Balzheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Balzheim
Balzheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Balzheim hervorgehoben
48.17138888888910.077222222222529Koordinaten: 48° 10′ N, 10° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Alb-Donau-Kreis
Höhe: 529 m ü. NHN
Fläche: 17,58 km²
Einwohner: 1996 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 88481,
89165 (Halbertshof)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 07347
Kfz-Kennzeichen: UL
Gemeindeschlüssel: 08 4 25 140
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Dorfplatz 8
88481 Balzheim
Webpräsenz: www.balzheim.de
Bürgermeister: Günter Herrmann
Lage der Gemeinde Balzheim im Alb-Donau-Kreis
Landkreis Biberach Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Ulm Allmendingen (Württemberg) Allmendingen (Württemberg) Altheim (Alb) Altheim (bei Ehingen) Altheim (bei Ehingen) Amstetten (Württemberg) Asselfingen Ballendorf Balzheim Beimerstetten Berghülen Bernstadt (Alb) Blaubeuren Blaustein Breitingen Börslingen Dietenheim Dornstadt Ehingen (Donau) Ehingen (Donau) Emeringen Emerkingen Erbach (Donau) Griesingen Grundsheim Hausen am Bussen Heroldstatt Holzkirch Hüttisheim Illerkirchberg Illerrieden Laichingen Langenau Lauterach (Alb-Donau-Kreis) Lonsee Merklingen Munderkingen Neenstetten Nellingen Nerenstetten Oberdischingen Obermarchtal Oberstadion Öllingen Öpfingen Rammingen (Württemberg) Rechtenstein Rottenacker Schelklingen Schnürpflingen Setzingen Staig Untermarchtal Unterstadion Unterwachingen Weidenstetten Westerheim (Württemberg) Westerstetten BayernKarte
Über dieses Bild

Balzheim ist eine Gemeinde bestehend aus den Gemeindeteilen Ober- und Unterbalzheim, im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg.

Die Gemeinde gehört dem Gemeindeverwaltungsverband Dietenheim mit Sitz in Dietenheim an.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Balzheim liegt rund 25 Kilometer südlich von Ulm. Die Gemeinde liegt im Illertal und an der Iller, hat aber nur wenige hundert Meter Anteil am Flussufer, da die Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern dem Verlauf des Flusses vor der Regulierung folgt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Stadt Dietenheim, im Osten an die Ortsteile Herrenstetten und Untereichen der bayrischen Gemeinde Altenstadt, im Süden an Kirchberg an der Iller und Gutenzell-Hürbel sowie im Westen an Wain, alle drei im Landkreis Biberach.

Gliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den beiden Ortsteilen Unterbalzheim und Oberbalzheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Balzheim wurde erstmals am 2. Juni 1087 urkundlich erwähnt. Der Name ist aber wohl älteren heidnischen Ursprungs und soll auf Baldur, den Lichtgott der Germanen, zurückgehen. Im 13. Jahrhundert gehörten Ober- wie auch Unterbalzheim zur Herrschaft der Grafen von Grünigen-Landau. Durch Verkauf und anschließende Erbschaft gelangte das Gebiet an die Grafen von Kirchberg, die es 1490 an Walter Ehinger verkauften, der hier bis 1504 ein Schloss errichtete.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

In der Mitte des 17. Jahrhunderts siedelten sich protestantische Glaubensflüchtlinge aus Kärnten, Österreich in Balzheim an.

Im 18. Jahrhundert erwarb der aus Esslingen am Neckar stammende und in Wien als Bankier tätige Franz Gottlieb von Palm (1691–1749) die Güter Ober- und Unterbalzheim, Bodelshofen und Steinbach.[2] In Esslingen ließ er außerdem den Oberen Palmschen Bau errichten, das heutige Neue Rathaus.

Im Jahre 1954 erbte die Gemeinde Balzheim vom dort ansässig gewesenen Dr. Imre Karl Michael Julius Freiherrn von Palm (1884–1949) eine Summe von 1,4 Mio DM. Im Jahre 1953 kam ein Vergleich zwischen der Familie von Palm und der Gemeinde Oberbalzheim zustande, 1972 wurde die „Stiftung Oberbalzheim - Imre Freiherr von Palm‘sche Stiftung“ gegründet und sichergestellt, dass die Erträge aus der Stiftung der ansässigen Bevölkerung zugute kommen und nicht für die gesetzlichen Aufgaben der Gemeinde verwendet werden.[3]

Die heutige Gemeinde Balzheim entstand am 1. Juli 1974 durch den Zusammenschluss der beiden damals selbstständigen Gemeinden Unterbalzheim und Oberbalzheim, die vor 1972 zum Landkreis Biberach gehört hatten.

Religionen[Bearbeiten]

Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist noch heute evangelisch-lutherisch, inzwischen ist aber ein knappes Drittel der Bevölkerung katholischen Glaubens.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Unterbalzheim um 1900
Jahr Einwohnerzahlen
1880 975
1900 884
1925 995
1939 855
1950 1071
1961 1156
1970 1286
1980 1597
1990 1641
2000 2011

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Balzheim verfügt über eine eigene Grundschule, weiterführende Schulen können in den Nachbargemeinden besucht werden. Außerdem gibt es in beiden Ortsteilen je einen Kindergarten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Imre Freiherr von Palm'schen Stiftung Oberbalzheim: Veranstaltung von Konzerten, Lesungen etc.[4]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Oberes Schloss und Unteres Schloss in Oberbalzheim
  • Dreifaltigkeitskirche Oberbalzheim
  • Mauritius-Kirche in Unterbalzheim
  • Stiftungshalle in Oberbalzheim
  • Hans-Ehinger-Haus (Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Balzheim) in Unterbalzheim
  • Dorfgemeinschaftshaus in Unterbalzheim

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Eine besondere Spezialität ist die Balzheimer Wurst genannt „Balzheimer“. Diese wird in der Region auch „Lutherische“ genannt, da sie von den protestantischen Glaubensflüchtlingen mit nach Balzheim gebracht wurde.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Balzheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gert Kollmer-von Oheimb-Loup: Palm, von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 20, Duncker & Humblot, Berlin 2001, ISBN 3-428-00201-6, S. 19 f. (Digitalisat).
  3. Eßlinger Zeitung: Das reichste Dorf im Land vom 18. Dezember 2010, aufgerufen am 9. Dezember 2012
  4. "Die Stiftung hat den Zweck, dem allgemeinen Besten der im früheren Gemeindegebiet Oberbalzheim ansässigen Bevölkerung auf materiellem, geistigem und sittlichem Gebiet zusätzlich zu den der Gemeinde zukommenden Aufgaben zu dienen" (Auszug aus der Stiftungssatzung von 1972).. Abgerufen am 13. November 2010.
  5. Beitrag auf kirchenfernsehen.de - Das Videoportal der ev. Landeskirche in Württemberg.. Abgerufen am 13. November 2010.