Balken

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Dieser Artikel erläutert das Bauelement; zu anderen Bedeutungen siehe Balken (Begriffsklärung).
Träger-Ständerkonstruktion im Rathaus von Veringenstadt

Ein Balken ist ein tragendes Element in der Baukonstruktion. Durch seine Form und die Materialbeschaffenheit ist der Balken für viele Funktionen geeignet. Die Bezeichnung nach der Funktion des Balkens, des Einbauortes oder nach dem Material ist üblich.

Grundlagen[Bearbeiten]

Holz - Stahl - Stahlbeton Balken

Geschichtlich hat der Begriff Balken[1] in Zimmerhandwerk erst den Holzbalken bezeichnet, der Verband ist das Balkenwerk oder Gebälk[2]. Später ist der Begriff auf andere sinngleiche Bauelemente aus unterschiedlichem Material, wie Profilstahl oder Stahlbeton, übergegangen. Verwandt steht Balkon (Vorbau am Freiträger).

‚Balken‘ ist ein Bauteil-bezogener Ausdruck: Ein geometrisch definierter Querschnitt (quadratisch, rund, rechteckig) und eine im Verhältnis dazu große Länge, bestimmen seine Form.

Der Balken wird im Unterschied zum Stab senkrecht zu seiner Längsachse belastet. Er kann Kräfte in Längs- und Querrichtung aufnehmen, wobei Größe, Material und Form den Einsatz bestimmen. Das Fachgebiet der Baustatik, dass sich mit dem Balken beschäftigt, ist die Balkentheorie.

Funktionell bezeichnet man waagrechte, nur teilweise aufliegende Balken als Träger. Einseitig eingespannte Balken sind Freiträger. Balken im Rahmenbau sind Riegel, in der Dachkonstruktion Pfetten. Je nach Einsatzbereich und Gewerk werden senkrechte Balken als Säule, stehend belastete als Steher, Stiel, belastet oder unbelastet als Pfosten und hängend auf Zug belastete als Hängesäule bezeichnet. Schräge Balken finden sich unter Namen wie Sparren (Dach), als Strebe (technische Fachwerke), Kopfband, Bug (Diagonalstrebe in Holzfachwerk).

Ein Balken, der als Teil einer Wand eine Bauöffnung überspannt, ist ein Sturz. Die Reihung von Balken in einer Ebene, zum Zweck des flächigen Abdeckens, ist waagrecht die Balkenlage, senkrecht mit liegendem Balken das Blockwerk, mit stehendem Balken das Ständerwerk.

Holzbalken[Bearbeiten]

Mit Schnitzwerk verzierter Holzbalken. Loulan, China

Der Holzbalken, regional auch Tram,[3] entsteht heute üblicherweise durch das Zersägen eines Baumstammes (Bauholz) in Längsrichtung. Die Faserrichtung verläuft somit in Sägerichtung. Früher wurden Balken häufig auch durch Behauen mit dem Breitbeil hergestellt. Dabei ist der Balken die stärkste Klasse von Schnittholz, und wird auch schlicht ‚Baum‘ genannt (wie sich das bei Schiffen, Kränen, oder Dachkonstruktionen als Ausdruck erhalten hat)

Traditionell wurde bei Deckenbalken und Sparren die Höhe etwa 1,4-mal größer gewählt als die Breite. Heute tendiert man eher zur doppelten Höhe oder sogar zu Querschnitten, die einer hochkant gestellten Bohle entsprechen (z.B. 20 x 5 cm). Letzteres erfordert aber besondere Maßnahmen, um eine Verwindung des Balkens zu verhindern.

Balken werden durch gezieltes Zerlegen eines Baumstammes hergestellt: Man unterscheidet scharfkantige und fehlkantige Balken. Fehlkantige Balken haben noch Konturreste des Baumstammes. Nach der möglichen Längsteilung des Baumstammes und Nutzung des maximalen Stammesquerschnittes entsteht ein quadratisches oder ein rechteckiges Ganzholz (ein Balken), Halbholz (zwei Balken), Kreuzholz (vier Balken) oder Sechstelholz (sechs Balken).

Das Balkenende wird auch Balkenkopf genannt und kann in Sonderfällen sichtbare Verzierungen tragen.

Alle Verbindungsmöglichkeiten und Bearbeitungsarten für Holz sind am Balken gebräuchlich und durch die Einsatzart bestimmt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Balken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Balken – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Balken …. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Hirzel, Leipzig 1854–1960 (woerterbuchnetz.de, Universität Trier).
  2. GEBÄLK, n. balkenwerk in holzbau aller art. In: Grimm: Deutsches Wörterbuch. Hirzel, Leipzig 1854–1960 (woerterbuchnetz.de, Universität Trier).
  3. TRAM, m., der balken; nom. sing. auch tramen. In: Grimm: Deutsches Wörterbuch. Hirzel, Leipzig 1854–1960 (woerterbuchnetz.de, Universität Trier).