Bank of Cyprus

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Bank of Cyprus
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CY0000100111
Gründung 1899
Sitz Republik Zypern, Strovolos
Leitung Josef Ackermann (Chairman)
John Patrick Hourican (CEO)
Mitarbeiter 6.334
Branche Kreditinstitut
Website www.bankofcyprus.com

Die Bank of Cyprus ist das größte Geldinstitut der Republik Zypern und das zweitgrößte Unternehmen des Landes. Der Hauptsitz des Unternehmens ist in Strovolos bei Nikosia. Das Unternehmen ist an der Börse von Zypern sowie an der Athener Börse notiert. Seit dem 9. Oktober 2006 ist die Aktie im Athex Composite Share Price Index und im FTSE/Athex 20-Index gelistet, seit dem 8. Oktober 2007 im Dow Jones Cyprus Titans 10 Index.

Hauptteil[Bearbeiten]

Die Bank of Cyprus und die Laiki Bank sind die beiden großen Banken des Landes. Während die Laiki Bank 2012 größtenteils verstaatlicht wurde, lag der Staatsanteil an der Bank of Cyprus nach offiziellen Angaben Ende 2012 bei 11,4 % für Zypern und 2 % für Griechenland, daneben gibt es 9% ausländische institutionelle Anleger, der Rest ist Streubesitz.[1]

Der größte Anteilseigner der Bank of Cyprus ist der russische Oligarch Dmitri Rybolowlew. Er erwarb 2010 - über sein Finanzvehikel „Odella Resources Ltd.“, dessen Hauptsitz sich auf der britischen Offshore-Steueroase Virgin Islands befand - 9,7 % der Anteile der Bank.[2][3] (Laut Website der Bank lagen die Anteile März 2013 bei 5,01 %.[4])

2012 suchten die Banken um staatliche Hilfe nach. Sowohl die Laiki Bank als auch die Bank of Cyprus waren von der Griechischen Staatsschuldenkrise stark betroffen, und der Schuldenschnitt Griechenlands 2012 führte zu Abschreibungen von insgesamt über 4 Milliarden Euro im zyprischen Finanzsektor. Beide Banken erreichten 2012 die von der Europäischen Union geforderte Eigenkapitalquote von 9 % nicht, die Banken waren deshalb in Verhandlungen mit der zyprischen Regierung.[5] Am 1. März 2013 gaben sie bekannt, dass sie den gesetzlich vorgeschriebenen Termin für die Abgabe der vorläufigen Bilanz für 2012 nicht einhalten können.[6]

Sie überleben derzeit (Stand März 2013) nur mit Nothilfen der Europäischen Zentralbank. Die EZB hat angekündigt: Sollte Zypern sich nicht auf das ausgehandelte Rettungspaket von Euro-Staaten und Internationaler Währungsfonds einlassen, könnte der Geldfluss in wenigen Tagen versiegen.[7]

Am 25. März 2013 wurde nach einem Sondergipfel der EU Finanzminister bekannt, dass im Rahmen der Restrukturierung des Finanzsektors von Zypern die Laiki Bank vollständig abgewickelt werden soll und die Bank of Cyprus die überlebensfähigen Teile der Laiki Bank (einschließlich der Konten bis 100.000 Euro) übernehmen soll.[8] Die Bank of Cyprus soll auch den Anteil der Laiki Bank aus 9 Milliarden Euro Schulden aus Notkrediten gegenüber der Zentralbank übernehmen.[9] Gleichzeitig kommt es zu einer Beteiligung von Großkunden (Einlagen über 100.000 Euro) der Bank of Cyprus, die nunmehr 47,5 % ihrer Einlagen verlieren. Sie werden in Anteilscheine der Bank umgewandelt.[10]

Der Verwaltungsratschef der Bank of Cyprus, Andreas Artemis, reichte aus Protest gegen die Bedingungen des Rettungspakets seinen Rücktritt ein und die Zentralbank von Zypern entließ Vorstandschef Giannis Kypris.[11]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Bank wurde 1899 als "The Nicosia Depository" gegründet, mit Umwandlung in eine Aktiengesellschaft im Jahr 1912 nahm das Unternehmen den heutigen Namen an. In den frühen 1990er Jahren expandierte das Unternehmen nach Griechenland und gründete ein Filialnetz unter der griechischen Bezeichnung Trapeza Kyprou (Τράπεζα Κύπρου).

Filialnetz[Bearbeiten]

Eine Geschäftsstelle in einem Vorort von Nikosia

Die Bank unterhält drei größere Filialnetze, eines auf Zypern mit 126 Filialen, eines in Griechenland mit 181 sowie ein Filialnetz in Russland mit 190 Filialen. Weiterhin gibt es 44 Filialen in der Ukraine, 4 Filialen in Großbritannien und 11 in Australien, die vor allem die zyprische Minderheit bedienen. Auf den Kanal-Inseln gibt es eine weitere Filiale sowie 10 in Rumänien.[12]

Sonstige Aktivitäten[Bearbeiten]

Die Bank unterhält seit 1984 die Bank of Cyprus Cultural Foundation, die Gelder für den Erhalt und die Restaurierung zyprischer Kulturgüter bereitstellt. Weiterhin werden aus einem Budget Kulturgüter zurückgekauft, die nach der türkischen Intervention im Norden der Insel auf den internationalen Markt gelangt sind.[13]

Der Bau eines onkologischen Zentrums wurde von der Bank gestiftet. Dieses Zentrum wird staatlich betrieben.[14]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bank of Cyprus, Shareholder Structure, 2012
  2. Reuters 2010
  3. Zyperns Banken: verstaatlicht oder im ausländischen Streubesitz, Wiener Zeitung 18. März 2013
  4. Shareholder Structure, Bank of Cyprus vom 23. März 2013
  5. Die Zeit Online
  6. Cyprus Mail 2013
  7. Drohender Staatsbankrott Zyperns: Im Griff der Banken, Spiegel Online, 20. März 2013
  8. Carsten Volkery Rettungspaket für Zypern: Bye Bye Bankeninsel, Spiegel Online, 25. März 2013
  9. Staatspleite abgewendet: Minister beschließen Rettungsplan für Zypern, Spiegel Online, 25. März 2013
  10. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/bankenrettung-bank-of-cyprus-saniert/8570328.html
  11. spiegel.de: [1]
  12. Bank of Cyprus - Zyperns größte Bank Lübecker Nachrichten vom 24. März 2013
  13. Bank of Cyprus Cultural Foundation
  14. Durch die Bank of Cyprus finanziertes Onkologisches Zentrum, pdf