Banco de Portugal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bank von Portugal
Banco de Portugal
Banco de Portugal in Porto
Banco de Portugal in Porto
Hauptsitz Lissabon
Gründung 1846
Präsident Carlos Costa
Zentralbank für Portugal
Währung

Euro

ISO 4217 EUR
Nachfolger

Europäische Zentralbank

Liste der Zentralbanken
10.000-Escudo-Note der Banco de Portugal

Die Banco de Portugal ist die Zentralbank von Portugal mit Sitz in Lissabon. Sie wurde mit königlichem Erlass vom 19. November 1846 gegründet. Als Notenbank war sie für die Ausgabe von Banknoten des Portugiesischen Reals und später des Portugiesischen Escudos zuständig. Heute ist sie ein Teil des Europäischen Systems der Zentralbanken.

Geschichte[Bearbeiten]

1822 wurde die Bank von Lissabon als Notenbank gegründet. Eine umfangreiche Banknotenausgabe zur Finanzierung des Staatshaushaltes unterminierte das Vertrauen der Investoren. 1846 stand die Bank kurz vor dem Zusammenbruch. Um sie zu retten, wurde die Bank von Lissabon mit der (ebenfalls notleidenden) Companhia Confiança Nacional fusioniert. Die Hierdurch entstandene Banco de Portugal erhielt ein Banknotenmonopol für Portugal. Die ausgegebenen Banknoten wurden zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt. Diese Maßnahme war erfolgreich und die Bank konnte einen großen Teil der Banknoten der Vorgängerinstitute einlösen.

In den 1850er Jahren stieg der Finanzbedarf des Staates wieder stark an. Zur Deckung begrenzte die Regierung das Notenprivileg auf Lissabon und erteilte einer Reihe anderer Banken das Recht auf Banknotenausgabe. Die so entstandenen Notenbanken waren in Lissabon die Banco Minho, die Banco de Braga und die Banco Ultramarin. In Porto wurden die Notenbanken Banco Mercantile, Banco Union, Banco Alliance und Banco Public Utility gegründet.

Trotz dieser Wettbewerber setzte sich die Banco de Portugal am Markt durch. Im Jahr 1887 erhielt die Banco de Portugal erneut das ausschließliche Recht zur Banknotenemmission. Die Banknoten der anderen Notenbanken wurden innerhalb der nächsten 15 Jahre eingezogen. Ausnahme war die Banco Nacional Ultramarino, die Banknoten für die portugiesischen Kolonien ausgab.

1890/91 geriet die Bank während einer Finanzkrise in Schwierigkeiten. Um die Bank zu retten, legte die Regierung gesetzlich einen Zwangskurs für die ausstehenden Noten fest. Dieser Zwangskurs galt auch nach der Einführung des Escudos für die neue Währung.

1924 wurde die Banco de Portugal Opfer des größten Falls von Banknotenfälschung der Geschichte. Alves dos Reis brachte Falschgeld in einem Volumen in Umlauf, das genauso groß war wie die offiziellen Noten. In der Folge gerieten Bank und Escudo unter massiven Druck.

Die Bank war bis zu ihrer Verstaatlichung im September 1974 eine Privatnotenbank, deren Aktien an der Börse notiert waren. Seit 1975 ist die Banco de Portugal auch für die Bankenaufsicht zuständig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Albert Pick, Papiergeld, Verlag Klinkhardt & Biermann, Braunschweig 1967, Seite 311-314

Weblinks[Bearbeiten]