Banka e Shqipërisë

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Bank von Albanien
Banka e Shqipërisë
Hauptsitz Logo
Hauptsitz Logo
Hauptsitz Tirana
Gründung 22. April 1992 (rechtlich)[1]
Präsident Elisabeta Gjoni
Zentralbank für Albanien
Währung

Albanischer Lek

ISO 4217 ALL
Währungsreserven 1,9121 Mia. Euro (Februar 2012)[2]
Basisleihzinssatz 4.25 % (14. Mai 2012)[3]
Basisanlagezinssatz 2.5 % (14. Mai 2012)[3]
Drucker De La Rue[4]
Website www.delarue.com
Website

www.bankofalbania.org

Vorgänger

Banka e Shtetit Shqiptar

Liste der Zentralbanken

Die Banka e Shqipërisë (albanisch für Bank von Albanien) ist die Zentralbank Albaniens. Sie ist für die Geldpolitik des Balkanstaats zuständig und emittiert die Landeswährung Lek.

Der Hauptsitz befindet sich am Skanderbeg-Platz in der albanischen Hauptstadt Tirana. Die regionalen Niederlassungen befinden sich in Shkodra, Elbasan, Gjirokastra, Korça und Lushnja.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

1913 war es das Bestreben Ismail Qemalis eine albanische Zentralbank zu gründen. Dieses Vorhaben scheiterte an mangelndem Kapital und den politischen Verhältnissen kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. 1925 kam es unter der Regierung Ahmet Zogus zur Gründung der Zentralbank. Das Kapital kam von einem italienischen Konsortium, das das neue Bankhaus völlig beherrschte; so war etwa der Hauptsitz der Bank in Rom und nicht in der albanischen Hauptstadt. 1944 wurde die Bank von den Kommunisten verstaatlicht. Von 1925 bis 1944 hieß sie Banka Kombëtare e Shqipërisë (Nationalbank von Albanien), von 1944 bis 1992 Banka e Shtetit Shqiptar (Bank des Albanischen Staates).[1]

Im Juli 2014 wurde bekannt, dass ein Mitarbeiter über vier Jahre hinweg rund 7,13 Milliarden Lek, ungefähr fünf Millionen Euro, gestohlen hatte. Er hatte neu angelieferte Noten durch alte ersetzt. Das Geld habe er bei Glücksspielen und Sportwetten ausgegeben. Im Verlaufe der Ermittlungen wurden zahlreiche Personen festgenommen, so auch im September der Gouverneur und die Präsidentin des Aufsichtsrats. Sie werden des Amtsmissbrauches beschuldigt. Breite Kreise in Albanien vermuten, dass auch die Führung der Bank in den Diebstahl verwickelt war. Protestanten forderten den Rücktritt des Gouverneurs.[5][6]

Organisation[Bearbeiten]

Gouverneur[Bearbeiten]

Der Gouverneur (alb. Guvernatori) der Zentralbank Albaniens wird laut Artikel 161 der Verfassung mit dem Vorschlag des Staatspräsidenten vom Parlament für eine Periode von sieben Jahren gewählt. Gouverneur kann laut Artikel 44 jedes Mitglied des neunköpfigen Aufsichtsrates der Bank werden. Der Chef der Zentralbank hat das Recht, einmal wiedergewählt zu werden.[7]

Am 28. Oktober 2004 wurde Ardian Fullani vom ehemaligen Staatspräsidenten Alfred Moisiu vorgeschlagen und vom Parlament bestätigt. Am 17. November 2011 wurde er für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.[8] Am 6. September 2014 wurde er im Zusammenhang mit dem Diebstahl mehrerer Millionen verhaftet.

Präsidenten der Zentralbank Albaniens seit dem Sturz des Kommunismus in den frühen 1990er Jahren waren:[8]

Aufsichtsrat[Bearbeiten]

Der Aufsichtsrat setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen, die vorher von der Regierung vorgeschlagen werden und anschließend vom Parlament in ihrem Amt bestätigt werden.[7]

Folgende Teile dieser Liste scheinen seit 2014 nicht mehr aktuell zu sein: Elisabeta Gjoni wurde verhaftet. Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

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Die Mitglieder des Aufsichtsrates sind seit 2014:[9]

Architektur des Hauptgebäudes[Bearbeiten]

Eingangsportal des Hauptsitzes am Skanderbeg-Platz

Das Gebäude der Bank von Albanien nördlich des Skanderbeg-Platzes mitten in Tirana wurde 1936 vollendet. Sein Architekturstil ordnet sich in der Richtung des Rationalismus ein, eine Richtung, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Europa aufblühte. Das Projekt zum Gebäude wurde vom italienischen Architekten Vittorio Ballio Morpurgo (1890-1966) realisiert.

Dieser Stil ist für seine großen Volumen und markanten Linien an der Fassade bekannt. Hauptsächlich wurde er von staatlichen Bauten mit einem offiziellen Charakter übernommen mit dem Ziel, dass sie die Macht der Regierungen dieser Zeit ausdrückten, und wurde in vielen westeuropäischen Ländern angewendet. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, ist auch der Bau der Zentralbank Albaniens Teil der am meisten hervorstechenden Gebäuden dieser Zeit mit dem eigenen Stil, dem Rationalismus.

In seiner Projektidee war das Gebäude mit einem vieleckigen Grundriss konzipiert und in zwei funktionelle Bereiche geteilt: in den Hauptteil, welcher die repräsentative Funktion der Bank übernehmen würde, und in seinen Arbeitsbereich. Letzterer würde in den 1940er Jahren auf beiden Seiten dem Hauptteil angeschlossen werden, jedoch wurde dies auf Grund des ausbrechenden Zweiten Weltkriegs nicht verwirklicht.

Der Hauptteil ist bogenförmig erbaut, hervorgerufen durch seinen Standort am Hauptplatz der Stadt. Der Haupteingang des Gebäudes wurde mit einem riesigen Portal realisiert, das die ganze Höhe der Fassade einnimmt und auf breite Säulen steht. Die Außenmauern sind mit Wandreliefs aus Backstein in der charakteristischen Farbe dekoriert.

Ursprünglich war zudem ein Wohngebäude für die Bankangestellten Teil der Projektidee. Auch dieser Wohnblock wäre im rationalistischen Stil erbaut worden und in der Nähe der Bank angrenzend zum alten Parlamentsgebäude (heute Puppentheater) gestanden.[10]

2008 veröffentlichte die Zentralbank erste Pläne über die Restaurierung ihres Hauptsitzes in Tirana. Ein italienisches Architekturbüro sollte demnach für etwa 13 Millionen Euro das Gebäude modernisieren, erneuern, erweitern und auf den neuesten Stand der Technik bringen. Voraussichtliches Bauende ist 2013.[11] Zwischenzeitlich hat die Bank im ehemaligen Hotel Dajti Büros bezogen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Website der Zentralbank Albaniens: Historik i shkurtër i Bankës. Abgerufen am 19. Mai 2012 (albanisch).
  2. Zentralbank Albaniens: Statistical Report - February '12. Abgerufen am 19. Mai (englisch).
  3. a b Aktuelle Zinssätze der ZBA. Abgerufen am 19. Mai 2012.
  4. Zentralbank Albaniens: Kartëmonedha të qarkullimit. Abgerufen am 19. Mai 2012 (albanisch).
  5. Walter Müller: Albaner fordern Rücktritt des Zentralbank-Chefs. In: SRF. 12. August 2014, abgerufen am 8. September 2014.
  6. Adelheid Wölfl: Albanien: Chef der Nationalbank verhaftet. In: Der Standard. 7. September 2014, abgerufen am 8. September 2014.
  7. a b Website des Staatspräsidenten Albaniens: Albanian Constitution. Abgerufen am 19. Mai 2012 (englisch).
  8. a b Guvernatori i Bankës së Shqipërisë. Abgerufen am 19. Mai 2012 (albanisch).
  9. Website der Zentralbank Albaniens: Anëtarët e Këshillit Mbikëqyrës. Abgerufen am 19. Mai 2012 (albanisch).
  10. Website der Zentralbank Albaniens: Pamje nga banka. Abgerufen am 19. Mai 2012 (albanisch).
  11. Banka e Shqipërisë rrethohet me rrjetë në restaurim, vërtetohet shfrytëzimi i Mozaikut për biznes me “Vodafon”. Abgerufen am 19. Mai 2012 (albanisch).