Balkanit

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Balkanit
Bild eventuell bei Commons:Mineral
Chemische Struktur Cu9Ag5HgS8
Mineralklasse Sulfide und Sulfosalze - Sulfide mit Me:S,Se,Te > 1:1
2.BD.15 (früher II/B.09-20) (nach Strunz)
2.16.7.1 (nach Dana)
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse 222, mm2 oder 2/m 2/m 2/m
Farbe stahlgrau, poliert hellgrau
Strichfarbe
Mohshärte 3,5
Dichte (g/cm³) 6,32 g/cm
Glanz metallisch
Transparenz undurchsichtig
Bruch
Spaltbarkeit fehlt
Habitus
Häufige Kristallflächen
Zwillingsbildung streifenförmig, häufig
Kristalloptik
Brechzahl
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
Pleochroismus
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~
Weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
Chemisches Verhalten
Ähnliche Minerale
Radioaktivität
Magnetismus
Besondere Kennzeichen

Balkanit ist ein seltenes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze, genauer der Sulfide mit einem Verhältnis von Metall zu Schwefel von kleiner 1:1. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Cu9Ag5HgS8 und entwickelt bis zu 3 mm große graue Körner. Auch stäbchenförmige prismatische Kristalle bis zu 0,2 mm Länge auf anderen Mineralen, wie Barit, Bornit oder Chalkosin sind gefunden worden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Etymologie und Geschichte

Balkanit wurde erstmal 1961-1962 in der Typlokalität, der Sedmochislenitsi-Mine in Wraza (Bulgarien) gefunden. Nachdem es erst für ein unbekanntes Silbermineral gehalten wurde, konnte Vasil Atanassov 1971 die korrekte chemische Zusammensetzung bestimmen. Er benannte das neue Mineral nach dem Balkan-Gebirge, in dem die Typlokalität liegt.

[Bearbeiten] Bildung und Fundorte

Balkanit bildet sich in hydrothermal bei nicht zu hohen Temperaturen. In Kupferlagerstätten kann es durch Verdrängung von Bornit oder Tennantit bilden. Minerale, die sich auf ähnliche Weise bilden und mit denen Balkanit auch vergesellschaftet vorliegt, sind Chalkosin und Chalcopyrit. Weitere vergesellschaftete Minerale sind unter anderem Djurleit, Digenit, Stromeyerit, Rammelsbergit, Bismut und Cinnabarit.[1]

Es sind bisher nur wenige Fundstellen bekannt. Neben der Typlokalität in Bulgarien ist Balkanit im US-Bundesstaat Nevada, bei Leogang in Österreich und auf Sardinien (Italien) gefunden worden.[2]

[Bearbeiten] Struktur

Balkanit kristallisiert in einem orthorhombischen Kristallsystem in der Raumgruppe P222, Pmm2 oder Pmmm. Die Gitterparameter sind a=10,62 Å, b=9,42 Å und c=3,92 Å.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Mineraliendatenblatt Balkanit (engl., pdf)
  2. Balkanite bei mindat.org

[Bearbeiten] Literatur

V. A. Atanassov, G.N.Kirov: Balkanite, Cu9Ag5,HgS8, A New Mineral from the Sedmochislenitsi Mine, Bulgaria, in: American Mineralogist, 1973, 58, 11-15 pdf.

[Bearbeiten] Weblinks

Mineralienatlas Balkanit (wiki)

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