Balthasar von Daller

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Balthasar von Daller (um 1900)
Foto um 1910
Sterbebildchen 1911

Balthasar Ritter von Daller (* 22. Januar 1835 in Gasteig bei Niklasreuth, Bezirksamt Miesbach; † 3. März 1911 in Freising) war ein bayerischer katholischer Geistlicher, Lehrer und Abgeordneter.

Werdegang[Bearbeiten]

Daller besuchte in Rosenheim und Freising das Gymnasium und studierte im Anschluss Philosophie und Theologie an der Universität München. Am 5. Juni 1860 empfing er die Priesterweihe und promovierte 1861 mit der preisgekrönten Schrift Der Irrtum als Ehehindernis.

Ab 1862 unterrichtete er am kgl. Gymnasium in Freising als Religionsprofessor und kam 1864 als Professor in den Bereichen Kirchenrecht und Kirchengeschichte an das Freisinger Lyzeum, dessen Leitung er als Rektor 1886 übernahm.

Als Nachfolger des ausgetretenen Franz Xaver Schmid rückte er am 14. Februar 1871 für die Patriotenpartei in die Kammer der Abgeordneten des Bayerischen Landtags nach und wurde dort 1891 zum Vorsitzenden der parlamentarischen Vertretung des bayerischen Katholizismus gewählt. Nach den Wahlen 1905 und 1907 stand er dem Landtag als Alterspräsident vor. Er gehörte ihm bis zu seinem Tod im März 1911 an.

Von 1872 bis 1899 war er daneben Mitglied und II. Vorstand des Gemeindekollegiums in Freising. Er publizierte zahlreiche Aufsätze in theologischen Zeitschriften.

Daller erhielt 1891 das Ritterkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone, verbunden mit dem persönlichen Adelstitel. Außerdem war er Inhaber des bayerischen Verdienstordens vom Hl. Michael III. Klasse und trug das Kreuz des Ludwigsordens.

Varia[Bearbeiten]

Auch Ludwig Thoma greift die Person Dallers in seinen satirischen Werken über den bayerischen Landtagsabgeordneten Filser auf. In dem Buch „Jozef Filsers Briefwexel“ (Zweiter Band, 1912) heißt es unter anderem:

"Indem Du beim Milidär gewesen bist, mus ich es Dier erkleren, das es nicht blos beim Milidär eine Diszaplien gibt sontern auch bei inserner Bardei (=Partei). Der Gäneral isd der gleine Schuhlmeisder Orderer (= Georg von Orterer), wo man es zwahr nichd klaubt, bald man ien mit seine krumben Bäckerhaksen anschaugt, haber er isd sär scharrf. Dan kohmen die Oberscht, was lauder geischtlinge Härren sind und Du kenzt si schon, der Bichler (= Dompropst Franz Seraph von Pichler), der Daller (= Balthasar von Daller) und der Schedler (= Franz Xaver Schädler). Dan kohmen Hauptleute und Leidnand, wo auch wider lauder Geischtlinge sind."

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]