Baltika (Brauerei)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Baltika
Baltika-Logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1990
Sitz Sankt Petersburg, Russland
Leitung Isaak Scheps[1]
Mitarbeiter ca. 11.000
Umsatz 1,96 Mrd. EUR (2010)
Branche Brauerei
Website eng.baltika.ru

Baltika (russisch Балтика (пивоваренная компания)/ Baltika (piwowarennaja kompanija)) ist die größte Brauereigruppe in der Russischen Föderation. Sie wurde 1990 in Leningrad (Sankt Petersburg) gegründet und hat sich schnell zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Stadt entwickelt.

Unternehmen[Bearbeiten]

Ursprünglich war Baltika ein Joint-Venture der finnischen Getränkefirma Hartwall und deren norwegischem Partner Orkla. Baltika nahm 1990 die Produktion auf. Mehrheitsaktionär des Unternehmens ist heute die Baltic Beverages Holding (BBH), diese wiederum gehört der dänischen Carlsberg-Brauerei. Braustätten befinden sich in

Diese produzierten 2005 zusammen 22,7 Millionen Hektoliter Bier unter den Markenbezeichnungen Baltika, Arsenalnoje und Leningradskoje. Baltika-Biere werden in 38 Ländern vermarktet. Hauptabsatzmarkt bleibt Russland und die GUS-Staaten. In Tula besitzt Baltika eine Malzfabrik.

Baltika hatte 2006 einen Umsatz von 1,49 Milliarden Euro und erwirtschaftete einen Gewinn vor Steuern von 260 Millionen Euro.

Baltika fusionierte Ende 2006 mit den Firmen “Wena”, “Pikra” und “Jarpiwo”. Seitdem verfügt Baltika über 10 Brauereien und 4 Mälzereien in 9 russischen Regionen und beschäftigt mehr als 11.000 Mitarbeiter.

Im Jahr 2007 hatte Baltika in Russland einen Marktanteil von 37,6%.

Die Baltika Aktiengesellschaft wird von der KPMG beraten.[2]

Präsident der Baltika Aktiengesellschaft ist seit Dezember 2011 Isaak Scheps. Der gebürtige Rumäne jüdischer Herkunft ist somit der Nachfolger von Anton Olegowitsch Artjomow, der die Gesellschaft von Mai 2005 bis Dezember 2011 leitete.

Produkte[Bearbeiten]

Regal mit einer Auswahl an Bieren von Baltika (von links nach rechts):
Dosen (oberes Regal): Baltika 0, Baltika 7, Baltika 5, Baltika 9, Baltika Cooler, Baltika 3
Flaschen (mittleres Regal): Baltika Cooler, Baltika 0, Baltika 7, Baltika 3, Baltika 9
Flaschen (unteres Regal): Baltika 5, Baltika 6, Baltika 4, Baltika 8, Baltika 3, Baltika 9

Die meisten Biersorten von Baltika werden durch Nummern unterschieden (Auswahl):

  • Baltika 0 Besalkogolnoje (Alkoholfreies) ist ein alkoholfreies Bier, gebraut aus leichtem Gerstenmalz
  • Baltika 1 Ljogkoje (Leichtes) ist ein Light-Bier mit nur 39 kcal pro 100 ml und einem Alkoholgehalt von nicht mehr als 4,4 Volumenprozent (wird in Russland nicht mehr vertrieben, sondern nach Finnland exportiert; in Russland durch Baltika Lite ersetzt)
  • Baltika 2 Ossoboje (Besonderes) ist ein helles Lagerbier, gebraut aus hellem Gerstenmalz, Reis und „ausgewählten Hopfenarten“ (min. 4,7 % Alkoholgehalt); bis Mitte 2010 hieß Baltika 2 Swetloje '(Helles)
  • Baltika 3 Klassitscheskoje (Klassisches) ist ein helles Lagerbier mit 4,8 % Alkoholgehalt
  • Baltika 4 Originalnoje (Originales) ist ein 5,6-prozentiges bernsteinfarbenes Lagerbier, gebraut aus dunklem Gerstenmalz und Roggenmalz
  • Baltika 5 Solotoje (Goldenes) ist ein Lagerbier, gebraut aus hellem Malz
  • Baltika 6 Porter ist ein untergäriges 7-prozentiges dunkles Bier, das die Brauerei als „nach traditionellen englischen Rezepten gebrautes Porter“ vertreibt
  • Baltika 7 Eksportnoje (Export) ist ein helles Lagerbier
  • Baltika 8 Pschenitschnoje (Weizen) ist ein ungefiltertes Weizenbier
  • Baltika 9 Krepkoje (Starkes) ist ein starkes Lagerbier mit 8,0 %
  • Baltika Kuler (Cooler) ist ein helles Bier mit leichtem Geschmack, das an Baltika 5 angelehnt ist. Der Alkoholgehalt beträgt nicht weniger als 4,7 Volumenprozent
  • Baltika Kuler Laim (Cooler Lime) ist Baltika Cooler mit Limettengeschmack
  • Baltika 20 Jubileinoje (Jubiläumsbier) ist das Bier, das seit Juni 2010 anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Baltika-Brauerei hergestellt wird
  • Baltika Rasliwnoje ist ein helles Schankbier, das im Jahr 2010 in die Produktpalette aufgenommen wurde
  • Baltika Rasliwnoje Nefiltrowannoje ist ein helles, ungefiltertes Schankbier, das seit 2011 produziert wird

Folgende Biere von Baltika werden nicht mehr produziert und daher nur noch als Sammlerstücke zu finden:

  • Baltika 12 Nowogodneje (Neujahrsbier) war ein Bier, das es früher in den Wintermonaten zu kaufen gab. Es handelte sich um ein halbdunkles Bier mit 5,5 % vol.
  • Baltika Leningradskoje (Leningrader) war ein helles Bier, das im Jahr 2003 anlässlich des 300-jährigen Jubiläums der Stadt Sankt Petersburg hergestellt wurde.
  • Baltika Medowoje Ljogkoje (Leichtes Honigbier) war ein helles, 4,1-prozentiges Bier mit Honiggeschmack, das es nur in 1,5 Liter-PET-Flaschen zu kaufen gab.
  • Baltika Medowoje Krepkoje (Starkes Honigbier) war ein starkes, 7,6-prozentiges Bier mit Honiggeschmack, ebenfalls in 1,5 Liter-PET-Flaschen. Die Honigbiere wurden wegen schlechter Verkaufszahlen aus dem Sortiment entfernt.

Im Sortiment befinden sich darüber hinaus exotische Produkte wie beispielsweise das Kirschbier, das jedoch nicht dem deutschen Reinheitsgebot entspricht.

Die Brauerei Baltika ist bei europäischen Bierwettbewerben immer wieder erfolgreich.

Vertrieb und Herstellung in Deutschland[Bearbeiten]

Baltika ist auch in Deutschland erhältlich und findet sich meist in russischen Supermärkten oder Getränkefachmärkten. Der Sitz der Baltika Deutschland GmbH befindet sich in Hamburg.[3] Seit August 2011 wird die Sorte Baltika 3 auch von der Brauerei Königshof in Krefeld für Baltika Deutschland hergestellt, abgefüllt und von dort im mitteleuropäischen Raum vertrieben.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatИсаак Шепс, Личное дело. In: Коммерсантъ (dt. Kommersant), Nr. 145 (4930). 8. August 2012, abgerufen am 19.12.2012 (russisch).
  2. http://corporate.baltika.ru/m/2521/
  3. http://corporate.baltika.ru/corpstruct/104/136/
  4. Made in Königshof: Russisches Bier für die halbe Welt in der Westdeutschen Zeitung vom 12. Juli 2012

Weblinks[Bearbeiten]