Bankcard-Servicenetz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logo des Bankcard-Servicenetzes

Das Bankcard-Servicenetz (Eigenschreibweise BankCard ServiceNetz) ist ein Zusammenschluss der meisten deutschen Genossenschaftsbanken, der es seinen Kunden ermöglicht, mit ihrer Debitkarte bei allen Geldautomaten der Mitgliedsbanken in der Regel kostenlos Bargeld abzuheben. Der entsprechende Zusammenschluss zur banküberschreitenden Nutzung der Kontoauszugsdrucker heißt BankCard KontoInfo.

Das Bankcard-Servicenetz umfasst rund 19.200 Geldautomaten und ist damit das zweitgrößte Netz, direkt hinter dem der Sparkassen mit ca. 25.700 Automaten.

Ihm gehören praktisch alle Volks- und Raiffeisenbanken sowie weitere im Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken zusammengeschlossenen Banken an. Einzige Ausnahme ist die Sylter Bank eG[1] (Stand: 1. Februar 2013).

Einige Banken sind Doppelmitglieder im Bankcard-Servicenetz und im CashPool, wobei bei diesen für eigene Kunden oft Beschränkungen bei der Nutzung von Automaten des Bankcard-Servicenetzes gelten, zum Beispiel bzgl. der Menge der kostenlosen Verfügungen. Die Sylter Bank eG ist zurzeit jedoch auch nicht im CashPool eingegliedert.

Verrechnung zwischen den Banken[Bearbeiten]

Die am Bankcard-Servicenetz teilnehmenden Banken berechnen sich gegenseitig für Bargeldverfügungen von Kunden eines jeweils anderen Bankcard-Teilnehmers einen reduzierten Gebührensatz von max. 2,05 EUR, meist jedoch 1,02 EUR. Die kartenausgebende Bank trägt bis zu 1,02 EUR dieser Gebühr, so dass die Verfügung trotzdem für den Kunden meist kostenfrei ist. Auf dem Kontoauszug ist sie oft dennoch am Text "Übernahme Gebühr: 1,02 EUR" zu erkennen. Dieses Verfahren gewährleistet, dass eine Bank auch einen wirtschaftlichen Nutzen aus der Aufstellung von Geldautomaten ziehen kann und nicht besser damit fährt, auf die Aktivitäten anderer Banken im Verbund zu bauen.

Problematik für Kleinbanken und Banken mit verstreuter Kundschaft[Bearbeiten]

Aus der Verrechnungsmethode ergibt sich für kleinere Banken und solche, die traditionell eine verstreute Kundschaft ansprechen, das Problem, dass sie mit den eigenen Geldautomaten nicht die Gebühreneinnahmen erzielen können, die eigene Kunden an Geldautomaten von Fremdbanken verursachen: So befinden sich zum Beispiel Kirchenbanken oft nur an Verwaltungsstandorten der jeweiligen Kirche, die Pax-Bank zum Beispiel an den Bischofssitzen Aachen und Köln, während die Kundschaft großflächig verteilt ist. In diesem Fall ergibt sich für die Bank das Problem, dass ihre Kunden gar keine praktikable Methode haben, eigene Automaten zu nutzen und auch nur vereinzelt Verfügungen von Fremdkunden getätigt werden. Das gilt analog für kleine Volks- und Raiffeisenbanken, deren Geschäftsgebiet in Trabantenstädten liegt und deren Kunden die Bargeldverfügungen in größeren Nachbarstädten tätigen. Allerdings ist der Ausstieg aus dem Bankcard-Servicenetz für die betroffene Bank auch mit dem Verlust eines für viele Kunden relevanten Merkmals – leichte und günstige Verfügbarkeit von Bargeld – verbunden.

Doppelmitglieder CashPool & Bankcard-Servicenetz[Bearbeiten]

Folgende Banken sind sowohl Mitglied im CashPool als auch im Bankcard-Servicenetz. Beschränkungen für deren Kunden bei der Nutzung von Bankcard-Servicenetz-Automaten werden mit aufgeführt, sofern bekannt:

  • BBBank eG
    • Übernimmt für eigene Kunden bei bis zu zwei Verfügungen im Monat die Gebühr von 1,02 EUR, danach wird diese berechnet. Für kostenlose Bargeldverfügungen wird an CashPool-Automaten verwiesen.
  • Bank für Sozialwirtschaft
    • Für eigene Kunden sind Bankcard-Servicenetz-Automaten nicht kostenfrei nutzbar, es fällt die vergünstigte Gebühr an. Für kostenlose Bargeldverfügungen wird an CashPool-Automaten verwiesen.
  • Sparda-Banken
    • Für eigene Kunden sind Bankcard-Servicenetz-Automaten nicht kostenfrei nutzbar, es fällt die vergünstigte Gebühr an. Für kostenlose Bargeldverfügungen wird an CashPool-Automaten verwiesen.

Ehemalige Doppelmitglieder CashPool & Bankcard-Servicenetz[Bearbeiten]

  • PSD Banken
    • Alle PSD Banken bieten ihren Kunden mindestens vier kostenlose Bargeldverfügungen an BankCard-Geldautomaten pro Monat, bzw. eine entsprechende Anzahl je Quartal, an. Einzige Ausnahme ist die PSD Bank Hannover, die keine Girokonten anbietet. Etwa die Hälfte der PSD Banken bietet fünf oder sogar eine unbegrenzte Anzahl von Bargeldverfügungen an BankCard-Geldautomaten an. Ist die Anzahl an Freiposten erschöpft, fallen danach die Eigenkosten der Bank in Höhe von 1,02 EUR je Verfügung an.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Liste der nicht teilnehmenden Banken vom BVR