Bankfachwirt
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Bankfachwirt ist ein Fortbildungsberuf, der von der deutschen Industrie- und Handelskammer (IHK) ausgebildet wird. Nach einer Ausbildungsdauer von 2 Jahren bzw. 4 Semestern, die berufsbegleitend absolviert werden (entspricht 500 akademische Stunden) vergibt die IHK nach erfolgreicher Abschlussprüfung den IHK-Titel "Geprüfter Bankfachwirt/in".
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[Bearbeiten] Voraussetzungen
Ein Bankfachwirtstudium, das in der Regel von privaten Ausbildungsträgern wie zum Beispiel der Frankfurt School of Finance & Management, den Genoakademien der Volks- und Raiffeisenbanken oder den Sparkassenakademien angeboten wird, setzt voraus, dass der Student über eine Ausbildung als Bankkaufmann/frau oder einer anderen kaufmännischen Ausbildung verfügt. Zusätzlich ist eine Berufserfahrung von mind. 2 Jahren Voraussetzung. Alternativ reicht auch eine Berufserfahrung von mindestens 6 Jahren im Kredit beziehungsweise Finanzgeschäft. Hier ist anzumerken, dass immer der Ausbildungsträger über die Studienteilnahme entscheidet.
[Bearbeiten] Studieninhalte
Das Bankfachwirtstudium ist im Vergleich zu anderen Fachwirtstudiengängen sehr allgemein bildend aufgebaut. So werden die Fachrichtungen Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Allgemeine Bankbetriebswitschaft, Recht und Personal- und Kommunikation gelehrt. Als Zusatzqualifikation wird ab dem 3. Semester Privatkundengeschäft, Immobiliengeschäft oder Firmenkundengeschäft angeboten. Mit diesen Inhalten erlangt der Studierende annähernd die Qualifikation, die auch klassische Bachelorabsolventen an Fachhochschulen oder Berufsakademien erlangen. Die Universitäten sind hier auszuklammern, da solche Studiengänge noch weitaus komplexer aufgebaut sind.
[Bearbeiten] Einsatzgebiete
Einsatzgebiete von Bankfachwirten sind zum Beispiel als Klassische Fachspezialisten im Privatkundengeschäft (Retail oder Private Banking), im Firmkundengeschäft oder im Immobiliengeschäft. Auch Führungsaufgaben im unteren bis mittleren Management werden durch Bankfachwirte wahrgenommen. Beispiele: Filialleitungen, Gruppenleitung oder Abteilungsleitung.
Aufstiegsmöglichkeiten: Bankfachwirte haben weiterhin mehrere Möglichkeiten, sich für höhere Tätigkeiten zu qualifizieren. Das Bankfachwirtstudium ermöglicht die Teilnahme an der IHK - Ausbildereignungsprüfung (AEVO) unter vereinfachten und kostengünstigeren Bedingungen. In der Regel kostet ein Lehrgang nur ca. ein Drittel der normalen Kosten von ca. € 500,00. Weiterhin muss nur die mündliche Prüfung absolviert werden. Der schriftliche Prüfungsteil entfällt komplett.
Bankfachwirte können sich weiterhin zum IHK - Betriebswirt (höchste Weiterbildungstufe der IHK seit 1997) ausbilden lassen. Alternativ kann an der Frankfurt School of Finance and Management, den Genoakademien der Volks- und Raiffeisenbanken oder an den Sparkassenakademien ein Bankbetriebswirtstudium oder der dipl. Bankbetriebswirt (Managementstudium) absolviert werden.
Gehaltserwartung: Bankfachwirte verdienen zwischen € 40.000 - € 50.000,00 brutto.
[Bearbeiten] Zukunft
Das Bankfachwirtstudium erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Es ist jedoch zu erkennen, dass aufgrund des weiterhin sehr hohen Schwierigkeitsgrades der IHK-Abschlussprüfung prozentual weniger Studienteilnehmer zu verzeichnen sind.
Auch die Kosten des Bankfachwirtstudiums von ca. € 4.000,00 spielen eine Rolle, obwohl durch das Meister-Bafög diese Aufstiegsfortbildung bis zu 35% gefördert wird. Auch eine Kreditfinanzierung über die KfW ist möglich.
Außerdem bieten Banken den Abiturienten sehr gern einen Ausbildungsplatz mit einem Studienplatz an einer Berufsakademie an. Nach erreichtem Abschluss tragen die Ausgebildeten die staatliche Abschlussbezeichnung: Bachelor of Arts - Fachrichtung Bank oder Finance of Management. Der sog. staatliche Bachelor wird von den Kultusministern aller Bundesländer mit einem akademischen Bachelor gleichgestellt. Somit können "BA-Bachelors" ihren Master absolvieren oder sogar promovieren.
Diese Möglichkeit bietet sich Bankfachwirten per se nicht, was ihren Stellenwert jedoch nicht beeinflussen sollte, da sie mit diesen Abschlüssen nicht in direkte Konkurrenz gestellt werden. Die Entwicklung zeigt, dass der klassische Bankkaufmann zunehmends für sein klassisches Aufgabenfeld die Zusatzqualifikation als Bankfachwirt benötigt und für höhere Aufgaben akademische Abschlüsse gefordert werden.
Die historische Leiterkarriere von der Ausbildung zur Leitungsfunktion kommt nur noch in Ausnahmefällen vor.

