Ballantine’s

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Das Logo von Ballantine’s

Ballantine’s ist der Markenname von Blended Scotch Whiskys, hergestellt von Chivas Brothers Ltd., UK. In Deutschland wird Ballantine’s seit 2005 von der Pernod Ricard Deutschland GmbH vertrieben.

Geschichte[Bearbeiten]

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1827 eröffnete George Ballantine bereits mit 19 Jahren in Edinburgh einen Lebensmittelladen mit angeschlossener Wein- und Spirituosenhandlung, nachdem 1823 ein entsprechendes Gesetz das private Brennen von Scotch Whisky erlaubt und damit den Handel eröffnet hatte. Ballantine verlegte sein Geschäft im Jahre 1837 in die prestigeträchtige Gegend von South Bridge nahe der Princes Street von Edinburgh. Dort experimentierte er mit dem Mischen von Malt- und Grain-Whiskys verschiedenen Alters aus unterschiedlichen Distillerien, um ein etwas leichteres, verfeinertes Produkt zu erhalten. Seine Experimente beim Verschnitt verschiedener Whisky - Sorten mündeten schließlich in einen gleich bleibenden Blended Scotch-Whisky-Charakter. Die Auswirkungen des Reifeprozesses auf den Whisky und die Bedeutung der Fasswahl bei der ersten Füllung waren entscheidende Faktoren bei der Etablierung von Blended Scotch. Ab 1881 exportierte das Unternehmen George Ballantine & Son Ltd. den gleichnamigen Blended Whisky weltweit. Nach seinem Tod im Jahre 1891 führten Georges Söhne sein Werk fort und erhielten als höchste Auszeichnung die Ernennung zum Hoflieferanten (Royal Warrant) der Königin Victoria. So wurde Ballantine’s später auch zum offiziellen Lieferanten ihres Sohnes, Eduard VII. (Wine Merchants to His Majesty King Edward). Das Ansehen von Ballantine's erreichte 1937 seinen Höhepunkt in der Zuerkennung eines Wappens durch den Lord Lyon King of Arms von Schottland. Der Durchbruch von Ballantine’s als Scotch Whisky-Marke erfolgte im Rahmen der Übernahme des Spirituosenkonzerns Hiram Walker Gooderham & Worts im Jahr 1937. Ein Jahr später kam das noch heute auf jeder Flasche zu findende Wappen des Hauses Ballantine hinzu – die schottische Flagge, gepaart mit den vier wichtigsten Bestandteilen zur Herstellung von Scotch Whisky: Gerste, Wasser, Pott Still-Brennblasen und Eichenfässer. Mit den Sorten Ballantine’s Finest, Ballantine’s 12 Year Old und Ballantine’s Pure Malt erzielt Ballantine’s heute einen Gesamtabsatz von über 50 Mio. Liter (2012)[1] und gilt als eine der bekanntesten Scotch Whisky-Marken der Welt.

Blending[Bearbeiten]

Verantwortlich für die Qualität des Ballantine’s Sortiments sind die Master-Blender, von denen es in der 180-jährigen Geschichte der schottischen Whisky-Marke erst fünf gab. Ihre Aufgabe besteht darin, die von George Ballantine im Jahre 1827 begründete Tradition zu bewahren und sicherzustellen, dass der Charakter eines Ballantine’s einem gleichbleibenden Qualitätsstandard entspricht. Das besondere Mischverhältnis der einzelnen Whiskys, die in die Blends von Ballantine's einfließen, wird als Geheimnis bewahrt und von jedem Master-Blender an seinen Nachfolger weitergegeben. Für die Herstellung von Ballantine’s werden Malt und Grain Whiskys aus vier Whiskyregionen Schottlands – den Islands, den Highlands, Speyside und den Lowlands – ausgewählt.

Ballantine’s Finest[Bearbeiten]

Ballantine’s Finest ist im Niedrigpreissegment angesiedelt. Zur Gewährleistung eines gleichbleibenden, satten Farbtons wird diesem Whisky der Farbstoff (Zuckerkulör) zugesetzt. Dieser Zusatz ist vor allem bei Experten wegen seiner Geschmacksbeeinträchtigung verpönt.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Charles MacLean (Hrsg.): Whisky. World Guide, Regions, Distillers, Malts, Blends, Tasting Notes. Dorling Kindersley, London et al. 2008, ISBN 978-0-7566-3349-3.
  • Walter Schobert: Das Whiskylexikon. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/M. 2003, ISBN 978-3-596-15868-3

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Millionaires Club 2013 Drinks International, abgerufen am 12. Juni 2013
  2. Interview mit Michael Jackson, Consultant Editor von Whiskey Magazine, der die Geschmacksnoten von Whisk(e)ys beschreibt