Balinesische Sprache

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Balinesisch

Gesprochen in

Indonesien
Sprecher 3,8 Millionen
Linguistische
Klassifikation

Balinesisch ist die Sprache der Hindubevölkerung der Inseln Bali und Lombok, in Indonesien. Sie wird von ca. 3,8 Millionen Menschen, also 2,1 % der indonesischen Bevölkerung gesprochen. Stabile Sprachinseln in Sumatra und Borneo resultieren aus der Transmigrasi-Politik der 70er Jahre. Sie ist nahe verwandt mit Sasak und Sumbawa. Die Sprache gehört zur Bali-Sasak-Sumbawa Untergruppe des West-Malayo-Polynesischen Sprachzweiges innerhalb der Austronesischen Sprachfamilie.

Die Balinesen sprechen ihr "Balinesisch" in drei verschiedenen Sprachebenen. Es gibt das Hochbalinesisch (singgih), Mittelbalinesisch (lumrah) und das Niederbalinesisch (sor). Die drei Sprachebenen sind als Folge des Kastenwesens auf Bali entstanden. Das Hochbalinesische ist die Sprache der Triwangsa und basiert auf der alten javanischen Hofsprache. Von einem Sudra (Balinesen der untersten Kaste) wird erwartet, dass er einen Angehörigen der Triwangsa (Angehörige der Brahmanenkaste, Ksatriyakaste und der Wesyakaste) höflich und respektvoll in der Hochsprache anredet. Hingegen bedient sich dieser gegenüber einem Sudra der niederen Sprache. Da viele Sudra aber nie Gelegenheit erhalten, die Hochsprache zu erlernen, entwickelte sich für den formellen Verkehr eine "mittlere" Sprache – ein Gemisch aus der hohen, der niederen Sprache und javanischen sowie malaiischen Einsprengseln. Die mittlere Sprache gilt auch als höflich und wird oft zu Fremden gebraucht, bevor die Kastenzugehörigkeit ihres Gesprächspartners festgestellt ist. Die Sudras untereinander reden in der gewöhnlichen, niederen Sprache. Daneben wird als sakrale Literatursprache Kawi verwendet.

Balinesisch wird heute mit dem lateinischen Alphabet geschrieben, die frühere balinesische Schrift ähnelt der alten javanischen Schrift, die vom indischen Devanagari abstammt.

Sprachbeispiel[Bearbeiten]

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 1:

Sami manusane sane nyruwadi wantah merdeka tur maduwe kautamaan lan hak-hak sane pateh. Sami kalugrain papineh lan idep tur mangdane pada masawitra melarapan semangat pakulawargaan.
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.

Weblinks[Bearbeiten]