Bandung

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Stadt in Indonesien. Zum gleichnamigen Landkreis in Thailand, siehe Ban Dung.
Bandung
Bandung (Indonesien)
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Koordinaten 6° 55′ S, 107° 36′ O-6.9166666666667107.6Koordinaten: 6° 55′ S, 107° 36′ O
Basisdaten
Staat Indonesien

Geographische Einheit

Java
Provinz Jawa Barat
Einwohner 1.651.840 (2007)
Sonstiges
Gouverneur Ridwan Kamil
Telefonvorwahl (+62) 22
Postleitzahl 40111 – 40973
Kfz-Kennzeichen DVorlage:Infobox Ort/Wartung/Anmerkung
Der Vulkan Tangkuban Perahu
Der Gedung Sate aus der Kolonialzeit
Eine Mädchengruppe beim Angklung spielen in Bandung

Bandung (bis 1972: Bandoeng), genannt „Stadt der Blumen“ (Indonesisch: Kota Kembang), ist die Provinz-Hauptstadt von Jawa Barat (Westjava) und mit fast 3 Millionen Einwohnern Indonesiens viertgrößte Stadt nach Jakarta, Surabaya und Medan. In Kolonialzeiten war Bandung wegen seines europäischen Ambiente und seiner Kultur als „Paris von Java“ bekannt. Bandung teilt mit Miami seine tropische Art-Deco-Architektur aus den 1920ern. Die bedeutendsten Art-Deco-Gebäude der Stadt sind die Villa Isola, das Grand Hotel Preanger und das Savoy Homann Bidakara Hotel, darüber hinaus gibt es weitere sehr sehenswerte Gebäude dieses Baustils.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts war Bandung das Herz der Plantagenregion. Bandung war Ort der historischen Bandung-Konferenz vom 18. April bis 24. April 1955. Bandung ist heutzutage Zentrum höherer Bildung, des Handels, der Textil-, Lederwaren- und Flugzeugindustrie.

In Bandung ist neben einigen anderen Universitäten das in Indonesien hoch angesehene ITB (Institut Teknologi Bandung) ansässig, welches Ingenieure verschiedener Fachrichtungen ausbildet.

Die lokale Sprache der Einwohner Bandungs ist das Sundanesische, jedoch spricht fast jeder auch Indonesisch.

Geschichte[Bearbeiten]

Groote Postweg Straße um 1938, heute Jalan Asia-Afrika

Bandung wurde erstmals 1488 urkundlich erwähnt, aber die Besiedlung der Hochebene geht bis zum Java-Menschen (Homo erectus) zurück. Noch heute werden im Bereich von Dago gelegentlich Artefakte gefunden, die dann im Geologischen Museum von Bandung ausgestellt werden. Im Jahr 1614 hatte Bandung gerade mal 25 bis 30 Häuser. Der Aufschwung fand ab 1786 statt, als im Zuge des militärischen Ausbaus der Insel Java durch die Niederländer eine Straße von Batavia (Jakarta) durch das Preanger-Gebirge nach Cirebon gebaut wurde, um das Land besser gegen die Engländer schützen zu können. Dieser Groote Postweg führte zunächst etwa 19 km nördlich des heutigen Stadtzentrums (Alun Alun) vorbei, erst später wurde er über die Hauptstraße Bandungs, den heutigen Jalan Asia-Afrika, verlegt.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde damit begonnen, in der Region um Bandung Chinarindenbäume, Assam-Tee und Kaffee anzubauen. Im Jahr 1880 bekam die wachsende Stadt Bandung eine Eisenbahnverbindung mit Jakarta, womit die Industrialisierung und der erste Tourismus begann, und auch die ersten Chinesen siedelten sich an. Die ersten Hotels und Cafés eröffneten, und die Stadt erarbeitete sich ihren Ruhm des Paris des Ostens. Im Jahr 1920 wurde das Militär-Hauptquartier der Kolonie Niederländisch-Indien von Batavia nach Bandung verlegt. In dieser Zeit entstanden auch die berühmten Art-Deco-Gebäude und die Jalan Braga wurde die Flaniermeile der Kolonialherren. Es wurde die Technische Hogeschool gegründet und das Regierungszentrum mit dem Gedung Sate nordöstlich des Alun Alun gebaut.

Von 1940 bis 1961 wuchs die Bevölkerung der Stadt von 230.000 auf 1 Million Einwohner, bis 1990 wuchs die Stadt auf 2 Millionen. Seit 1987 ist der Bandung Raya-Plan in Kraft, durch den die Stadt kontrolliert außerhalb des Stadtzentrums, hauptsächlich westlich und südlich, zum Beispiel im Stadtteil Kopo und Richtung Cimahi, wachsen soll, doch gerade diese Stadtviertel leiden aktuell unter massiven Verkehrsproblemen, da die wichtigen Verbindungsstraßen (zum Beispiel Jalan Kopo) nicht ausreichend dimensioniert wurden. Inoffiziell ist heute von drei bis vier Millionen Einwohnern die Rede.

Internationale Bedeutung[Bearbeiten]

Vom 18. bis 24. April 1955 fand in Bandung eine historisch bedeutsame Tagung von Regierungschefs aus 29 asiatischen und afrikanischen Staaten statt, die insgesamt 1,4 Mrd. Menschen vertraten (Bandung-Konferenz). Die Tagung verabschiedete unter anderem ein 10-Punkte-Programm, in dem sich diese Staaten zur friedlichen Koexistenz, zum Prinzip der nationalen Selbstbestimmung und zum Eintreten gegen Neokolonialismus bekannten. Die Konferenz gab den nationalen Befreiungsbewegungen starke Impulse.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Natur[Bearbeiten]

  • Wasserfälle von Maribaya, nordöstlich vom Stadtteil Dago
  • Vulkan Tangkuban Perahu („gekentertes Boot“) nördlich von Lembang
  • Vulkan Kawah Putih, südlich von Bandung
  • Heiße Quellen von Ciater, nördlich von Lembang
  • Der Zoo von Bandung

Museen[Bearbeiten]

  • Museum Geologi, geologisches Museum
  • Museum Jawa Barat, Archäologie und Kultur der Provinz West-Java
  • Museum Mandala Wangsit Siliwangi, Armeemuseum
  • Museum Gedung Merdeka oder Asia-Afrika Museum, erinnert an die Asia-Afrika Konferenz von 1955

Stadt[Bearbeiten]

  • Der Jalan Asia-Afrika mit dem Asia-Afrika-Konferenzgebäude „Gedung Merdeka“, diversen Art-Déco-Hotels wie zum Beispiel das „Savoy Homann“
  • Der Jalan Braga mit seinen Restaurants, Kolonialarchitektur und Kneipen
  • Villenviertel Ciumbuleuit, Cipaganti, Setrasari nördlich der Jalan Asia-Afrika mit Häusern aus der Kolonialzeit
  • Für Eisenbahnfans: Der belebte Bahnhof
  • Gedung Sate, das Verwaltungsgebäude der Regierung West-Java, welches wegen seiner wie ein Sate-Spieß aussehenden Spitze diesen Namen trägt
  • Jalan Cihampelas, Textilgeschäfte
  • Jalan Riau, Outlet-Straße

Kultur[Bearbeiten]

  • Saung Angklung Udjo, mit Aufführung von Angklung Musik, Tänzen und Wayang Golek
  • Institut Teknologi, Bandung, Technische Universität

Verkehr[Bearbeiten]

Etwa 5 km nordwestlich des Stadtzentrums befindet sich der Flughafen Bandung (BDO/WICC). Die Stadt hat ebenfalls einen Hauptbahnhof.

Sport[Bearbeiten]

  • Persib Bandung, Fußballverein

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Meyers Neues Lexikon in acht Bänden, Erster Band, Leipzig 1961, S. 600

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bandung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien