Baltic 2

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f2

Offshore-Windpark „EnBW Baltic 2“

BW

Lage
Offshore-Windpark „EnBW Baltic 2“ (Mecklenburg-Vorpommern)
Offshore-Windpark „EnBW Baltic 2“
Koordinaten 54° 58′ 24″ N, 13° 10′ 40″ O54.97333333333313.177777777778Koordinaten: 54° 58′ 24″ N, 13° 10′ 40″ O
Land Deutschland
Gewässer Ostsee
Daten
Primärenergie Windenergie
Leistung 288 MW (elektrisch)
Typ Offshore-Windpark
Eigentümer EnBW Energie Baden-Württemberg
Betreiber EnBW Baltic 2 GmbH & Co. KG
Betriebsaufnahme Frühjahr 2015 (geplant)
Turbine 80 × Siemens SWT-3.6-120
Stand 2014

Der Windpark EnBW Baltic 2 (ehemals Kriegers Flak) ist ein in Bau befindlicher Offshore-Windpark in der deutschen AWZ der Ostsee, an der Grenze zur dänischen und zur schwedischen AWZ, 32 km nördlich der Insel Rügen. Im Jahr 2014 werden noch die 80 Windkraftanlagen auf die Fundamente gestellt. Der Offshore-Windpark nimmt eine Fläche von 27 km² ein. Das geplante Regelarbeitsvermögen liegt bei 1,2 Milliarden kWh.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Projekt wurde 2001 unter dem Namen „Kriegers Flak“ von der Offshore Ostsee Wind AG gestartet. Nach Bestehen der Umweltverträglichkeitsprüfung genehmigte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am 6. April 2005 das Vorhaben[2][3].

Seit der vollständigen Übernahme der Anteile der Offshore Ostsee Wind AG im Mai 2008 realisiert das Energieversorgungsunternehmen EnBW Energie Baden-Württemberg den Windpark EnBW Baltic 2[4]. 2010 wurden sämtliche Großaufträge für das Projekt vergeben. Baubeginn für den Windpark sollte 2012 sein[5], musste jedoch auf Sommer 2013 verlegt werden.

Aufgrund schwierigen Baugrundes verzögerte sich der Aufbau der Fundamente.[6] Im August 2013 wurde mit der Installation der Fundamente begonnen. Seit Sommer 2014 werden die 80 Windenergieanlagen (WEA) errichtet. Die Inbetriebnahme des Offshore-Windparks ist nun für das Frühjahr 2015 vorgesehen.[7]

In der „Windpower Offshore Base Mukran“ im Fährhafen Sassnitz werden die in Dänemark produzierten Bauteile für die Windenergieanlagen gelagert, montiert und anschließend zum Baufeld transportiert.[1] Um die 500 bis 930 Tonnen schweren Fundamente zusammenzusetzen und zu verladen, erfolgen von hier aus die Vorarbeiten. Der Fährhafen Sassnitz (Mukran) ist der Basishafen, allerdings kommen die Bauteile und Schiffe, die vom Bau betroffen sind[8], auch aus anderen Häfen wie z.B. Rostock.

Technischer Aufbau[Bearbeiten]

Der zweite deutsche Offshore-Windpark in der Ostsee, neben dem bereits in Betrieb befindlichen Windpark EnBW Baltic 1, entsteht 32 Kilometer nördlich der Insel Rügen auf einer Fläche von 27 km², bei Wassertiefen von 23–44 m. Vorgesehen ist die Errichtung und der Betrieb von 80 einzelnen Windenergieanlagen (WEA) mit einer Gesamtleistung von 288 MW[9]. Die hierfür vorgesehenen Windturbinen Siemens SWT-3.6-120 haben eine installierte Leistung von je 3,6 MW, eine Nabenhöhe von 78,25 m über dem Wasser, sowie einen Rotordurchmesser von 120 m.[10] Die Rotorfläche jeder einzelnen Anlage beträgt rund 11.000 m².[11]

Fundamente[Bearbeiten]

Die einzelnen Fundamente mussten den unterschiedlichen Wassertiefen (23–44 m) angepasst werden. Je nach Wassertiefe werden bis 35 m Monopiles eingesetzt, ab 35 m kommen dreibeinige Jackets zum Einsatz. Die Gründungspfähle der Jackets und die Monopiles wurden mit einer Ramme von einem Spezialschiff aus im Meeresboden verankert.

Die Monopiles wurden mit Hilfe der „Svanen“, einer fast 100 m hohen Installationsplattform, bis zu 36 m in den Meeresgrund gerammt. Auf die Monopiles wurden anschließend Verbindungselemente für die Türme installiert, die so genannten Transition Pieces. Diese wurden mit den Monopiles durch Spezialzement fest verbunden[12]. Von der HubinselGoliath“ (einer Installationsplattform) wurden die Gründungspfähle der Jackets im Meeresgrund verankert. Eine Ramme brachte dabei die Pfähle bis zu 55 m tief in den Meeresboden[13]. Die weiteren Pfähle wurden von Rostock aus zum Baufeld gebracht.[14] In einem zweiten Arbeitsgang wurden die Jackets auf die Pfähle gesetzt.

Windenergieanlagen[Bearbeiten]

Auf die gesetzten Fundamente werden im Jahr 2014 die Windenergieanlagen (WEA) montiert. Diese wurden an verschiedenen Standorten in Dänemark hergestellt und auf dem Seeweg zum Basishafen Sassnitz-Mukran gebracht. Dort wurden die Stahltürme, die eigentlichen Windturbinen (sog. Gondeln) und die Rotorblätter bereits zwei bis drei Monate vor Installationsbeginn vormontiert und gelagert[8][15].

Anschließend werden die Komponenten mit mehreren Fahrten durch das InstallationsschiffVidar“ zum Baufeld gebracht und dort installiert. Um die großen Gewichte zu heben steht das Schiff mit seinen Beinen fest auf dem Meeresgrund und stemmt sich rund 10–15 m über den Meeresspiegel empor[8]. Die 256 t schweren und rund 66 m hohen Stahltürme werden mit einem Kran auf die Fundamente aufgesetzt und verschraubt. Danach werden die rund 150 t schweren Gondeln mit dem Generator und dem Getriebe montiert, zuletzt werden die einzelnen Rotorblätter eingesetzt[8].

Innerpark-Verkabelung[Bearbeiten]

Das interne Verkabelung des Windparks (von den einzelnen WEA zur Umspannplattform im Windpark) ist rund 85 km lang. Die dazu erforderlichen Kabel wurden aus Norwegen direkt zum Baufeld transportiert. Über diese 11,9 bzw. 14 cm dicken Seekabel wird nicht nur der Strom transportiert, auch die Informationen und Daten zwischen den Anlagen und der Leitwarte in Barhöft werden über hochsensible Lichtwellenleiter ausgetauscht, die in die Kabel eingebunden sind[8].

Umspannplattform und Netzanschluss[Bearbeiten]

Zur Vermeidung von zu großen Übertragungsverlusten wird die Spannung auf der (Ende September 2014[16] im Gebiet des Windparks installierten) Umspannplattform von 33 kV auf 150 kV transformiert. Das so genannte Exportkabel transportiert den Strom von hier über den Standort der Umspannplattform im bereits bestehenden Windpark EnBW Baltic 1 zum Umspannwerk Bentwisch an Land. Hier wird die Spannung von 150 kV auf 380 kV hoch transformiert und von der 50Hertz Transmission GmbH in das deutsche Verbundnetz eingespeist[8]. 2014 finden die Kabelverlegearbeiten statt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b http://www.enbw.com/unternehmen/konzern/energieerzeugung/neubau-und-projekte/enbw-baltic-2/index.html
  2. http://www.wpd.de/de/presse/pressearchiv/singleansicht/forschungsschiff-fuer-offshore-windpark-in-der-ostsee/8dca054cd1de7eb76f4c3ddf7df364bf.html
  3. http://oecos.com/projekte/planungsprojekte/umweltvertraeglichkeitsuntersuchung-fuer-offshore-windparks/kriegers-flak/
  4. http://www.enbw.com/content/de/presse/pressemitteilungen/2008/05/20080513_mc/index.jsp
  5. http://www.enbw.com/content/de/presse/pressemitteilungen/2010/08/PM_20100830_baltic2_cu_mw01/index.jsp;jsessionid=76AB8D5C865E89A3D6174408613248EE.nbw05
  6. Bau von „Baltic 2“ verzögert sich. In: Täglicher Hafenbericht vom 1. Oktober 2012, S. 4, ISSN 2190-8753
  7. „Baltic 2“ ab Frühjahr 2015 klar. In: Täglicher Hafenbericht vom 28. August 2014, S. 4
  8. a b c d e f http://www.enbw.com/unternehmen/konzern/energieerzeugung/neubau-und-projekte/enbw-baltic-2/technik.html
  9. http://www.ofw-online.de/projekte/baltic2.html
  10. http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article7982227/Siemens-liefert-80-Windraeder-fuer-Offshore-Projekt-Baltic-2.html
  11. http://www.enbw.com/content/de/windkraft_offshore/baltic2/bau/windkraftanlagen_und_errichtung/index.jsp
  12. http://www.enbw.com/media/konzern/docs/energieerzeugung/enbw-flyer-baltic-2.pdf
  13. http://www.enbw.com/media/konzern/docs/energieerzeugung/flyer_windpark_enbwbaltic2_20130813_fl_enbw_baltic2_6s_lay9_1.pdf
  14. Offshore: Bau von Windpark „Baltic 2“ kann beginnen. In: Täglicher Hafenbericht vom 14. August 2013, S. 16
  15. Frank Binder: Umschlagstart von Großkomponenten · Anlieferungen auf dem Seeweg von Dänemark nach Sassnitz-Mukran für die Windenergieanlagen „EnBW Baltic 2“. In: Täglicher Hafenbericht vom 5. Juni 2014, S. 4
  16. Frank Binder: Plattform im Zielgebiet. In: Täglicher Hafenbericht vom 30. September 2014, S. 4