Bambule (Fernsehspiel)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wikipedia:Hauptseite
Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Fernsehspiel Bambule. Für weitere Bedeutungen siehe Bambule (Begriffsklärung)

Bambule ist ein deutsches Fernsehspiel des Südwestfunks aus dem Jahre 1970; Regie führte Eberhard Itzenplitz, das Drehbuch stammte von Ulrike Meinhof.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Zusammenfassung

Der Film kritisiert die autoritären Methoden der Heimerziehung (Fürsorgeerziehung) in einem Mädchenheim. Im Verlauf der Handlung kommt es zu einer Revolte der Heiminsassinnen gegen die unterdrückenden Strukturen. Die Handlung des Films wird oft auch als Parabel auf die gesellschaftlichen Zustände der Zeit verstanden, denen eine neue, verschärfte Form des Klassenkampfes entgegengesetzt werden müsse.

[Bearbeiten] Sprache

In den Dialogen wird u. a. breiter Berliner Dialekt und Soziolekt (z. B. Trebe, ‚Peikern‘ für Tätowieren, ‚Bunker‘ für Arrestzelle) verwendet, was zwar authentisch wirkt aber das Verständnis erschwert. Außerdem singen die Mädchen mehrere szenetypische Lieder.

[Bearbeiten] Handlung

Die vielschichtige Handlung spielt über 24 Stunden in einem Westberliner Mädchenheim für adoleszente Mädchen. Gleich zum Anfang hauen zwei von ihnen ab; während die eine, Monika (Christine Diersch), sofort wieder eingefangen wird gelingt der anderen, Irene (Dagmar Biener), die Flucht. Während Monika zur Strafe im ‚Bunker‘ (einer Arrestzelle im Heim) sitzt, erzählt sie einer verständnisvollen und liberal eingestellten Erzieherin, Frau Lack, wie sie schon als kleines Kind von ihrer Stiefmutter in's Heim gesteckt und dort von Nonnen schikaniert wurde, besonders nachdem diese ihre lesbischen Neigungen entdeckten. Die ebenfalls lesbische Irene wird zunächst von ihrer Mutter abgewiesen und kommt schließlich bei zwei ehemaligen Heiminsassinnen (u. a. Barbara Schöne als Heidi) unter, die sich mittlerweile mit Prostitution über Wasser halten. Ein Treffen mit ihrer Freundin, einer Heiminsassin die mittlerweile außerhalb des Heimes als Verkäuferin arbeitet, scheitert an einem Missverständnis, ebenso der Versuch anschaffen zu gehen, deswegen kehrt auch Irene in das Heim zurück. Monika wurde unterdessen gegen ihren Willen zu den Klosterschwestern abgeschoben, schafft es aber durch Provokation, dass diese sie postwendend an das Heim zurückschicken. Die dritte Hauptfigur, Evelyn (genannt ‚Iv‘, gespielt von Petra Redinger) zettelt in der folgenden Nacht einen Zellenaufstand (‚Bambule‘) an. Am Morgen sind die kleinen Fluchten der drei Protagonistinnen gescheitert, sie sitzen wieder im Heim, die Umstände haben sich verschärft – was wird die nächste Nacht bringen?

[Bearbeiten] Filmmusik

[Bearbeiten] Veröffentlichung

Die Ausstrahlung des Films war für den 24. Mai 1970 in der ARD geplant, wurde wegen der Beteiligung der Drehbuchautorin Ulrike Meinhof an der Befreiung von Andreas Baader am 14. Mai aber abgesetzt. Das Drehbuch erschien als Bambule. Fürsorge - Sorge für wen? bereits 1971 in Buchform und wurde schnell zu einem Klassiker der Literatur über die Erziehungsvorstellungen der 1960er Jahre (Taschenbuchausgabe 2002: Verlag Klaus Wagenbach, Berlin, ISBN 3-8031-2428-X). Erst im Jahr 1994 wurde der Film im dritten Programm der ARD gezeigt.

1979 wurde am Schauspielhaus Bochum zu Beginn der Intendanz von Claus Peymann das auf dem Fernsehspiel beruhende Stück „Fürsorgezöglinge“ (Regie: Raymund Richter, Mitarbeit: Bruno Klimek) uraufgeführt.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge