Bally (Schuhhersteller)

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Bally war ein 1851 von Carl Franz Bally in Schönenwerd gegründeter Schweizer Schuhhersteller. Das Unternehmen stellte Damen- und Herrenschuhe sowie -accessoires her. Die internationale Luxus-Marke Bally, als Hersteller von Schuhen, Bekleidung und Accessoires, besteht bis heute.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Gründung und weltweite Expansion

1851 wurde von Carl Franz Bally und seinem Bruder Fritz Bally die Schuhfabrik «Bally & Co.» gegründet. Diese ging aus dem vom Vater übernommenen Betrieb, einer Gummiband- und Hosenträger-Fabrik hervor. Fritz schied bereits 1854 aus dem Betrieb aus, woraufhin das Unternehmen in C.F. Bally Co. umfirmiert wurde und Filialen in Bern, Basel und Zürich eröffnete.

1860 beschäftigte Bally bereits mehr als 500 Arbeiter. Nach einem weiteren Jahrzehnt expandierte das Unternehmen auch ausserhalb der Schweiz, mit Niederlassungen in Buenos Aires, Montevideo und Paris. Bally-Schuhe wurden dank hervorragender Materialien, Qualität und Verarbeitung zu Luxus-Produkten.

Carl Franz Bally starb 1899 und das Unternehmen wurde von seinen Söhnen weitergeführt. Zu diesem Zeitpunkt wurden jährlich ca. 2 Mio Paar Schuhe produziert und in zahlreichen europäischen Ländern sowie Nord- und Südamerika verkauft. 1907 erfolgte der Gang an die Börse, die Familie Bally behielt jedoch die Stimmenmehrheit. Das zusätzliche Kapital erlaubte eine massive Expansion; 1916 beschäftigte das Unternehmen mehr als 7000 Personen.

Bally überstand die Weltwirtschaftskrise und den Zweiten Weltkrieg. In der Nachkriegszeit expandierte das Unternehmen und etablierte sich erfolgreich im weltweiten Markt. 1976 wurden Bekleidung, Handtaschen und andere Lederaccessoires ins Sortiment aufgenommen.

[Bearbeiten] Schwere Zeiten, Verkauf und Neubeginn

1977 zog sich die Bally-Familie aus dem Unternehmen zurück. Der Rüstungskonzern Oerlikon-Bührle übernahm 1977 die Aktienmehrheit. Es folgten harte Zeiten, denn das Unternehmen wurde zunehmend durch Billigimporte aus Entwicklungsländern bedrängt, die den Weltmarkt überschwemmten. Missmanagement, unkluge Lizenzvergaben und zwangsläufige Qualitätsverminderungen in den 1980ern schadeten dem Ansehen der Marke Bally gewaltig. Aufgrund der dezentralen Organisationsstruktur der Bally International AG hatte Bally je nach Land völlig unterschiedliche, uneinheitliche Profile. Tausende Angestellte mussten in den rezessionsgeprägten Jahren ab 1990 entlassen und zahlreiche Fabriken geschlossen werden, darunter das Stammhaus in Schönenwerd.[1]

Oerlikon-Bührle verkaufte seine Anteile 1999 an die US-Investmentgesellschaft Texas Pacific Group (TPG). TPG restrukturierte den Betrieb, änderte das Distributionskonzept, repositionierte die Marke erfolgreich im Luxus-Segment und setze den Italiener und ehemaligen Gucci-Manager Marco Franchini als CEO ein.[2][3][4] Man konzentrierte sich wieder auf das Kerngeschäft Schuhe und seit 2004 schrieb das Unternehmen wieder schwarze Zahlen.[5]

[Bearbeiten] Bally heute

Derzeit befindet sich der Hauptsitz des Unternehmens in Caslano (Kanton Tessin). Im April 2008 wurde das Unternehmen für geschätzte € 370 Mio. erneut weiterverkauft.[6] Die neue Besitzerin, die 2007 in Wien gegründete Labelux Group GmbH, gehört der deutschen Familienholding Johann A. Benckiser.[7][8]

Bally unterhält global ca. 250 Filialen - in Deutschland in Berlin, Düsseldorf, Bremen, Frankfurt am Main, Stuttgart und München - zudem 72 Duty-Free Niederlassungen an internationalen Flughäfen und zahlreiche unabhängige Geschäftspartner weltweit.[9][10] Seit Februar 2007 ist der US-Amerikaner Brian Atwood, zuvor Designer bei Versace und Designer seines eignen Schuh-Labels, Kreativ-Direktor bei Bally.[11][12]

[Bearbeiten] Bally in der Populärkultur

In den späten 1980ern erreichten Bally-Schuhe unter Rappern einen Kultstatus. Bekannte Vertreter der Szene erwähnten Bally in ihren Songs, darunter Jay-Z und Slick Rick. Letzterer rappte 1985 in «The Show/La Di Da Di» folgenden Satz: «Put on the Bally shoes and the fly green socks». Bally-Schuhe sind eine Ikone der Old School-Szene.[13]

[Bearbeiten] Quellen

  1. Der Ladenhüter, manager-magazin.de, 1.September 1999
  2. Bally: Kleiner und feiner, bilanz.ch, 20.September 2005
  3. Neuer Besitzer für Bally: Texas Pacific verkauft Traditionsfirma an Labelux, handelszeitung.ch, 23.April 2008
  4. Luxuriöser Auftritt, bilanz.ch, 22.März 2005
  5. Bally Schuhe laufen wieder, morgenpost.de, 13.Oktober 2007
  6. Benckiser: von Calgon bis Bally, manager-magazin.de, 11.August 2008
  7. Finanzinvestor veräußert Bally-Schuhe, ft.de, 23.April 2008
  8. Benckiser: von Calgon bis Bally, manager-magazin.de, 11.August 2008
  9. Bally in österreichischer Hand, regiolive.ch, zuletzt aufgerufen: 15.August 2008
  10. Bally Schuhe laufen wieder, morgenpost.de, 13.Oktober 2007
  11. Bally & Brian Atwood: Helvetisch-amerikanische Zusammenkünfte, subwasief.de, 28.April 2008
  12. Bally’s Fashion Turn, dnrnews.com, 25.Juni 2007 (englisch)
  13. Bally: In Hiphop-Kreisen gern getragen, 20min.ch, 17.Januar 2008

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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