Balve

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Dieser Artikel behandelt die deutsche Stadt; zur gleichnamigen Person siehe Josef Balve.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Balve
Balve
Deutschlandkarte, Position der Stadt Balve hervorgehoben
51.3302777777787.8641666666667250Koordinaten: 51° 20′ N, 7° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Märkischer Kreis
Höhe: 250 m ü. NHN
Fläche: 74,81 km²
Einwohner: 11.476 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 153 Einwohner je km²
Postleitzahl: 58802
Vorwahl: 02375
Kfz-Kennzeichen: MK
Gemeindeschlüssel: 05 9 62 008
Stadtgliederung: sieben Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Widukindplatz 1
58802 Balve
Webpräsenz: www.balve.de
Bürgermeister: Hubertus Mühling (CDU)
Lage der Stadt Balve im Märkischen Kreis
Dortmund Ennepe-Ruhr-Kreis Hagen Hochsauerlandkreis Kreis Olpe Kreis Soest Kreis Unna Oberbergischer Kreis Altena Balve Halver Hemer Herscheid Iserlohn Kierspe Lüdenscheid Meinerzhagen Menden (Sauerland) Nachrodt-Wiblingwerde Neuenrade Plettenberg Schalksmühle WerdohlKarte
Über dieses Bild
Balve 2007, Stadtzentrum
Balve - Pfingsten 2014, vom Wachtloh aus gesehen
Alte Hönnebrücke in Volkringhausen

Balve ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen. Sie liegt im Hönnetal, einem Flusstal im Sauerland. Über viele Jahrhunderte war die Stadt eine Grenzfestung des kurkölnischen Sauerlandes. Ihr Wahlspruch „Säu faste ärre Balve“ (so fest wie Balve) ist Ausdruck ihrer Wehrhaftigkeit und stammt aus der Zeit der Truchsessischen Krieges. Stadtpatron ist der Evangelist und Apostel Johannes.

Politisch ist Balve dem Regierungsbezirk Arnsberg zugeordnet und gehört zum Märkischen Kreis und zur Region Südwestfalen. Bekannt ist der Ort vor allem durch die Balver Höhle, die zu den wichtigsten Fundplätzen der Mittleren Altsteinzeit zählt und zugleich als größte „Kulturhöhle“ Europas (= prähistorische Siedlungsstätte) gilt. Sie wird heute für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Der alte Teil der Balver Pfarrkirche gilt als bedeutendes Beispiel romanischer Hallenkirchen in Westfalen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Naturpark Homert inmitten bewaldeter Höhen unweit des Sorpesees, einer der Talsperren im Hochsauerlandkreis. Der Höhenzug Iserlohner Höhe im Nordwesten grenzt an die Stadtgebiete von Hemer, Menden, Iserlohn, Neuenrade, Sundern und Arnsberg. Nach Osten wird das Stadtgebiet durch den Hochsauerlandkreis begrenzt. Nach Westen führen die Verkehrsverbindungen nach Neuenrade und Werdohl. Die Hönne fließt auf 13,2 km Länge durch das Stadtgebiet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Iserlohn/Hemer Menden Arnsberg
Stephanopel/Altena Windrose Sundern
Werdohl Neuenrade Allendorf

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Balve gliedert sich in die sieben Ortsteile:

  1. den um Helle erweiterten Stadtkern von Balve
  2. Beckum einschließlich Geflügelhof Brinkmann und Wocklum
  3. Eisborn mit Grübeck, Haustadt, Horst, Klusensteiner Mühle und Mailinde
  4. Garbeck inklusive Frühlinghausen, Höveringhausen und Leveringhausen
  5. Langenholthausen mit Benkamp, Kesberg und Dieken
  6. Mellen und Melscheder Mühle sowie
  7. Volkringhausen, erweitert um Binolen und Sanssouci.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten]

Balve wurde 946 als Ballova, 980 als Ballava erwähnt. Der Name wandelte sich über Ballevan (1010) und Baleve (1196) zu Balve, dem heutigen Namen, der 1348 erstmals genannt wird.[3] Das Wort „Balve“ bzw. „Palve“ ist möglicherweise (wenn man den Informationen aus dem 19. Jahrhundert glauben darf) abgeleitet vom althochdeutschen oder keltischen Wort „Balma“. Das keltische „*balƒkon“ ist ein (Mauer-)Vorsprung. Im Mittelhochdeutschen hat es die Bedeutung von „Hervorragende Felsenwand“, „Überhängende Felswand“ oder auch „Hohler Felsen“.[4][5]

„Ballova“ wird in der isländischen Handschrift A der Thidrekssaga erwähnt. Nach dieser Sage sollen dort zwei „Zwerge“ in einem Berg dieses Namens als Schmiede gearbeitet haben.[6] Der Name des Schwertes von Siegfried in der Nibelungensage war übrigens „Balmunc“ bzw. „Balmung“.

Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Die Spuren früheren Lebens in der Region um Balve reichen weit zurück, so stießen Einheimische im Jahr 2002 auf Überreste von insgesamt acht identifizierten Spezies der Dinosaurier, die sämtlich in die Kreidezeit datiert werden können. Wissenschaftler schätzen das Alter der Knochen auf 140 Millionen Jahre.

Balver Höhle um 1900 (handkoloriert)

Älteste menschliche Siedlungsspuren aus der Umgebung Balves stammen aus der Altsteinzeit. In der Balver Höhle feierten bereits in der frühen Weichsel-Eiszeit zur Zeit der Neandertaler vor 100.000 bis 40.000 Jahren Jägergruppen, die im Hönnetal eiszeitliche Großsäuger, wie vor allem das Mammut jagten.

Auch in der Jüngeren Altsteinzeit wurden die Balver Höhle und auch andere Höhlen im Hönnetal, wie die Volkringhauser Höhle vor dem Hochglazial der Weichsel-Eiszeit, vor rund 35.000 bis 30.000 Jahren, von Jägergruppen des Aurignacien und Gravettien aufgesucht. Hier gehörten Mammuts, Wildpferde, Wollnashörner und Rentiere zu den beliebten Jagdzielen.

In der späten Weichsel-Eiszeit vor rund 12.000 Jahren waren es spezialisierte Rentierjäger, die in Balve ihre Lager aufschlugen. Im Holozän bewohnten Jäger und Sammler der Mittelsteinzeit die Höhlen um Balve. Sie errichteten auch auf den Flussterrassen der Hönne ihre Lager. In der Umgebung von Balve fanden sich in Höhlen und auf den Flussterrassen der Hönne Belege für eine Besiedlung in der Jungsteinzeit.

Altertum[Bearbeiten]

Hinweise auf germanische Besiedlung des Balver Raums lassen sich in alten Flurbezeichnungen (heute zum Teil Straßenbezeichnungen), wie „Zum Thing“, finden. Außerdem wurden in den letzten Jahren die Grundmauern eines alten germanischen Einzelhofs aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. in Garbeck freigelegt. Dieses Haus, erbaut an der höchsten Stelle im Areal des Hofes über der Hönne, stand in Ost-West-Richtung und verfügte über eine große Halle mit 17 m Länge und sechs Metern Breite, nur wenige Pfosten konnten noch mit Sicherheit erkannt werden. Von den Eingängen oder der inneren Aufteilung sind leider keine Spuren mehr vorhanden. Ein typischer Gegenstand der Garbecker Grabung, der die Befunde für das frühe 1. Jahrhundert festschreibt, ist die Situla, ein pokalähnliches Gefäß.

Mitarbeiter des Westfälischen Museums für Archäologie fanden bei dieser Grabung bedeutende Beweise für die Handelsbeziehungen zwischen den Germanen, die von den Archäologen als „Rhein-Weser-Germanen“ bezeichnet werden und im 1. Jahrhundert vermutlich zum Stamm der Sugambrer oder Marser gehörten, und den Römern. Durch römische Umsiedlungspolitik und die einsetzende Völkerwanderung ist ab dem 1. Jahrhundert bis zur sächsischen Landnahme im gesamten rechtsrheinischen Gebiet keine stabile Bevölkerungssituation vorhanden. Ab dem 4. Jahrhundert drängte der Stamm der Brukterer, der im 1. Jahrhundert zwischen Ems und Lippe wohnte, in das Ruhrtal; ob er Balve erreichte oder von den linksrheinischen Franken zurückgedrängt wurde, steht nicht fest. Die sächsische Landnahme im Balver Raum geschah etwa ab dem 7. Jahrhundert durch den neu gebildeten Teilstamm der Westfalen, welcher auch die früher häufig zitierten Cherusker umfasste und dessen Name im 8. Jahrhundert erstmals auftauchte.

Mittelalter[Bearbeiten]

Der Ort Balve hat sich im frühen Mittelalter aus drei Höfen (Oberhof bei der Kirche, Niederhof an der Hönne und Salhof/Selhof neben der Höhle) entwickelt. Die Olle Borg bei Wocklum stammt wahrscheinlich nicht aus karolingischer sondern erst aus ottonischer Zeit.

Die vermutlich älteste schriftliche Erwähnung Balves stammt aus der Vita Liudgeri III, Buch II, Kapitel 31. Nach der Legende wurde im Jahr 864 ein blindes Mädchen aus Balve („de villa quae Ballova“) am Grab des Liudger in der Krypta des Klosters Werden sehend.[7]

Im Jahr 890 bat Bischof Wigbert von Verden auf der Synode zu Forchheim Kaiser Arnulf, ihm unter anderem Güter zu 'Ballava', die er bisher als königliches Lehen besaß, als Eigentum zu überlassen.[8]

Balve war ursprünglich eine Tochterkirche von Menden. Sie war eine Eigenkirche des genannten Oberhofes, der dem Rittergut Brünninghausen gehörte und der damit das Kirchenpatronat besaß.[9] Die älteste Erwähnung der Pfarrei Balve erfolgte 1196. Sie umfasste neben Balve die Orte Wocklum, Beckum, Langenholthausen, Mellen und Volckinghausen.[10]

Im Jahr 1202 wurde in einer Urkunde ein „Albertus de Balleve“ genannt.[11] 1329 ist vom „Dorp te Balve“ die Rede.[12]

1368 kam der Ort durch den Kauf der Grafschaft Arnsberg durch die Kölner Erzbischöfe für die nächsten Jahrhunderte zum territorialen Bestand des Herzogtums Westfalen. Für die weitere Entwicklung spielte die Grenzlage zur Grafschaft Mark eine wichtige Rolle. 1430 verlieh Erzbischof Dietrich von Moers dem Ort die Stadtrechte.[13] Hiermit verbunden waren Marktprivilegien, eine eingeschränkte Gerichtsbarkeit und vor allem eine weitreichende kommunale Autonomie. Die Urkunde zur Verleihung der Stadtrechte ist vor wenigen Jahren abhandengekommen, ihr Text[14] ist allerdings durch Abschriften überliefert. Bürger der Stadt Balve hatten wie in anderen Städten des Herzogtums Westfalen üblich einen „Bürgereid“ abzulegen. Hierüber gibt ein aus 17. Jahrhundert überliefertes Dokument Zeugnis.[15]

Am 24. September 1480 bestätigte Erzbischof Hermann IV. von Köln die städtischen Privilegien.[16] Für 1482 ist erstmals namentlich ein Bürgermeister überliefert.[17]

Neuzeit[Bearbeiten]

Balve 1645–historischer Kartenausschnitt aus Westphalia Ducatus, Blaeu

Hexenprozesse[Bearbeiten]

Massenhinrichtung von angeblichen Hexen 1587
Hexenstele (2006)

Ein Zentrum der Hexenverfolgung im Herzogtum Westfalen war Balve. Hier wurden nachweislich zwischen 1592 und 1666 mehrere Hundert Menschen als Zauberer und Hexen verurteilt und ermordet. Allein zwischen 1628 und 1630 wurden fast 300 Menschen getötet. Diese Massenvernichtung war das Werk eines besonders üblen Hexenjägers, der vor allem im Westen und Südwesten des Herzogtums wütete und dem 500 und mehr Menschen zum Opfer fielen. Es war der Lizentiat Kaspar Reinhard (1596–1669), der so viel Angst und Schrecken verbreitete, dass auf ihn 1630 in Balve ein Attentat verübt wurde, als er mit Honoratioren der Stadt zu Abendessen saß. Er selbst wurde nur verletzt; der Gerichtsschreiber und ein Diener starben. Drei der Attentäter wurden gefasst und hingerichtet.[18]

Auf dem Galgenberg oberhalb des Wachtloh brannten die Scheiterhaufen. Man schätzt, dass etwa jeder 20. Einwohner aus dem Amt Balve wegen Hexerei hingerichtet wurde. Von vielen kennt man die Namen. Darunter sind ein Heinrich Balke zu Beckum, Rentmeister auf Schloss Melschede, Jörg Schulte aus Mellen, Kutscher und Baumeister des Drosten, der drei Wochen nach seiner Hochzeit umgebracht wurde, sowie die Frau eines Bürgermeisters.

Im Gedenken an die Hexenverfolgung ließ die Balver Heimwacht im Jahr 2006 eine sogenannte Hexenstele nicht weit von der Stelle errichten, an der die Opfer zu Tode gebracht wurden. Der Text lautet: „Hier starben durch Schwert, Feuer und Galgen zirka 300 Frauen und Männer aus dem Balver Land im Hexenwahn im 16. bis 17. Jahrhundert.“ Die Betonstele hat eine Höhe von 2,50 Meter und befindet sich am Galgenberg.[19]

Stadtbrände[Bearbeiten]

Bürgereid Balve (1644, Abschrift von 1681)

Zahlreiche Stadtbrände zwischen 1584 und 1789 zerstörten immer wieder große Teile der Stadt. Zur schnellen Verbreitung des Feuers trug die Bauart (Strohdächer) und die enge Bebauung der Häuser innerhalb des Festungsgevierts bei. Beim Brand von 1789 wurden von 85 Häusern 64 zerstört. Danach wurde die Stadtmauer abgetragen und die Häuser mit größeren Abständen zueinander neu aufgebaut. Die Steine aus der Mauer wurden zum Wiederaufbau verwendet. Die Ausdehnung der Stadt erfolgte in Richtung Mühlenkamp, da die anderen Flächen Gärten und Wiesen von guter Qualität enthielten. Der Stadtplan wurde von dem Landvermesser Gipperich entworfen. Festgelegt war, dass jeweils nur zwei Häuser unmittelbar aneinander gebaut werden durften, dann erfolgte ein Zwischenraum von 40 Fuß. Ein Jahrzehnt später wurde die breite und gerade Magistrale durch die Mitte des Ortes angelegt.[20]

Mausoleum des Landdrosten Henneke-Schüngel (1704)

Im Siebenjährigen Krieg wurde Balve zehn Tage lang von den Franzosen besetzt, die am 24. Juni 1761 auf dem Kirchhof eine Feldbäckerei und eine Metzgerei anlegten. Dazu wurde die 2,5 m hohe Kirchhofsmauer „aus dem Grund gebrochen“, die Kirchenbänke aus der Kirche gerissen, das Mehlmagazin in die Kirche verlegt und zahlreiche Bäume gefällt.[21]

Von 1802 bis 1816 war Balve Teil der Landgrafschaft (später Großherzogtum) Hessen-Darmstadt. 1816 gelangte Balve an Preußen. Von 1819 bis 1832 gehörte Balve zum Kreis Iserlohn, danach bis 1975 zum Kreis Arnsberg.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Vom 2. bis 4. September 1922 fand in Balve die erste Tagung des Sauerländer Heimatbundes statt. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die Festspiele Balver Höhle ins Leben gerufen. 1930 wurde die 500-Jahr-Feier zum Bestehen der Stadt (und historisch unbegründet gleichzeitig eine 1000-Jahr-Feier zum Bestehen des Ortes) begangen. Ab 1933 wurden ortsansässige Vereine und Gruppierungen wie andernorts auch der Kontrolle der nationalsozialistischen Diktatur unterworfen. Der einzige in Balve wohnende Mitbürger jüdischer Abstammung wurde 1943 nach Theresienstadt deportiert.

In den letzten Kriegsjahren wurde in den Steinbrüchen der RWK im Hönnetal das Rüstungsprojekt Schwalbe I der Organisation Todt mit mindestens 10.000 Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen betrieben, von denen viele Hunderte starben.[22]

1975 wurde das alte Amt Balve aufgelöst und zu großen Teilen in die erweiterte Stadt Balve eingemeindet. Gleichzeitig wurde die Stadt zum Märkischen Kreis überführt.

Am 18. und 19. Januar 2007 wurde auch Balve von einer Naturkatastrophe, dem Orkan Kyrill, heimgesucht. Dabei wurden die Wälder um Balve, insbesondere der Balver Wald, zu großen Teilen verwüstet. Besonders in den Höhenlagen blieb kaum ein Baum stehen. Menschen kamen in Balve nicht zu Schaden. Das Erscheinungsbild der Landschaft um Balve hat sich durch den Orkan grundlegend verändert.

Religionen[Bearbeiten]

Der Kirchpark an der St.-Blasius-Pfarrkirche

Die Christianisierung erfolgte zur Zeit Karls des Großen über die Urpfarrei Menden. In Balve ist auch heute noch wie im überwiegenden Teil des ehemals kurkölnischen Sauerlandes die Mehrheit der Bevölkerung katholischer Konfession. In den letzten Jahrzehnten kam es zu Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur durch Zuzug von Arbeitnehmern, die in Balve selber und auch in den benachbarten Städten Arbeit fanden, was zu einer erheblichen Veränderung zugunsten anderer Konfessionen und Religionen führte. Ende 2007 hatte Balve 8.165 katholische und 2.473 evangelische Einwohner. 1.803 gehörten einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an.[23] Es gibt die Mimar Sinan Moschee der DITIB.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Mit der kommunalen Neugliederung, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat, wurden das Amt Balve aufgelöst und die dazugehörigen Orte mit Ausnahme von Affeln, Altenaffeln und Blintrop zur Stadt Balve zusammengefasst. Die übrigen drei Ortschaften kamen an die Stadt Neuenrade. Die erweiterte Stadt Balve wurde ein Teil des neugegründeten Märkischen Kreises.[24] Gegen diese Neuordnung gab es mit Hinblick auf die alte Bindung an das ehemalige Herzogtum Westfalen und den früheren Kreis Arnsberg Widerstand von Bürgern.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1650 500 [25] ¹
1700 550 [25] ¹
1750 600 [25] ¹
1818 648 [25]
1867 1203 [25]
1871 1147
1895 1216
1905 1124
1914 1313 [25]
1925 1166
1933 1535
1939 1913 [25]
1946 2803 [25]
1950 2965 [25]
Jahr/Datum Einwohner Quelle
6. Juni 1961 3.297 [24]
1964 3.538 [25]
27. Mai 1970 3.876 [24]
30. Juni 1974 4.252 [26]
31. Dezember 1977 10.356 [27]
31. Dezember 1982 10.823 [27]
31. Dezember 1987 11.196 [27]
1988 11.196
1990 11.416
31. Dezember 1992 11.781 [27]
1995 11.967 [28]
31. Dezember 1997 12.027 [27]
2000 12.119 [29]
31. Dezember 2002 12.230 [27]
Jahr/Datum Einwohner Quelle
31. Dezember 2004 12.220 [27]
31. Dezember 2005 12.162 [29]
30. Juni 2006 12.142 [30]
31. Dezember 2006 12.132 [30]
30. Juni 2007 12.161 [30]
31. Dezember 2007 12.078 [27]
31. Dezember 2008 12.095 [27]
31. Dezember 2009 11.985 [27]
31. Dezember 2010 11.955 [27]
31. Dezember 2011 11.803 [27]
31. Dezember 2012 11.566

¹ geschätzt

Der Neubau des alten Balver Rathauses (Stadtkapelle) von 1950. Das Glockenspiel wurde von Theodor Pröpper gestaltet, der auch das „Balver Lied“ komponierte („Du alte Stadt im grünen Tal…“).

Soweit nicht anders angegeben, enthält die Tabelle die Einwohnerzahlen inklusive der Gemeinden. Die Zahlen von 1650 bis 1750 sind geschätzt.[31]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[32]
Wahlbeteiligung: 59,5 % (2004: 59,4 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
61,8 %
25,9 %
11,2 %
1,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+2,3 %p
+3,7 %p
-7,1 %p
+1,0 %p
Vikarie St. Nikolai (1627)

Die Kommunalwahl am 20. August 2009 führte zu folgender Verteilung der 32 Sitze im Stadtrat:

  • CDU: 20 Sitze (+1)
  • UWG: 8 Sitze (+1)
  • SPD: 4 Sitze (–2)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Das Amt des Bürgermeisters gab es seit Erhebung zur Stadt im Jahr 1430. Nach Abschaffung der kommunalen Selbstverwaltung zu Beginn des 19. Jahrhunderts war zunächst ein Schultheiß das Stadtoberhaupt. Ab dem 20. Jahrhundert gibt es wieder Bürgermeister.

Ehrenamtlich[Bearbeiten]

  • 1935–1945 Anton Romberg
  • 1945–1946 Ernst Brüggemann
  • 1946–1947 Wilhelm Hertin (CDU)
  • 1947–1956 Hermann Hering (CDU)
  • 1956–1958 Karl Streiter (CDU)
  • 1958–1961 Josef Lenze (CDU)
  • 1961–1964 Paul Stüeken (BWG)
  • 1964–1975 Josef Lenze (CDU)
  • 1975–1989 Paul Lübke (CDU)
  • 1989–1992 Johannes Waltermann (CDU)
  • 1992–1999 Franz Kolossa (CDU)

Hauptamtlich[Bearbeiten]

  • 1999–2004 Manfred Rotermund (CDU)
  • seit 2004 Hubertus Mühling (CDU)

Wappen[Bearbeiten]

Stadtwappen der Stadt Balve

Blasonierung[Bearbeiten]

Gespalten von Silber (Weiß) und Blau, vorn ein halbes schwarzes durchgehendes Kreuz, hinten ein halber silberner golden (gelb) bewehrter Adler.[2]

Beschreibung[Bearbeiten]

Damit vereint die Stadt die Wappen der Grafschaft Arnsberg (Weißer Adler nach rechts blickend auf Blau) und des Erzbistums Köln (Schwarzes Kreuz auf Weiß) in sich. Das Wappen verleiht somit der Stadtgeschichte Ausdruck und wurde am 24. Juni 1911 erstmals verliehen. Die Siegel der Stadt zeigen die Symbole bereits seit Jahrhunderten: Das älteste bekannte Siegel ist von 1462.

Nach der kommunalen Neuordnung im Jahr 1975, die mit einem Bruch der historisch gewachsenen Strukturen zum früheren Kreis Arnsberg einherging und auf starke Widerstände stieß, musste das Ortsrecht neu gefasst und damit auch das Wappen neu genehmigt werden. Dies geschah am 6. Februar 1976 anhand eines Entwurfes des Vorsitzenden des Kulturausschusses der Stadt Balve, Werner Ahrens. Die historische Nähe zum früheren Kurköln wird durch die Wappensymbole belegt, die sich von anderen Stadtwappen im Märkischen Kreises deutlich abheben.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Eine Beziehung zwischen den Niederlanden und Frankreich wird über den Austausch mit den Partnerstädten von Balve gepflegt. Mit der niederländischen Gemeinde Heerde unterhält die Stadt Balve seit 1978, mit der französischen Gemeinde Roussay seit 1986 freundschaftliche Beziehungen im Rahmen einer Städtepartnerschaft. Regelmäßig besuchen sich Abordnungen der Kommunen, aber auch der Vereine und tauschen ihre Erfahrungen aus. Eine Städtefreundschaft besteht seit einigen Jahren mit Bad Muskau.[33]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kulturpflege ist überwiegend privaten Initiativen überlassen, die so das Bild von Balve prägen. Sakrale Bauten, technische Denkmäler und die Balver Höhlen zeugen von der kulturhistorischen Bedeutung der „Kulturstadt Balve“.

Neben der Balver Höhle und der Aula des Schulzentrums am Krumpaul als aktuelle Spielorte gibt es seit einigen Jahren in Binolen einen sogenannten Kulturbahnhof, der von einem Förderverein unterstützt wird. Auch die verschiedenen katholischen und die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde stellen ihre Räumlichkeiten für kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung.

In den zum Balver Land gehörenden Ortsteilen stehen großräumige Schützenhallen für den Kulturbetrieb bereit. Außerdem stellt der Reiterverein Balve e. V. sein Gelände für Open Air Veranstaltungen zur Verfügung.

Der bedeutendste Kulturverein sind heute die Festspiele Balver Höhle.

Ehemalige Kulturstätten in Balve[Bearbeiten]

Traditionsreiche Kulturstätten in Balve werden heute nicht mehr genutzt oder sind durch Nutzungsänderungen nicht mehr zu ihrem ursprünglichen Zweck einzusetzen. Generationen von Balvern waren diese Räumlichkeiten als Treffpunkt wichtig (Haus Kohne, großer Saal der Gastwirtschaft Allhoff, Habbels Saal in Langenholthausen).

Museen und Galerien[Bearbeiten]

Museum für Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Museum für Vor- und Frühgeschichte

In einem Nebengebäude der Luisenhütte, der sogenannten alten Schreinerei, wurde im Jahr 2006 das neue „Museum für Vor- und Frühgeschichte“ eingeweiht. Es enthält die Exponate des früheren Balver Heimatmuseums, welches vor allem aus der „Heimatsammlung“ entstand, die auf der Burg Altena aufbewahrt und im Jahr 1927 nach Balve zurückgeholt wurde. Das Museum wurde in einem freigewordenen Schulraum im alten Rathaus an der Hauptstraße eingerichtet und von 1927 bis 1953 vom Balver Josef Pütter geleitet.

Nach dem gegen bürgerschaftliche Widerstände durchgesetzten Abriss des Rathauses an der Hauptstraße wurden die Exponate im Dachraum der alten Volksschule aufbewahrt und von Rektor Alfred Koch verwaltet. Nach dem Abriss der Volksschule wurden sie übergangsweise im neuen Rathaus ausgestellt.

Das Museum enthält unter anderem das Skelett eines Höhlenbären, einen Mammutzahn aus Grabungen im Bereich der Balver Höhle und einen in Tropfstein eingebetteten Menschenschädel aus der Karhofhöhle.

Dorfmuseum[Bearbeiten]

Das Dorfmuseum in Mellen zeigt das bäuerliche Leben im Wandel der Zeit.

Galerien[Bearbeiten]

In der Hauptstraße betreibt eine Künstlergemeinschaft Kunstwerkstatt, Atelier und Galerie namens Piçáta. Dort finden regelmäßig Ausstellungen, insbesondere von heimischen Malern, statt.

In der Gransauer Mühle befanden sich zeitweilig die Ausstellungs- und Arbeitsräume einer weiteren aus heimischen Künstlern bestehenden Gruppe.

Musik[Bearbeiten]

Die Stadt Balve verfügt über ein reiches Musikleben.[34]

Männerchor Balve im Jahr 1974 zu seinem 100-jährigen Bestehen

Der größte Gesangsverein ist der Männerchor Balve. Der "Gemischtstimmige Chor Balve" trifft sich unter der Leitung von G. Brücker im evangelischen Gemeindehaus. Auch in den anderen Ortsteilen wird aktiv im Verein gesungen. Auch Chöre, die nicht als Verein organisiert sind, beteiligen sich aktiv am musikalischen Leben der Stadt. So können Interessierte zwischen Kinder- und Jugend-, Frauen-, Männer- und gemischten Chören wählen.

Der größte Musikverein ist der Musikverein Balve. Auch in den anderen Ortsteilen wird aktiv im Verein musiziert. Auch diese Vereine bieten Musikerziehung an. Einen besonderen Weg geht der Musikverein Beckum, der in der Schule bereits mit Bläserklassen arbeitet.

Es findet in der Balver Höhle regelmäßig das Konzert eines Sinfonieorchesters statt.

Die Heimwacht veranstaltet gelegentlich Konzertabende. Ein Konzert mit heimischen Chören und Musikgruppen findet regelmäßig in der Vorweihnachtszeit in der Pfarrkirche St. Blasius statt. Musikalische Vorträge werden einmal im Jahr durch die Dritte-Welt-Gruppe Balve veranstaltet.

Darstellende Kunst[Bearbeiten]

Die Festspiele Balver Höhle führen in der Balver Höhle regelmäßig Kindertheater auf. Eine eigene Theatergruppe betreibt ebenfalls die Kolpingsfamilie Balve, die ihre Stücke im Pfarrheim der katholischen Kirchengemeinde St. Blasius aufführt, und die KFD in Mellen.

Die auf Balver Stadtgebiet seit Jahrzehnten etablierte Tanzgruppe ist die Ballettgruppe des TV Sauerlandia Garbeck. Auch in den Räumen der katholischen Pfarrgemeinde St. Blasius wird für Interessenten Jazztanz angeboten.

Die Kolpingsfamilie Balve und die St. Sebastian Schützenbruderschaft veranstalten Kabarettabende.

Bauwerke und Kulturdenkmale[Bearbeiten]

Historisches Stadtbild[Bearbeiten]

Altes Balver Ensemble nahe der Pfarrkirche

Balve weist viele historisch wertvolle Gebäude auf. Regional typische, liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser prägen das Stadtbild. Die fast viereckige Stadtanlage war mit Mauern und Gräben befestigt. Sie hatte an den vier Ecken Türme sowie zwei Tore: Die niedere („Wasserpforte“) im Norden, die obere („Kirchpforte“) im Süden. Nach dem Brand von 1789 erfolgte der Wiederaufbau unter Begradigung des Straßennetzes. Die Stadt wurde über die schon vorher verfallenen Befestigungen hinaus nach Westen („Mühlenkamp“) und Osten („Schweinemarkt“) erweitert.[35]

Ein großer Teil der unter Schutz gestellten Baudenkmäler konnte nach den Zerstörungen der 1950er- bis 1970er-Jahre (Abriss des alten Rathauses, der Gaststätte Bathe („Sumpf“), der alten Hönnebrücke, etc.) durch bürgerschaftliches Engagement gerettet werden (Alte Vikarie, Drostenhaus,[36] Alte Gerichtsstraße 9 und 10, „Haus Koch“, zuletzt das Küsterhaus an der katholischen Kirche[37][38])

Altes Post- und Telegrafenamt[Bearbeiten]

Altes Post- und Telegrafenamt in Balve. Abriss in Vorbereitung

Trotz dieser denkmalschützerischen Erfolge existieren aktuelle Pläne, die erheblich in das historische Stadtbild eingreifen werden. So steht der Abriss des Hauses Hauptstraße 33 im Jahr 2011 kurz bevor (Quelle: Mündliche Mitteilung der unteren Denkmalbehörde).

Das alte Post- und Telegrafenamt ist ein gleichmäßig proportionierter Fachwerkbau mit ortstypischem Walmdach, und stellt ein bedeutendes Element im Ensemble der oberen Hauptstraße dar (vgl. die historische Darstellung). Das Fachwerkhaus steht nicht unter Denkmalschutz (vgl. Liste der Baudenkmäler). Bei der Unterschutzstellung des überwiegenden Teils der originalen Bausubstanz nach 1984 (Gebäude, die nach dem großen Stadtbrand im Jahr 1789 an der stark verbreiterten Hauptstraße errichtet wurden) wurde es als nicht hinreichend schutzwürdig eingestuft. Somit musste keine Genehmigung des Denkmalamtes für den anstehenden Abriss eingeholt werden.

Eine nachträgliche Unterschutzstellung des historischen Gebäudes durch die untere Denkmalbehörde wäre jederzeit möglich, ist aber bislang nicht erfolgt.[39]

Katholische Pfarrkirche[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Blasius

Das herausragendste Gebäude ist die romanische Teil der Pfarrkirche der Gemeinde St. Blasius, die zu einer der bedeutendsten westfälischen Hallenkirchen gehört. Die heutige Pfarrkirche besteht aus zwei Teilen, der von Westen nach Osten gerichteten sogenannten Alten Kirche und dem Erweiterungsbau von 1910, der unter Dechant Franz Amecke errichtet wurde. Die Gebeine von Franz Amecke sind in der Seitenkapelle begraben. Die Entstehungszeit des Turmes wird um 1480 angenommen. (Radiokohlenstoffdatierung, Universität Köln, November 2006)

In der St. Blasius Pfarrkirche befindet sich ein Epitaph des Herrmann von Hatzfeldt.

Der Entwurf des Erweiterungsbaus mit Oktogonkuppel wurde nach Norden ausgerichtet. Als Vorbild kann hier der Aachener Dom gelten. Architekt war Professor Joseph Buchkremer Dombaumeister aus Aachen. Von einigen Einheimischen wird die Kirche als „Dom des Sauerlandes“ bezeichnet, ähnlich wie die Einwohner von Attendorn ihre Pfarrkirche St. Johannes Baptist (Attendorn) gerne „Sauerländer Dom“ nennen.

Auf dem Husenberg steht die Pius IX. geweihte Pius-Kapelle, eingesegnet im Jahr 1877 durch Vikar Christoph Adrian, auf dessen Initiative der Bau der Kapelle zurückgeht.

Drostenhaus[Bearbeiten]

Das Drostenhaus in Balve (1600)

Das sogenannte Drostenhaus wurde vom Landdrosten Hermann von Hatzfeld geplant, konnte aber erst nach seinem Unfalltod im Jahr 1600 verwirklicht werden. Im 8./10. Jahrhundert stand hier der Niederhof, der sich im Besitz eines sächsischen Edelmannes befand. Von diesem Anwesen aus wurde die Kernstadt Balve besiedelt.

Das Haus beherbergt heute ein Restaurant, eine Gaststätte, eine Massagepraxis sowie die Probenräume des Balver Männerchores.

Schloss Wocklum[Bearbeiten]

Schloss Wocklum

Das auf ein Lehen des Bernd von Düngelen zurückgehende Schloss Wocklum im Orlebachtal, ein Wasserschloss im Weiler Wocklum, ist heute durch seine Reitanlage international bekannt. Ursprünglich handelt es sich um einen sächsischen Haupthof, der sich im frühen Mittelalter zum adligen Rittersitz wandelte. Im Jahr 1659 erwarben die Herren von Bockenförde das Wocklumer Anwesen. Im gleichen Jahr gelangten die Besitztümer durch Daniel Dietrich von Landsberg zu Erwitte in die Hände der Familie von Landsberg. Jedes Jahr findet dort das Reitturnier Balve Optimum und die Ausstellung „Landpartie“ statt.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Balver Höhle[Bearbeiten]

Eine besondere Attraktion ist die Balver Höhle, in der bis zu 2000 Menschen Platz finden. Sie ist archäologisch bedeutsam und durch die Schützenfeste und andere kulturelle Veranstaltungen als „Kulturhöhle“ über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden, die seit über 160 Jahren in der Höhle stattfinden.

Reckenhöhle[Bearbeiten]

Die Reckenhöhle ist eine Tropfsteinhöhle im Weiler Binolen.

Parks[Bearbeiten]

Einen Park gibt es zwischen der Pfarrkirche St. Blasius und dem katholischen Kindergarten. Ein weiterer Park mit Kneipp-Treteanlage findet sich im Balver Ortsteil Mellen. Auch im Balver Ortsteil Garbeck hat man rund um das Kriegerehrenmal einen Park angelegt.

Natur- und Denkmalschutz[Bearbeiten]

Bedeutende Natur- und Kulturdenkmäler der Stadt Balve konnten durch Bürgersinn und Widerstand gegen Abriss- und Neuordnungspläne erhalten werden und stehen heute unter Denkmal- bzw. Naturschutz: Die Felsformationen des Hönnetals, die Balver Höhle, die Klause bei der Höhle, die alte Vikarie („Altentagesstätte“), Häuser in der alten Gerichtsstraße (Altes Gericht, Lohgerberhaus), Haus Willmes, Haus Liese, das Drostenhaus, zuletzt das Küsterhaus an der Kirche. Nicht vor dem Abriss zu retten waren das Stadtbild prägende Objekte wie das alte Rathaus, Gasthaus Bathe („Sumpf“), die alte Balver Volksschule und die charakteristische Hönnebrücke am Eingang der Hauptstraße.

In der Folge wurden vielfältige private und öffentliche Initiativen und Beiträge zum Denkmalschutz und zur Erhaltung des Stadtbildes geleistet. Beispielhaft sind die Leistungen der Stadt Balve, des Märkischen Kreises und der Kirchengemeinde St. Blasius. Beispiele: Die Restaurierung der alten Pastorat, des „Mausoleums“, der „alten Mädchenschule“, des Agatha-Bildstocks, des Hoffmeister-Pröpper-Brunnens und weiterer bedeutender historischer Objekte. Die Restaurierung und Erhaltung vieler dieser Objekte gelang nur mit Hilfe privater Spenden in erheblichem Umfang (jüngste Beispiele: Die Restaurierung des Hoffmeister-Pröpper-Brunnens und Rettung des Agatha-Bildstocks durch die Heimwacht). Der Kirchturm der Pfarrkirche wurde im Jahr 2010 vollständig restauriert und vor dem Verfall gesichert.

Einzelne Bäume (Solitärpflanzen) stehen in Balve nicht unter Naturschutz. So wurde die 200-jährige Linde am Kirchplatz (neben dem Agatha-Bildstock) am 2. Juli 2006 wegen angeblicher Windbruchgefahr gefällt. Weitere Fällungen am Kirchplatz folgten (Zitat in der Presse[40]: „Vielleicht ist es doch das germanische Blut in unseren Adern, denn unsere Vorfahren erkannten in bestimmten Bäumen die Sitzorte ihrer Gottheiten. Die Romantik nahm das beherzt auf und brachte alles in eine gefühlige Seelenwelt“).

Folgende Gebiete sind im Bereich der Stadt Balve unter Naturschutz gestellt:

Bollenberg MK-017
Buchenwald am Löhen südlich von Eisborn MK-036
Burgberg Wocklum östlich von Balve MK-038
Hönnetal MK-021
Orlebachtal östlich von Wocklum MK-037
Maibaum am Widukindplatz am Rathaus – Sitz der Stadtverwaltung

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Schützenfest (jährlich) Die Balver sind im Kreisschützenbund Arnsberg e. V. organisiert
  • Weihnachtsmarkt mit Krippenspiel am zweiten Adventssonntag (jährlich)
  • Stadtfest (alle zwei Jahre)
  • Mixery Cave (jährlich)
  • Weinfest (alle zwei Jahre)
  • Internationales Reitturnier Balve Optimum

Früher kannte Balve vier Markttage: Den Agatha-Markt, den Mittsommer-Markt, den Michaeli-Markt und den Andreas-Markt. Die nächstgelegenen Städte mit einem Wochenmarkt sind Menden und Sundern.

Fachwerkhaus (1790)
Eine Kapelle in Balve, dem Hl. Simon Petrus geweiht

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Balve war durch sein Bier, das Balver Lüll, und seine Brezeln (auch Krengel genannt) bekannt. Außerdem herrschte eine rege Branntweinproduktion. Um 1830 gab es drei Weinschenken, 13 Branntweinschenken und zehn Wirtshäuser in Balve.

Weiter verfügte Balve über eine eigene Molkerei, deren Quarkproduktion einen guten Ruf hatte. Das Molkereigebäude wurde um 1900 errichtet und überspannte die Hönne. Die über 60-jährige Tradition endete mit dem Zusammenschluss mit der Molkerei Iserlohn im Jahr 1966. In das Gebäude zog die Sparkasse.

Heute werden im Blick auf die traditionellen Backwaren beim alle zwei Jahre stattfindenden Stadtfest zur Eröffnung Brezeln an die Besucher verschenkt. Das berühmte Balver Lüll wird nicht mehr produziert. Den Namen verwendet nun die Iserlohner Brauerei.

Mundart[Bearbeiten]

Wie auch andernorts zu beobachten, wird die heimische Mundart (das Platt kuiern) kaum noch gesprochen. In Balve hat es sich die Balver Heimwacht als örtlicher Heimatverein zur Aufgabe gemacht, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Balve gehört von jeher zum plattdeutschen Sprachraum und aktive Bürger kümmern sich um die Weitergabe dieser Tradition. Die Kinder an den örtlichen Grundschulen werden regelmäßig von Mitgliedern der Balver Heimwacht – hier trat besonders der Balver Albin Köck hervor – in der Pflege des Balver Platt Duitz unterrichtet.

Tourismus und Heimatkultur[Bearbeiten]

Lohgerberhaus, Alte Gerichtsstraße 10. Ehemaliger Sitz der Balver Heimwacht.

Für die touristischen Belange ist in Balve der Verkehrsverein Balve e. V. zuständig. Er steht in der Tradition des Balver Verschönerungsvereins (Gründungsjahr 1912).

Die Pflege der Heimatkultur liegt in der Hand der Balver Heimwacht und der örtlichen Schützenbruderschaften. Auch den Begründern der Festspiele Balver Höhle war die Pflege der Kultur ein Anliegen. Die Balver Heimwacht ist einer der ältesten Heimatvereine im Sauerland und Mitbegründer des Sauerländer Heimatbunds. Ihr Domizil hatte sie über viele Jahre in der Deele des unter Denkmalschutz stehenden Lohgerberhauses von 1798.[41]

Sport[Bearbeiten]

Der größte Sportverein in Balve ist die SG Balve/Garbeck.

Weitere Sportarten, die vor Ort betrieben werden können, sind unter anderen Tennis, Tischtennis, Badminton, Volleyball und Schwimmen.

Balve wird auch als Reitzentrum des Märkischen Kreises bezeichnet. Dies verdankt die Stadt unter anderen dem Einsatz des Dieter Graf Landsberg-Velen, der langjähriger Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) war. Alljährlich wird das internationale Reitturnier Balve Optimum veranstaltet.

Seit 2010 wird in Balve zusätzlich Segwaypolo gespielt. Im Jahr 2011 konnten sich die Balver Mammuts den Europameistertitel erspielen. 2012 kam noch der deutsche Meister und Weltmeistertitel hinzu.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Zur Koordination der wirtschaftlichen Angelegenheiten in Balve wurde in der Region der Verein Wirtschaftsinitiative Nord e. V. gegründet. Zusätzlich gibt es noch die Stadtmarketing GmbH & Co.KG, deren Geschäftsräume in der örtlichen Sparkasse zu finden sind.

Als Vereinigung der Fachhändler vertritt der Balver Fachhandel die Interessen des Einzelhandels.

Industriegeschichte[Bearbeiten]

Luisenhütte nach der Restaurierung
Gransauer Mühle

Mühlen[Bearbeiten]

Auf Balver Stadtgebiet gibt es vier historische Mühlen: die Gransauer, Wocklumer, Klusensteiner und die Melscheder Mühle.

Die Gransauer Mühle ist seit dem Jahr 1850 im Besitz der Familie Stüeken. Erbaut wurde sie um das Jahr 1420 als „Bannmühle“ im Auftrag des Kölner Erzbischofs Dietrich II. von Moers. Im Jahr 1901 erfolgte der Umbau zu einem Stromkraftwerk, das Gleichstrom erzeugte. Balve war damit eine der ersten Städte in der Provinz Westfalen, die elektrischen Strom besaßen. Die erste Straßenlaterne wurde jedoch bereits im Jahr 1827 aufgestellt.

Nach Todesfällen infolge ungesicherter Leitungen wurde die Produktion im Jahr 1960 eingestellt. Seit 1996 ist sie wieder in Betrieb. Die Turbine von 1901 mit 15 kW ist weiterhin im Einsatz.

Luisenhütte Wocklum[Bearbeiten]

Im Weiler Wocklum und im Besitz der Familie der Grafen von Landsberg-Velen ist die Luisenhütte, eine der ältesten Holzkohle-Hochofenanlagen Deutschlands, die 1758 den Betrieb aufnahm, diesen aber bald aufgrund der Konkurrenz aus dem Siegerland schließen musste.[42]

Brauerei[Bearbeiten]

Im Jahr 1865 wurde in Balve eine Brauerei gegründet, die seit dem Jahr 1886 von Hermann Krüdewagen geführt wurde. Im Jahr 1908 übernahm Bernhard Krüdewagen das Unternehmen.[43]

Ziegelei und Kalkwerk[Bearbeiten]

Luftbild von Kalkwerk und Ziegelei Balve aus dem Jahr 1928 (Erstveröffentlichung). Es werden gerade Steine mit der Hand verladen

Produktion von Feldbrandziegeln seit 1880. Um 1903 Bau eines „Zick-Zack-Ofens“. Abriss 1908, Neubau eines kohlebetriebenen Ringofens. Beschaffung der Kohle zunächst mit Pferdefuhrwerken, später mit der neuen Hönnetallinie. 1923 erneute Inbetriebnahme des Kalkofens. Stilllegung der Ziegelei im Jahr 1973 im Zuge der Ölkrise.

Der das Bild der Hönnetalstrasse bestimmende Schornstein der Ziegelei Allhoff und die baufälligen Reste des alten Kalkwerks wurden vor einigen Jahren abgerissen.

Industrie, Handwerk, Dienstleistungen[Bearbeiten]

Kommunales Wirtschaftsgebiet[Bearbeiten]

Balve bildet zusammen mit den Nachbarstädten Hemer, Iserlohn und Menden das Wirtschaftsgebiet „Nördlicher Märkischer Kreis“ (Nordkreis), ein kommunaler Zusammenschluss zur besseren Koordination wirtschaftlicher Angelegenheiten der Region. Ende 2006 gab die Kommunalverwaltung ein sogenanntes Einzelhandelsgutachten in Auftrag, um die Entwicklungsmöglichkeiten der Stadt zu beleuchten.

Gewerbegebiete[Bearbeiten]

Ausgewiesene Gewerbegebiete sind das Gewerbegebiet „Glärbach“ im Stadtteil Balve und die Gewerbegebiete „Braukhaussiepen“ („Braukessiepen“) und „Rötloh“ im Stadtteil Garbeck.

Verkehr[Bearbeiten]

Balve liegt verkehrsgünstig an der Bundesstraße 229 und der Bundesstraße 515. Ein kleiner Flugplatz befindet sich in Küntrop, der nächstgelegene Flughafen ist der Dortmund Airport.

Im öffentlichen Schienenpersonennahverkehr ist Balve über die seit dem 1. April 1912 [44] bestehende Hönnetalbahn[45] erschlossen und mit dieser nordwärts an Menden (Sauerland), Fröndenberg/Ruhr und Unna sowie südwärts an Neuenrade angebunden. Die benachbarten Stationen um Balve sind Sanssouci (Richtung Menden) und Garbeck (Richtung Neuenrade).

Der Busverkehr wird heute überwiegend durch die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) und die Busverkehr Ruhr-Sieg (BRS) sowie den Bürgerbus Balve durchgeführt.

Medien[Bearbeiten]

Für Balve sind zwei Zeitungen mit einem bedeutenden Lokalteil relevant: Westfalenpost und Süderländer Volksfreund. Zusätzlich erscheint einmal monatlich das sogenannte Balver Echo, ein Anzeigenblatt, das kostenlos an die Haushalte verteilt wird. Die Redaktion des Anzeigenblattes „Stadtspiegel“, das ebenfalls in Balve verteilt wird, sitzt in Menden. „Der Bote“ wird aus Lüdenscheid an die Balver Haushalte geliefert.

Über viele Jahrzehnte war die „Hönnezeitung“ als „Bekanntmachungs- und Geschäftsanzeiger für die Städte Balve und Neuenrade“ das maßgebliche Pressemedium der Stadt Balve und der umliegenden Gemeinden. Sie wurde im Jahr 1928 erstmals von der Druckerei Zimmermann aufgelegt und führte auf der Titelseite das Motto: „Keiner Partei, nur dem Gemeinwohl verpflichtet“.

Der lokale Hörfunk für NRW erfolgt in Balve durch Radio MK, dem durch die Landesanstalt für Medien der Sendestandort Nr. 70 Frequenz 94,6 zugewiesen ist.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Behörden[Bearbeiten]

Das Rathaus befindet sich am Widukindplatz 1 und beherbergt auch die Räume der Arbeitsgemeinschaft im Märkischen Kreis und des Verkehrsverein Balve e. V.. Am Ort befinden sich auch verschiedene Außenstellen des Märkischen Kreises.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

  • Arztpraxen: In Balve sind 5 Fachärzte für Allgemeinmedizin in 3 Praxen tätig. Weiter sind eine Gynäkologin sowie ein Augenarzt in eigener Praxis niedergelassen. Am St. Marien Krankenhaus praktizieren 2 niedergelassene fachärztliche Internisten als Belegärzte. Die Versorgung mit Medikamenten wird durch 3 Apotheken gewährleistet.
  • Krankenhaus: Ein Krankenhaus wurde von der Katholischen Hospitalvereinigung im Märkischen Kreis betrieben. Im Januar 2012 wurde bekannt gegeben, dass das Krankenhaus aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden soll.[46] Am 15. Mai 2012 wurde der Klinikbetrieb offiziell eingestellt. Die nächsten Krankenhäuser sind in Menden und Iserlohn (ebenfalls von der katholischen Hospitalvereinigung im Märkischen Kreis betrieben) sowie die Kliniken in Unna, Lüdenscheid und Hagen.

Die rettungsdienstliche Versorgung wird über einen 24 Stunden besetzten Rettungswagen des Kreises sichergestellt. Der Stadtverband des Malteser Hilfsdienstes bietet in Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Fahrern einen Mahlzeitendienst an.

Bildung[Bearbeiten]

Teilansicht Grundschule Balve

Das Schulsystem lässt als höchsten Abschluss die mittlere Reife zu. Für weitere Schulformen finden sich Angebote in der Nachbarstadt Menden und in Sundern.

  • Schulen: Die örtliche Grundschule in der Kernstadt ist die Gemeinschaftsgrundschule St. Johannes Balve. Es gibt weitere Grundschulen in den Ortsteilen Garbeck, Beckum und Langenholthausen. Weiter gibt es in Balve die Städtische Hauptschule (Ganztagsschule) und die Städtische Realschule, die im Jahr 2007 das Gütesiegel Individuelle Förderung der Landesregierung erhielt.
  • Kindergärten: Für die Kinder im Vorschulalter gibt es in Balve die konfessionell gebundenen Kindergärten der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde. Ein Vorkindergarten wird für Kinder ab zwei Jahren kostenpflichtig angeboten. Im Balver Ortsteil Langenholthausen befindet zusätzlich ein Kindergarten in Trägerschaft des DRK.
  • Ergänzungsschulen: Für die Musikerziehung findet sich in Balve eine private Musikschule. Der Tanzunterricht wurde bis zum letzten Jahr von einem privaten Tanzstudio angeboten. Eine Privatinitiative bietet in den Räumen der katholischen Kirchengemeinde Jazztanz für Kinder an. Die nächste städtische Musikschule befindet sich in Menden.
  • Weitere Einrichtungen: Balve verfügt über eine städtische Bücherei, die von einem Förderverein tatkräftig unterstützt wird. Die Bücherei bietet auch unregelmäßig Kleinkunst für Kinder an.

Kirchengemeinden[Bearbeiten]

Römisch-Katholische Kirche[Bearbeiten]

Die katholischen Pfarrgemeinden der Stadt und näheren Umgebung sind im Pastoralverbund „Balve-Hönnetal“ organisiert. Dieser Pastoralverbund entstand durch Zusammenschluss der Pastoralverbünde „Balver Land“ und „Oberes Hönnetal“.[47]

St.-Blasius-Pfarrkirche

Im Einzelnen sind es die Kirchen auf dem Gebiet der Stadt Balve: St. Blasius (Balve), St. Nikolaus (Beckum), St. Antonius (Eisborn), St. Barbara (Mellen), St. Michael (Volkringhausen), Heilige Drei Könige (Garbeck), St. Johannes (Langenholthausen) und auf dem Stadtgebiet von Neuenrade St. Georg (Küntrop), St. Lambertus (Affeln), St. Lucia (Altenaffeln) und St. Agatha (Blintrop). Der Leiter des Pastoralverbundes ist Pfarrer Andreas Schulte.

Weitere Glaubensgemeinschaften in Balve und Umgebung[Bearbeiten]

  • Russisch-Orthodox: Die nächste Kirche befindet sich in Iserlohn.
  • Evangelische Kirchengemeinde Balve: Die Kirche, das Gemeindehaus, sowie das Gemeindebüro der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde befinden sich an der Hönnetalstraße 32 in Balve. Pfarrer ist Christian M. Weber /www.ev-kirche-balve.de/.
  • Neuapostolische Gemeinde: Die zum Bezirk Iserlohn gehörende Kirche befand sich an der Meller Straße 19.[48]
  • Freikirchliche Gemeinde: Die Christusgemeinde befindet sich in der Helle 10[49]
  • Zeugen Jehovas:
  • Islam: Der Türkisch-Islamische Glaubensverein verfügt in Balve über einen eigenen Gebetsraum. Die nächste Moschee befindet sich in Iserlohn.
  • Judentum: Die nächste Synagoge befindet sich in Dortmund.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Stadtbrunnen in der Nähe der Sparkasse
Hoffmeister-Pröpper-Brunnen

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Franz Cramer (1740, † 1796 in Köln), Benediktiner, Professor in Bonn.
  • Hermann Schüler (* 10. August 1840, gest. 8. Juni 1926 in Wiesbaden[50]), Kommerzienrat, jüdischer Kaufmann, gründete 1872 das Bankhaus Hermann Schüler in Bochum. Ob Hermann Schüler die Ehrenbürgerschaft der Stadt Balve verliehen wurde[51], ist nicht gesichert.[52]
  • Franz Anton Höynck (* 1842; † 1920 in Paderborn), Geistlicher und Landesgeschichtsforscher.
  • Josef Grendel SVD (1878-1951), Theologe, 4. Generalsuperior der Steyler Missionare.
  • Franz Lenze (1910–2005), Politiker (CDU), MdB von 1953 bis 1972
  • Christa Biederbick (* 1940) ist eine deutsche Künstlerin.
  • Thomas Pröpper (* 1941), katholischer Dogmatiker und Fundamentaltheologe
  • Franz-Georg Rips (* 1949), Direktor des Deutschen Mieterbundes
  • Kathrin Heinrichs (* 1970 in Langenholthausen) Autorin und Kabarettistin
  • Tobi Schäfer (* 1980), Radiomoderator bei 1 Live

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Elisabeth Allhoff: Die territorialen Beziehungen der Kölner Erzbischöfe zu ihrem kölnisch-westfälischen Hoheitsgebiet bis zur Verleihung des Herzogtums im Jahre 1180. Ein Beitrag zur Geschichte der Landesherrschaft der Erzbischöfe von Köln im Herzogtum Westfalen. Köln 1924.
  •  Rainer Decker: Die Hexenverfolgungen im Herzogtum Westfalen. In: Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens (Hrsg.): Westfälische Zeitschrift. 131/132, 1981/1982, ISSN 0083-9043, S. 339–386 (zu Hexenprozessen unter anderem in Balve).
  • Geschichten aus der alten Zeit, Herausgeber: Arbeitskreis Rumänienhilfe des Kolpingsfamilie Balve, Balve 1995
  •  Theo Bönemann: Balve. In: Heinz Heineberg (Hrsg.): Der Märkische Kreis. Aschendorff, Münster 2005, ISBN 3-402-06274-7 (Städte und Gemeinden in Westfalen, Band 10).
  •  Harald Polenz: Ausgegrabene Geschichte. Auf archäologischer Spurensuche im Hönnetal. Klartext Verlag, Essen 2005, ISBN 3-89861-403-4.
  •  Werner Ahrens: Balve und sein romanisches Erbe. Heimwacht Balve, Balve 2006, ISBN 3-89053-109-1.
  •  Ute Glasmacher: Wer den Vogel schießt – Das Schützenfest in einer sauerländischen Gemeinde. Logos Verlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-8325-1414-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Balve – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Kategorie:Balve – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. a b Hauptsatzung der Stadt
  3. Heinz Ritter-Schaumburg: Die Nibelungen zogen nordwärts. 2. Auflage. Reichl-Verlag Der Leuchter, St. Goar 2002, ISBN 3-87667-129-9. (Anmerkung 14, S. 246)
  4. „Mittelhochdeutsches Wörterbuch zum Handgebrauch“ von Adolf Ziemann, erschienen in Quedlinburg und Leipzig, Druck und Verlag von Gottfr. Basse, 1837.
  5. „Kleineres Altdeutsches Lesebuch nebst Wörterbuch“ von Wilhelm Wackernagel, Druck und Verlag der Schweighauserischen Verlagsbuchhandlung, Basel, 1861–Wörterbuch Seite 19
  6. Heinz Ritter/Schaumburg: Die Didriks-Chronik oder die Svava, Kapitel 56. Der Leuchter – Otto Reichl Verlag St. Goar, 1989
  7. Harald Polenz: „Zur Geschichte des ehemaligen Amtes und der Stadt Balve“, Balve 1980, S. 94.
  8. Höynck in „Blätter zur näheren Kunde Westfalens“, 20. Jg., 1882, S. 4
  9. Albert Hömberg: Kirchliche und weltliche Landesorganisation (Pfarrsystem und Gerichtsverfassung) in den Urpfarrgebieten des südlichen Westfalen, Münster 1967, S. 42.
  10. A. Ludorff: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Arnsberg, Münster 1906, S. 45
  11. „Westfälisches Urkundenbuch VII“
  12. Ludorff S. 45
  13. Carl Haase: Die Entstehung der westfälischen Städte. 4. Auflage, Münster 1984, S. 146.
  14. Seibertz: Urkundenbuch zur Landes- und Rechtsgeschichte von Westfalen, Bd. III, Nr. 928, S. 55–56
  15. Wir N.N.N. geloben und schwören einen äidt zu Gott und seinen leiben heiligen, das wir anhenglich Gottes fruchtig Catholischer religion leben und sterben, unseren guten Churf. und Herren einem(?) hohen thumb Capitull zu Collen als dem rechten Erbherren, auch Bmr. und Rath dießer Statt Balue getrewlich gewertigen und gehorsamb sein wollen, Ihre gesetze, befellich, gbott und verbott auch ordnung stett und vest zu halten, ihren Frommen Ehr und nutz zu beforderen, ihren schaden zu wenden und zu kehren nach unseren besten verstandt undt vermogen und dabey verpflichtet zu sein, ob unheill entstünde, daran dießer statt gelegen, solches einem ehrbaren Rathe anzugeben. Auch alß oft mit unseren Mitburgeren in Streit und irrungh gerathen wurden, daruber kein auslendisches, sonnern Stattsrecht nach gewohnheit und gebrauche zu suchen, solche erstlich burgermeister und Rathe(?) zu klagen und über etliche(?) gebrechen endtscheiden zu laßen. Auch keine anderen schutzherren zu suchen und anzunehmen alß ?? Churf. und ein hohes Thumb-Capitull wie auch burgermeister undt Rath hieselbsten. Unseren Mitburger nit zu unterkaufen noch zu unterwinnen, weniger(?) seine Dienstbotten zu unterneyden(?), es geschehe dann mit seinem Willen. Schließlich nichts anderes handelen, thuen und schaffen, als alleine waß einem frommen burger aigt und gebuhret. So gewiß helfe uns Gott und sein heiliges Evangelium. Dieser von Theodoro Schultz im vorigen protocollo sub dato …bris 1644 extrahirten äidt, muss einem jeden, so der …schafft vehigh zu werden begehert, vorgehalten … forma praestiert werden“.
  16. Codex Juris Municipalis Germaniae, MEDII AEVI, Regesten und Urkunden zur Geschichts- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Band 1, Seiten 105-106, Herausgeber: Dr. Heinrich Gottfried Gengler, Professor der Rechte zu Erlangen, Verlag Ferdinand Enke, Erlangen, 1863
  17. Manfred Wolf: Die Urkunden des Klosters Oelinghausen – Regesten, Fredeburg 1992, S. 272, Nr. 749: Hannes Bruggeman
  18. Rainer Decker: Die Hexenverfolgung im Herzogtum Westfalen, in: Alfred Bruns (Redaktion): Hexen – Gerichtsbarkeit im kurkölnischen Sauerland, Fredeburg 1984, S. 189–218
  19. Werner Ahrens: Für ein düsteres Kapitel in der Balver Geschichte wurde ein sichtbares Zeichen gesetzt. In Zeitschrift des Sauerländer Heimatbundes, Ausgabe Nr. 3, September 2006, S. 146 (PDF; 7,0 MB)
  20. Franz Anton Höynck, „Central-Volksblatt“ Nr. 89 von 1886
  21. Balve – Buch vom Werden und Sein der Stadt. Dr. Hans Menne: Beiträge zur Kulturgeschichte der Pfarrei Balve, S. 228 ff.. Hiernach wurden 42 große Backöfen errichtet, jeder Ofen mit drei Schornsteinen. Der Gottesdienst fand in dieser Zeit im Mausoleum statt, dem sog. „Wocklumer Häuschen“. Die französische Besatzung nahm teil. Auf die Balver machte es einen „besonderen Effekt“, als das ganze französische Regiment das Veni creator spiritus sang.
  22. Terror unter Tage. Vergessene Nazi-Tunnelanlage
  23. Stadt Balve: Zahlen und Daten (Abruf 23. März 2008 – Datenstand 31. Dezember 2007)
  24. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 331.
  25. a b c d e f g h i j Zur Geschichte der Stadt und des Amtes Balve
  26.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 133.
  27. a b c d e f g h i j k l Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Balve (Stand 9. Juli 2008) (PDF; 220 kB)
  28. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik: Gemeinden NRW, Ausgabe 2005
  29. a b Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen
  30. a b c Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen
  31. Stadt Balve: Zahlen und Daten
  32. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c962008kw0900.html
  33. Information der Stadt Balve
  34. Westfalenpost, Lokalausgabe Balve, 16. Januar 2008, Artikel vom 15. Januar 2008
  35. Historischer Stadtrundgang
  36. Rettung Drostenhaus
  37. Rettung Küsterhaus
  38. Rettung Küsterhaus, Pastoralbrief (PDF; 96 kB)
  39. Liste der Baudenkmäler
  40. Zitat Dr. Richter in der Ausgabe der Westfalenpost vom 3. Juli 2006
  41. Historisches: Das Lohgerberhaus
  42. Theo Bönemann: Die Luisenhütte in Balve
  43. Brauerei Bernhard Krüdewagen Balve
  44. Süderländer Volksfreund: Eröffnung der Hönnetalbahn am 1. Dezember 2012
  45. Streckenarchiv 2853 – Menden–Neuenrade
  46. St.-Marien-Hospital Balve ist dem Tode geweiht. derwesten.de, abgerufen am 5. Juni 2013.
  47. Kirchenzeitung „Der Dom“
  48. Vgl. NAK-Maps für Balve
  49. Vgl. Homepage der Christusgemeinde
  50. Familiengeschichte Paul und Clothilde Schüler mit Todesanzeige und Grabstein Hermann Schüler. Abgerufen am 19. Januar 2014.
  51. Hubert Schneider: Die „Entjudung“ des Wohnraums – „Jugendhäuser“ in Bochum, Seite 338 mit Fußnote Nr. 199. ISBN 978-3-643-10828-9 Abgerufen am 18. Januar 2014.
  52. Stadt Balve: Ehrenbürger. Abgerufen am 19. Januar 2014.