Minimissionen zur Verfügung. Der Hersteller wirbt darüber hinaus mit einer leichtgängigen Verwaltung von Multiplayerspielen und der Unterstützung von Breitbildformaten.[28]

Rezeption (Enhanced Edition)[Bearbeiten]

Das Spiel erhielt gute Bewertungen (Metacritic: 78 von 100), jedoch schlechtere als das Original und blieb auch unterhalb der Wertung für die Enhanced Edition des ersten Teils der Serie. Die Computerzeitschrift PC Games beurteilte das Remake sogar als „Verschlimmbesserung“. Hauptkritikpunkt war vor allem ein verbesserungswürdiges und im Vergleich zu den Funktionen des Originalspiels sogar reduziertes Interface.[29] Etwas milder, aber mit etwa gleichen Kritikpunkten urteilte Gamestar, das Spiel sei „verbessert, aber verzichtbar“.[30] Im Gegensatz zum ersten Teil, der bei Veröffentlichung auch deutschsprachige Texte enthielt und für den nach einem Jahr die deutsche Sprachausgabe nachgeliefert wurde, erschien die Neuauflage von Baldur’s Gate 2 nur in englisch.

Romane zum Spiel[Bearbeiten]

Begleitend zum Spiel und zur Erweiterung erschien jeweils ein englischsprachiger Roman.

Nachfolgeprojekte[Bearbeiten]

The Black Hound[Bearbeiten]

Während der Entwicklung des Icewind-Dale-Add-ons Herz des Winters begann ein kleines Team der Black Isle Studios um Designer Joshua E. Sawyer unter dem Projektnamen Jefferson bzw. FR6 mit den Arbeiten an einer Fortsetzung zu Baldur’s Gate. Als Titel des Spiels war bis zur Einstellung des Projekts im Jahr 2003 der Name Baldur’s Gate III: The Black Hound vorgesehen. Der Projekteinstellung ging der Verlust der Lizenzrechte für Baldur’s Gate voraus.[31]

Das Spiel war nicht als inhaltliche Fortführung der Bhaalskind-Thematik konzipiert, sondern sollte eine eigenständige Handlung ohne jegliche Referenzen zu den Vorgängerspielen von BioWare erhalten. Durch die Figur der Maralie Fiedelbieger, die als möglicher Begleitcharakter eingeführt werden sollte, existierte jedoch ein indirekter Bezug zu Black Isles eigenem Serienableger Icewind Dale 2, in dem sie die Rolle der Erzählerin einnahm.[32]

Baldur’s Gate: Dark Alliance[Bearbeiten]

Baldur’s Gate: Dark Alliance war ein erfolgreicher Konsolenableger. Trotz der Verwendung des Namens Baldur’s Gate besteht weder ein inhaltlicher noch spielerischer Zusammenhang mit den von BioWare entwickelten Spielen. Dark Alliance wurde von den Snowblind Studios im Auftrag von Interplay Entertainment entwickelt und orientierte sich an der kampforientierten Spielweise von Diablo. Das Regelwerk von Dungeons & Dragons wurde zu diesem Zweck stark modifiziert. Das Spiel erschien auf den Konsolen PlayStation 2, Xbox und GameCube. 2004 folgte eine angepasste Version für den Game Boy Advance. Ebenfalls 2004 erschien für PS2 und Xbox der direkte Nachfolger Baldur’s Gate: Dark Alliance 2, der auf derselben technischen Grundlage wie sein Vorgänger von den Black Isle Studios entwickelt wurde. Ein dritter Teil wurde von Interplay mehrfach angedeutet, aus lizenzrechtlichen Gründen und wegen finanzieller Schwierigkeit jedoch nie umgesetzt.

Neverwinter Nights[Bearbeiten]

Hauptartikel: Neverwinter Nights

Im August 1999 kündigte Interplay zusammen mit BioWare auf der Spielemesse GenCon die Entwicklung von Neverwinter Nights an. Anders als Baldur’s Gate verwendete das Spiel die 3. Regelwerksedition von Dungeons & Dragons und eine 3D-Grafikengine. Zusätzlich bot das Spiel umfassende Mehrspieleroptionen an. Kern waren ein Toolset zum Erstellen eigener Abenteuermodule und eine Spielleiter-Funktion zur Betreuung von Mehrspielerpartien.[33] Ein Ladebildschirm von Baldur’s Gate 2 kündigte die Möglichkeit eines Charakterimports aus Baldur’s Gate 2 an, wurde jedoch nie umgesetzt. Nach rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen BioWare und Interplay[16] endete die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen und das Spiel erschien über den französischen Publisher Infogrames, der es unter seinem Atari-Label veröffentlichte.[18]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Jörg Langer: Baldur’s Gate 2: Schatten von Amn im Test: Das Rollenspiel-Epos ist noch besser als Baldur’s Gate 1. In: GameStar. IDG. 1. Dezember 2000. Abgerufen am 12. September 2011.
  2. a b Test Baldur’s Gate 2: Der Winter ist gerettet. In: GameCaptain. 15. November 2000. Abgerufen am 12. September 2011.
  3. a b c Stangl Florian: Test Baldur’s Gate 2: Schicksalhafte Begegnungen. In: PC Games. Computec. 7. März 2001. Abgerufen am 12. September 2011.
  4. a b Jörg Luibl: Test: Baldur’s Gate 2 (engl.). In: 4Players. freenet AG. 16. Oktober 2000. Abgerufen am 12. September 2011.
  5. a b Thierry Ngyuen: GDC Europe 2010: Baldur’s Gate Was Originally An MMO (englisch) In: 1Up.com. UGO Entertainment, Inc.. 16. August 2010. Abgerufen am 16. Februar 2011.
  6. Trent Oster: Getting into the Games Industry (englisch) In: Blog des BG-Entwicklers. 23. März 2010. Abgerufen am 16. Februar 2011.
  7. Stephen Totilo: What’s So BioWare About the Next Command & Conquer? (englisch) In: Kotaku. 24. Februar 2012. Abgerufen am 12. Juni 2012: „And Muzyka remarks that, »if you think about the combat mechanic in [early BioWare game] Baldur’s Gate, that was heavily influenced by RTS mechanics.«
  8. Michael Hoenig bei Discogs (englisch). Zuletzt abgerufen am 10. September 2011.
  9. Ray Muzyka: Baldur’s Gate II: The Anatomy of a Sequel. In: Gamasutra. 1. Mai 2001, abgerufen am 15. Juni 2014.
  10. Metacritic.com, durchschnittliche PC-Wertung, abgerufen am 13. September 2011
  11. Metacritic PC High Scores, die bestbewerteten PC-Spiele. Zuletzt abgerufen am 12. September 2011.
  12. a b Academy of Interactive Arts & Sciences: Gewinner der Preisverleihungen 2001. Offizielle Webseite. Zuletzt abgerufen am 10. Oktober 2011.
  13. a b BioWare: About BioWare (englisch) In: Offizielle Firmenwebseite. 8. November 2010. Archiviert vom Original am 17. Mai 2005. Abgerufen am 11. September 2011: „Baldur’s Gate II: Shadows of Amn, was released in Sept. 2000 and continued the award winning story line of the Baldur’s Gate series, selling over close to 2 million units so far; in June 2001 Baldur’s Gate II: Throne of Bhaal was released, the expansion pack to the award winning Baldur’s Gate II: Shadows of Amn, and the conclusion to the Baldur’s Gate series, selling more than 500,000 units
  14. Alratan: Baldur’s Gate 2: Shadows of Amn Review (englisch) manapool.co.uk. 8. November 2010. Abgerufen am 10. April 2011: „Many of the mods and unofficial patches improve the game immensely, and are definitely recommended.
  15. Dave Bradshaw: Baldur’s Gate II Fixpack (englisch) gibberlings3.net. 25. November 2011. Abgerufen am 3. Februar 2012: „The BG2 Fixpack is a WeiDU compilation of fixes for Baldur’s Gate II. […] This collaborative effort, including the work of modders from several different modding communities and assistance from BG2 lead writer David Gaider, has resulted in a fixpack that currently includes all of the fixes addressed by Baldurdash (including the Game Text Update) and several hundred new bugfixes. The project is ongoing, and we're working through a substantial list of bugs culled from various sites, the old Baldurdash forums, and our own research.
  16. a b Gunnar Lott: Bioware verklagt Interplay. In: GameStar. IDG. 21. September 2001. Abgerufen am 2011-16-02.
  17. Peter Steinlechner: Verliert Interplay Neverwinter Nights?. In: GameStar. IDG. 3. Dezember 2001. Abgerufen am 11. September 2011.
  18. a b Gamestar-Redaktion: Neverwinter Nights von Infogrames. In: GameStar. IDG. 25. Januar 2002. Abgerufen am 2011-16-02.
  19. Vgl. BioWare.com-Forenmoderator, et al. (2008, Hg.), Importing from Throne to NWN · 01 May 2008 07:06PM, 2008-0602-0344 (2008-0501-0706)
  20. Vgl. BioWare.com (o.J., Red./Hrsg.), Kann ich meinen Charakter aus der Baldur’s Gate-Reihe übernehmen?, 2008-0602-0344 (o.J.)
  21. Bruce Ladewig: Inon Zur Interview (englisch) In: RPGPlanet. IGN. 11. Oktober 2002. Abgerufen am 27. August 2011.
  22. Metacritic.com, durchschnittliche PC-Wertung, abgerufen am 13. September 2011
  23. Trent Oster: Getting into the Games Industry (englisch) In: Blog des BG-Entwicklers. 23. März 2010. Abgerufen am 16. Februar 2011.
  24. CGW-Redaktion: Best Game Expansion: Baldur’s Gate 2: Throne of Bhaal. (Artikelscan) In: Ziff Davis (Hrsg.): Computer Gaming World. Nr. 213, April 2002, S. 84.
  25. Trent Oster: Twittermeldung (englisch) In: Twitteraccount des Beamdog-Gründers. Twitter. 15. März 2012. Abgerufen am 18. März 2012: „Baldur’s Gate Enhanced Edition is going to have new content for the game you love, made by some of the original team members
  26. Baldur’s Gate 2: Enhanced Edition bei MobyGames (englisch, aufgerufen am 15. Juni 2014)
  27. »Baldur's Gate II: Enhanced Edition« erreicht Linux - Pro-Linux
  28. Baldur’s Gate II: Enhanced Edition, Offizielle Homepage des Spiels, abgerufen am 15. Juni 2014
  29. Peter Bathge: Baldur’s Gate 2: Enhanced Edition - Test: Verschlimmbessertes Uralt-Rollenspiel. In: PC Games. Abgerufen am 15. Juni 2014.
  30. Maurice Weber: Baldur’s Gate 2: Enhanced Edition im Test - Verbessert, aber verzichtbar. In: Gamestar. Abgerufen am 15. Juni 2014.
  31. Jon "Buck" Birnbaum: The Black Hound Interview (englisch) In: Gamebanshee. UGO Entertainment, Inc.. 13. Februar 2007. Abgerufen am 11. September 2011.
  32. Winterwind Productions: An Interview with Damien "Puuk" Foletto (englisch), Februar 2005. Zuletzt abgerufen am 11. September 2011.
  33. Elliott Chin: Interplay Announces Neverwinter Nights (englisch) In: GameSpot. CNET. 6. August 1999. Abgerufen am 12. September 2011.