Bangerten

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Bangerten
Wappen von Bangerten
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Seelandw
BFS-Nr.: 0532i1f3f4
Postleitzahl: 3256
Koordinaten: 600843 / 21161547.0555597.449732586Koordinaten: 47° 3′ 20″ N, 7° 26′ 59″ O; CH1903: 600843 / 211615
Höhe: 586 m ü. M.
Fläche: 2,2 km²
Einwohner: 160 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 73 Einw. pro km²
Schulhaus Bangerten

Schulhaus Bangerten

Karte
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Bangerten ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Seeland des Kantons Bern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Bangerten liegt auf 586 m ü. M., 12 km nördlich der Kantonshauptstadt Bern (Luftlinie). Das kleine Bauerndorf erstreckt sich an aussichtsreicher Lage auf einer Kuppe am Nordostrand des Oberholzes, inmitten des Rapperswiler Plateaus, im Schweizer Mittelland.

Die Fläche des 2,2 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des zentralen Berner Mittellandes. Das nur wenig reliefierte Gebiet senkt sich gegen Osten in die Mulde des Mooses mit dem Quellgebiet des Woolibachs, der nach Süden zum Moossee fliesst. Im Norden reicht der Gemeindebann in das Unterholz, in dem der Mülchibach entspringt, und bis an den Rand des Junkholzes. Der Mülchibach entwässert den nördlichen Gemeindeteil zum Limpach. Nach Südwesten erstreckt sich der Gemeindeboden in das Oberholz und auf den Schnarz, auf dem mit 622 m ü. M. der höchste Punkt des Rapperswiler Plateaus erreicht wird. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 5 % auf Siedlungen, 31 % auf Wald und Gehölze und 64 % auf Landwirtschaft.

Zu Bangerten gehören der Weiler Hohrain (580 m ü. M.) am Nordwestabhang des Oberholzes sowie zwei Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Bangerten sind Scheunen, Iffwil, Zuzwil (BE) und Rapperswil (BE).

Bevölkerung[Bearbeiten]

Mit 160 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) gehört Bangerten zu den kleinsten Gemeinden des Kantons Bern. Von den Bewohnern sind 93,7 % deutschsprachig, 1,9 % französischsprachig und 1,9 % sprechen Arabisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Bangerten belief sich 1850 auf 180 Einwohner, 1900 auf 228 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts nahm die Bevölkerungszahl durch starke Abwanderung bis 1970 um fast 40 % auf 141 Personen ab. Danach wurde eine längere Stagnationsphase und seit 1990 wieder eine leichte Bevölkerungszunahme verzeichnet.

Politik[Bearbeiten]

Die Wähleranteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2011 betrugen: SVP 43.2 %, BDP 21.4 %, SP 11.8 %, GPS 6.1 %, FDP 5.5 %, glp 5.2 %, Alpenparlament 4.1 %, EVP 0.9 %, CVP 0.5 %, EDU 0.1 %.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bangerten war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute haben der Ackerbau, der Obstbau sowie die Milchwirtschaft und die Forstwirtschaft einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Einige weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden, unter anderem in einer Schreinerei. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf dank seiner attraktiven Lage zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in der Agglomeration Bern arbeiten.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt abseits der grösseren Durchgangsachsen an einer Verbindungsstrasse von Jegenstorf nach Rapperswil (BE). Der nächste Anschluss an die Autobahn A6 (Bern-Biel) befindet sich rund 4 km vom Ortskern entfernt. Bangerten besitzt keine Anbindung an das Netz des öffentlichen Verkehrs.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1263 unter dem Namen Bongarten. Später erschienen die Bezeichnungen Bongarthen (1306), Boumgarten (1528), Bangartten (1575), Banngarten (1577), Bangarten (1789) und Bangerten (1850). Der Ortsname geht auf das mittelhochdeutsche Wort boumgarte (mit Fruchtbäumen bestandenes Landstück) zurück.

Seit dem Mittelalter unterstand Bangerten den Grafen von Kyburg. Im 13. Jahrhundert gelangte die Grundherrschaft an die Johanniterkomturei in Münchenbuchsee. Seit 1406 oblag die Oberhoheit über das Gebiet bei Bern. Nachdem die Kommende 1528 säkularisiert worden war, wurde Bangerten der Landvogtei Münchenbuchsee im Landgericht Zollikofen zugeteilt. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte das Dorf während der Helvetik zum Distrikt Zollikofen und ab 1803 zum Oberamt Fraubrunnen, das mit der neuen Kantonsverfassung von 1831 den Status eines Amtsbezirks erhielt. Im Jahr 1847 wurde im Dorf eine Käsereigenossenschaft gegründet. Heute arbeitet Bangerten eng mit den Nachbargemeinden zusammen, welche zum Teil die kommunale Infrastruktur zur Verfügung stellen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bangerten hat ein bemerkenswertes Ortsbild mit zahlreichen charakteristischen Bauernhäusern (Fachwerkbauten) aus dem 18. und 19. Jahrhundert bewahrt. Das Dorf besitzt keine eigene Kirche, es gehört zur Pfarrei Rapperswil.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. http://www.nawa.apps.be.ch/nawa/action/NAWAInternetAction.do?method=read&sprache=d&typ=21&gem=532 abgerufen am 3. Februar 2012