Banjul

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Banjul
13.453055555556-16.5775Koordinaten: 13° 27′ N, 16° 35′ W
Karte: Gambia
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Region: Greater Banjul Area
Nächster Ort: Serekundao1
Fläche: 12 km²
Gründung: 1816o2
Einwohner: 31.356 (2013)

EW2 EW3

Karte von Banjul
Karte von BanjulVorlage:Infobox Ort in Gambia/Wartung/Map vorhanden

Banjul (ehemals Bathurst) ist die Hauptstadt des westafrikanischen Staats Gambia. Als „City of Banjul“ gehört die Stadt in der Verwaltungsgliederung Gambias, neben den Regionen und der Kanifing Municipal als eigener Verwaltungsbezirk zu der obersten Ebene der Verwaltungseinheiten.

Nach einer Berechnung für das Jahr 2013 leben dort etwa 31.356 Einwohner, damit ist Banjul die achtgrößte Ortschaft Gambias. Die letzte veröffentlichte Volkszählung von 2003 ergab 34.828 Einwohner.[1]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Banjul liegt an der Mündung des Gambia-Flusses an der Küste des Atlantischen Ozeans. Die Siedlung wurde auf einer flachen Sandbank-Insel (St. Mary’s Island), die sich im Laufe der Zeit in der Mündung gebildet hatte, angelegt. Vor der Besiedlung wuchsen auf der Sandbank außer Baobabs (Affenbrotbäume) auch Bambuswälder.

Banjul bedeutet in der Mande-Sprache „Bambusinsel“.

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Durch die geographische Lage auf einer Sandbank ist die weitere Expansion des Stadtgebietes nicht möglich, an der westlichen Stadtgrenze befinden sich die Mangrovensümpfe. Diese sind unter dem Namen Tanbi Wetland Complex bekannt und genießen den besonderen Schutz eines Naturreservats und Ramsar-Schutzgebiet.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Banjul ist neben ihrer Funktion als Hauptstadt auch ein eigener Verwaltungsbezirk des Staates. Zusammen mit der Kanifing Municipal bildet sie die Greater Banjul Area.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Von dieser natürlichen Begrenzung der Stadt profitiert als schnell wachsende Stadt Serekunda. Sie ist durch dem Banjul-Serekunda Highway mit Banjul verbunden und liegt westlich der Mangrovensümpfe auf dem Festland.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Nach einer Erhebung von 1993[2] (damalige Volkszählung) stellen die Wolof die größte Bevölkerungsgruppe mit einem Anteil von rund drei Zehnteln, gefolgt von den Mandinka und den Fula. Die Verteilung im Detail: 31,1 % Wolof, 28,9 % Mandinka, 9,8 % Fula, 8,1 % Serer, 6,4 % Diola, 5,9 % Aku, 5,1 % Serahule, 1,4 % Bambara, 1,1 % Manjago und 2,1 % andere Ethnien.

Klima[Bearbeiten]

Banjul
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Banjul
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Max. Temperatur (°C) 31,4 32,4 33,7 32,5 31,4 31,4 30,2 29,3 30,5 31,4 31,8 30,5 Ø 31,4
Min. Temperatur (°C) 14,9 16,3 16,9 18,2 19,7 22,7 23,1 22,8 22,7 22,2 19,2 16,4 Ø 19,6
Niederschlag (mm) 1 1 0 0 4 62 267 405 286 86 6 0 Σ 1.118
Sonnenstunden (h/d) 6,7 8,4 8,6 8,4 7,4 6,7 5,9 6,1 6,1 7,0 8,2 6,8 Ø 7,2
Regentage (d) 0 0 0 0 0 5 15 17 15 5 0 0 Σ 57
Wassertemperatur (°C) 22 21 21 22 24 26 27 27 27 27 27 24 Ø 24,6
Luftfeuchtigkeit (%) 47 47 50 58 67 73 81 85 84 80 69 55 Ø 66,4
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Geschichte[Bearbeiten]

1807 begannen britische Kolonialisten, die Insel zu besiedeln. 1816 wurde die Stadt unter dem Namen Bathurst (nach Henry Bathurst, Sekretär des Britischen Kolonialbüros) als Handels- und Militärposten gegründet, als die Briten versuchten, den Sklavenhandel einzudämmen. Gegenüber von Fort Bullen (Barra) auf der anderen Seite des Gambia errichteten sie ein Fort und mehrere Geschützstellungen, unter anderem die Six-Gun Battery. Beide Forts waren dazu gedacht, die Fortsetzung des Sklavenhandels aus dem Hinterland zu verhindern. Die Six-Gun Battery ist seit 2003 als UNESCO-Weltkulturerbe eingestuft.

Am 18. Februar 1965 wurde die Stadt Hauptstadt des neuen unabhängigen Staates Republic of The Gambia. Sie wurde am 24. April 1973 im Zuge der Afrikanisierung in Banjul umbenannt.

Religionen[Bearbeiten]

Islam[Bearbeiten]

Moschee

Die 1988 erbaute King Fahad Mosque ist Gambia größte Moschee. Daneben gibt es in der Stadt weitere kleinere Moscheen, unter anderem die Masjid Abu Bakar Saddiq Mosque (zuvor Independence Drive Mosque), die Masjid Umar Bun Khatab Mosque (zuvor Half-Die Mosque) und die Masjid Ali Ibn Abu Talib Mosque (zuvor James Senegal Mosque). Die letzt genannten drei wurden vom Committee of Banjul Muslim Elders im Juni 2014 umbenannt.[3] Sie sollten einen engeren Bezug zum Islam erhalten.

Christentum[Bearbeiten]

Die römisch-katholische Kirche unterhält für die knapp 33.000 Katholiken in Gambia das Bistum Banjul.

Politik[Bearbeiten]

Dem Stadtrat (Banjul City Council) steht ein Lord Mayor vor, seit dem 12. Februar 2008 ist Samba Faal Amtsinhaber dieser Position.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung des Wappens:

Im silbernen (weißen) Schildhaupt zwischen zwei grünen Halbmonden ein rotes Lazaruskreuz (Kleeblattkreuz), in der Mitte über einen silbern (weiß) gefassten blauen Wellenbalken zwei rechtsgerichtete silberne (weiße) Vorderlader darauf je eine Kanone in gleicher Farbe, im schwarzen Schildfuß ein silberner (weißer) Fisch.[4]

Wappen Banjuls

Das Wappen entstand noch in der britischen Kolonialzeit. Halbmonde und Lazaruskreuz symbolisieren die zwei Religionen Islam und Christentum, die Kanonen stehen für den Schutz und Sicherung der Stadt und der Wellenbogen steht für den Fluss Gambia mit seinem Fischreichtum (Fisch).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Das National Museum auf der Gloucester Street zeigt Exponate aus der kolonialen Vergangenheit und der jüngeren Geschichte Gambias.

Bauwerke[Bearbeiten]

„Arch 22“

Die Architektur der Stadt ist immer noch weitgehend kolonial geprägt.[7] Eine postkoloniale Ausnahme bildet die 35 Meter hohe Arch 22, die am 2. Jahrestag des Putsches vom 22. Juli 1994 eingeweiht wurde. Von dem Triumphbogen auf dem Independence Drive, der auch das Wahrzeichen von Banjul und des ganzen Landes darstellt, hat man einen guten Überblick über die Stadt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Banjul ist Ziel eines ungewöhnlichen jährlichen Autorennens, die Plymouth-Banjul Challenge. Die Teilnehmer müssen ein Auto fahren, das einen Wert von ungefähr 100 britischen Pfund nicht übersteigt und unterwegs mit einem beschränkten Budget auskommen. In Anlehnung an die Rallye Paris-Dakar sollen die Fahrzeuge vom südenglischen Plymouth die Nordwestküste von Afrika in knapp zwanzig Tagen erreichen. Falls sie ankommen, werden die Fahrzeuge verkauft oder gespendet.
  • Ähnlich der o.g. Plymouth-Banjul Challenge findet zwei Mal pro Jahr die Dresden-Dakar-Banjul Challenge statt. Ausgerichtet wird dies vom sächsischen Breitengrad e.V.. Gestartet wird jeweils im März und Oktober, gefahren werden gebrauchte Autos, die, am Ziel angekommen, karitativ versteigert werden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Seehafen von Banjul spielt für Gambia eine große Rolle. Das wichtigste Exportprodukt sind Erdnüsse, importiert werden hauptsächlich Erdöl- und Erdölprodukte.

Verkehr[Bearbeiten]

Banjul ist von Westen her vom Festland über den gut ausgebauten Banjul-Serekunda Highway, der über die Denton Bridge führt, und die Bond Street zu erreichen. Nach Osten gibt es die Fähre Banjul–Barra, die alle neunzig Minuten nach Barra auf der anderen Seite des Flusses verkehrt.

Außerhalb von Banjul, also nicht mehr auf dem Stadtgebiet von Banjul etwa 24 Kilometer entfernt, befindet sich der Banjul International Airport.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Banjul auf bevoelkerungsstatistik.de (online nicht mehr erreichbar, letzter Zugriff Mai 2013)
  2. Population by Ethnicity, by Settlement and Local Government Area. (Gambians Only) PDF-Datei
  3. Three mosques renamed in Banjul The Daily Observer (online) vom 26. Juni 2014
  4. Capitals of the World, flags and emblems, Zugriff August 2012
  5. Banjul signs twining pact with Doha The Daily Observer (online) vom 28. Oktober 2011
  6. BCC Twin With Milan City Council The Point (online) vom 20. November 2008
  7. Peter J. M. Nas, Timoer Reijnders, Eline Steenhuisen: Three Harbour Cities: An Exploration of the Ports of IJmuiden (the Netherlands), Banjul (the Gambia) and Jakarta (Indonesia). In: Arndt Graf, Beng Huat Chua (Hrsg.): Port Cities in Asia and Europe (= Routledge studies in the modern history of Asia (2005). Bd. 54). Routledge, London/ New York NY 2009, ISBN 0-7103-1183-4, S. 33–56, hier S. 46.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Banjul – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Banjul – in den Nachrichten