Baltic Ace

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Baltic Ace
Baltic Ace 2007-09-09 (2).jpg
p1
Schiffsdaten
Flagge BahamasBahamas (Handelsflagge) Bahamas
Schiffstyp Autotransporter (PCTC)
Rufzeichen C6WE8[1]
Heimathafen Nassau
Eigner Baltic Highway Limited[1]
Bauwerft Stocznia Gdynia, (Gdingen, Polen)
Baunummer 8245/5[1]
Kiellegung 26. Februar 2007[1]
Stapellauf 3. Juni 2007[1]
Verbleib Am 5. Dezember 2012 nach Kollision in der Nordsee gesunken.
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
148,0[1] m (Lüa)
134,0 m (Lpp)
Breite 25,03 m
Tiefgang max. 7,9 m
Vermessung 23.498 BRZ / 7.050 NRZ[1]
 
Besatzung 20[2] 24 (bei der letzten Fahrt)
Maschine
Maschine 1 × Dieselmotor (MAN-B&W 7S46MC-C)[1]
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
9.170 kW (12.468 PS)
Geschwindigkeit max. 18,9 kn (35 km/h)
Propeller 1 × Festpropeller
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 7.787 tdw
Fahrzeugkapazität 2132[3] PKW
Sonstiges
Klassifizierungen

Det Norske Veritas

Registrier-
nummern

IMO-Nr. 9386213[1]

Die Baltic Ace war ein unter der Flagge der Bahamas fahrender Autotransporter (PCTC: Pure Car/Truck Carrier). Das 2007 in Dienst gestellte Schiff sank am 5. Dezember 2012 nach einer Kollision in der Nordsee.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Ende 2005 bestellte Schiff wurde 2007 unter der Baunummer 8245/5 auf der Werft Stocznia Gdynia im polnischen Gdynia gebaut. Die Kiellegung fand am 26. Februar, der Stapellauf am 3. Juni 2007 statt. Die Fertigstellung des Schiffes erfolgte am 11. Juli 2007. Das Schiff war das fünfte einer aus sechs Einheiten bestehenden Serie: Elbe Highway, Thames Highway, Danube Highway, Seine Highway und Nordic Ace, die zwischen 2005 und 2007 auf der polnischen Werft gebaut wurde.

Reeder des Schiffes war Baltic Highway Limited, bereedert wurde es von Stamco Ship Management Company in Piräus. Betrieben wurde das Schiff von Euro Marine Logistics (EML), einem Joint-Venture zwischen der japanischen Mitsui O.S.K. Lines und der norwegischen Höegh Autoliners. Euro Marine Logistics setzte das Schiff für den Transport von Fahrzeugen und anderen Ro/Ro-Ladungen in Europa ein. Zum Zeitpunkt der Kollision fuhr das Schiff in Charter des norwegischen Unternehmens United European Car Carriers (UECC).[4]

Untergang nach Kollision[Bearbeiten]

Am 5. Dezember 2012 kollidierte die Baltic Ace gegen 19:15 Uhr mit dem auf Zypern registrierten Feederschiff Corvus J etwa 65 Seemeilen vor der niederländischen Provinz Zeeland. Das Schiff befand sich mit 1417 fabrikneuen Fahrzeugen der Marke Mitsubishi auf dem Weg von Zeebrügge in Belgien nach Kotka in Finnland.[4] Nach der Kollision meldete die Baltic Ace Wassereinbruch und sank innerhalb kürzester Zeit. Das Containerschiff war beschädigt worden, aber nicht vom Untergang bedroht und half noch bei der Rettungsaktion.[5]

Rettungsaktion[Bearbeiten]

Von der 24-köpfigen Besatzung konnten elf mit Helikoptern aus Rettungsinseln abgeborgen werden, die erst gegen 22 Uhr gefunden wurden. Zwei Personen wurden von Schiffen aufgenommen. Elf Besatzungsmitglieder des Schiffes kamen bei dem Unglück ums Leben.[6]

Die Rettungskräfte setzten Infrarotkameras ein, um Überlebende zu finden. Der niederländische Verteidigungsminister erklärte, zwei Schiffe der niederländischen Marine würden die Suche zunächst fortsetzen, während die Helikopter bei dem am Unglücksort herrschenden starken Wind Schwierigkeiten hätten.[7] Ende der Woche wurde die Suche nach Überlebenden eingestellt.[6]

Technische Daten und Ausstattung[Bearbeiten]

Heckansicht der Baltic Ace

Das Schiff wurde von einem langsamlaufenden Siebenzylinder Zweitakt-Kreuzkopf-Dieselmotor des Typs MAN-B&W 46MC-C mit einer Leistung von 9170 kW angetrieben.[8] Es verfügte über jeweils eine Querstrahlsteueranlage im Bug und im Heck.

Für die Stromversorgung standen drei Generatoren des Herstellers Daihatsu Diesel sowie ein Notgenerator zur Verfügung.

Für den Ladungsumschlag waren zwei Heckrampen vorhanden. Eine der Rampen ließ sich direkt nach achtern öffnen. Sie war 19 Meter lang und 6 Meter breit. Die andere Rampe ließ sich seitlich in Richtung der Steuerbordseite öffnen. Sie war 27,5 Meter lang und 6 Meter breit. Die Rampen konnten mit maximal 70 t belastet werden.

Die maximale Höhe der Ladedecks betrug 4,8 Meter.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Det Norske Veritas: Technische und administrative Daten der "Baltic Ace". Abgerufen am 7. Dezember 2012.
  2. Baltic Ace (englisch)
  3. Baltic Ace, Stamco Ship Management Co. Ltd.
  4. a b Incident involving Baltic Ace - Dec 5th 2012, United European Car Carriers (UECC)
  5. Car-Carrier „Baltic Ace“ sank in 15 Minuten. In: Täglicher Hafenbericht vom 7. Dezember 2012, S. 1 u. 13
  6. a b Havarist „Baltic Ace“ mit bis zu 60 Millionen Dollar versichert, Täglicher Hafenbericht vom 8. Dezember 2012, abgerufen am 8. Dezember 2012
  7. 4 dead, 7 missing after Dutch cargo ship sinks, CBS News, 5. Dezember 2012.
  8. Werner Goes, scheepvaartwest.be: Technische Daten der "Baltic Ace". Abgerufen am 7. Dezember 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Baltic Ace – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien