Balf

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47.64908416.663342Koordinaten: 47° 38′ 56,7″ N, 16° 39′ 48″ O

Karte: Ungarn
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Balf
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Ungarn

Balf (deutsch Wolfs) ist ein Stadtteil von Sopron im Nordwesten Ungarns. Der Ort liegt sieben Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Sopron am südwestlichen Ufer des Neusiedler Sees. Bis 1985 war Balf noch eine eigenständige Gemeinde. Im Jahre 2001 hatte der Ort 998 Einwohner. Balf gehört zum Nationalpark Fertő-Hanság.

Geschichte[Bearbeiten]

In einer Urkunde aus dem Jahr 1199 wurde der Ort erstmals unter dem Namen Farkasd erwähnt. 1378 wurde er in einer Schrift Bolf genannt, aus welchem sich wahrscheinlich der heutige Name entwickelt hat.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg war die Gemeinde der Standort eines Lagers, welches vom November 1944 bis zum 31. März 1945 zur Unterbringung von Zwangsarbeitern und ca. 30.000 ungarischen Juden aus Budapest diente. Die Insassen wurden zum Bau des Südostwalls eingesetzt, der die bereits in Ungarn stehenden Truppen der Sowjetunion von einem Eindringen in das Großdeutsche Reich abhalten sollte. Das Lager überlebten nur wenige der Insassen, da Menschen ermordet wurden, sobald sie vor Hunger, Erschöpfung oder Krankheit nicht mehr arbeitsfähig waren. Das bekannteste Opfer des Lagers Balf war der jüdische Autor Antal Szerb.

Im März 1945 wurden die verbleibenden Insassen des Lagers Balf beim Herannahen der Front zu einen Fußmarsch in Richtung des Konzentrationslagers Mauthausen in der Nähe von Linz gezwungen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Antal Szerb Gedenkstätte
  • Szent Farkas Kirche
Brunnen in Balf

Infrastruktur[Bearbeiten]

In Balf gibt es schwefelwasserstoffhaltige Heilquellen. So entstand hier ein Heilbad, welches hauptsächlich zur Behandlung von orthopädischen und neurologischen Krankheitserscheinungen dient.

Balf liegt am Neusiedler-See-Radweg.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eleonore Leppin-Sippel: Ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen in Österreich 1944. Arbeitseinsatz - Todesmärsche - Folgen. LIT Verlag, Wien/Berlin 2010, ISBN 978-3-643-50195-0.

Weblinks[Bearbeiten]