Bankia (Bank)

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  Bankia
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Staat Spanien
Sitz Madrid und Valencia
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN ES0113307021
BIC CAHMESMMXXX[1]
Gründung 3. Dezember 2010
Website www.bankia.com
Geschäftsdaten Vorlage:Infobox Kreditinstitut/Wartung/Daten veraltetVorlage:Infobox Kreditinstitut/Wartung/Jahr fehlt
Bilanzsumme 328 Mrd. EUR (2010)
Mitarbeiter 26.000 (2010)[2]
Leitung
Vorstand * José Ignacio Goirigolzarri, Präsident

Bankia ist eine spanische Bank, die im Dezember 2010 durch die Fusion von sieben spanischen Banken entstanden ist. Im Mai 2012 wurde sie zusammen mit dem im gleichen Zuge gegründeten Mutterkonzern Banco Financiero y de Ahorros verstaatlicht. Mit einer Bilanzsumme von 328 Milliarden Euro ist sie die viertgrößte Bank Spaniens.

Geschäftsfelder[Bearbeiten]

Bankia betreibt die Bereiche Retailgeschäft, Geschäftsbank, Unternehmensfinanzierung, Kapitalmarkt, Vermögensverwaltung und Privatkundengeschäft und bietet eine breite Palette von Finanzprodukten und Dienstleistungen an. Bankia verfügt über ein umfassendes Filialnetz in Spanien sowie über Präsenzen im europäischen Ausland (Dublin, Lissabon, London, Mailand, München, Paris, Porto, Warschau und Wien) sowie in Übersee (Miami, Peking und Schanghai). Der Konzern verfügt über ein großes und diversifiziertes Portfolio von Geschäftseinheiten mit einem Wert von 5,5 Milliarden Euro zum 31. Januar 2011.

Sitz[Bearbeiten]

Sitz in Madrid

Die Bank hat ihren Hauptsitz und die Anschrift der Beteiligungsgesellschaften in Valencia und ihren operativen Geschäftssitz in Madrid.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und Börsengang[Bearbeiten]

Die Bank wurde am 3. Dezember 2010 gegründet. Bankia wurde als Zusammenschluss von sieben spanischen Finanzinstituten geboren, mit großer Präsenz in ihren Bereichen. Der Zusammenschluss der sieben Banken wurde in nur vier Monaten vollzogen, der Integrationsvertrag wurde am 30. Juli 2010 unterzeichnet. Der Anteil der Aktien war wie folgt:

Am 20. Juli 2011 ging Bankia an die Börse. Der Chef des neuen Instituts, Rodrigo Rato (Ex-Wirtschaftsminister und Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds) bekam viel öffentliches Lob. Am 20. November 2011 fanden in Spanien vorgezogene Neuwahlen statt. Es kam zu einem Regierungswechsel: das Kabinett Zapatero II wurde vom Kabinett Rajoy abgelöst. Der neue Wirtschaftsminister Luis de Guindos bezeichnete die Fusion und den Börsengang von Bankia als einen Fehler.[3] Im Jahr 2011 kostete eine Aktie rund 45 Euro, bis Ende April 2012 war der Aktienkurs der Bank auf 30 Euro gefallen.

Immobilienkrise und Verstaatlichung[Bearbeiten]

Am 7. Mai 2012 trat Rodrigo Rato überraschend vom Chefposten zurück.[4] Sein Nachfolger wurde José Ignacio Goirigolzarri. Zwei Tage später verstaatlichte Spanien die Bank.[5] Über mögliche Gründe für die schnelle Verstaatlichung wird viel berichtet.[6]

Der Spiegel schrieb dazu:

„Die Bankia gilt wegen ihrer zahlreichen faulen Immobilienkredite als der größte Problemfall im spanischen Finanzsektor. Das Institut ist das viertgrößte des Landes. Es war aus dem Zusammenschluss von Caja Madrid mit einer Reihe kleinerer Sparkassen hervorgegangen. Bankia hat zehn Millionen Kunden.

Der kriselnde spanische Bankensektor entwickelt sich zu einer immer größeren Belastung für die Euro-Zone. Die Institute sitzen seit dem Ende des Baubooms im Land auf großen Mengen fauler Kredite aus der Immobilienbranche. Nach Angaben der Regierung beläuft sich das Gesamtvolumen der Immobilienkredite spanischer Banken auf 320 Milliarden Euro. Davon wurden 180 Milliarden als „giftig“ eingestuft.“[5]

Am 24. Mai 2012 wurde bekannt, dass Bankia vom spanischen Staat eine Finanzspritze von 9 Milliarden Euro erhält. Wirtschaftsminister Luis de Guindos teilte mit, diese setze sich zusammen aus 7,1 Milliarden Euro für zusätzliche Abschreibung im Zuge der Bankenreformen in Spanien sowie 1,9 Milliarden Euro Kapitalpuffer zur Erfüllung europäischer Vorgaben.[7] Einen Tag später forderte die Bank weitere Staatshilfen in Höhe von 19 Milliarden Euro, woraufhin die Rating-Agentur Standard & Poor’s die Bonität des Instituts sowie vier weiterer spanischer Banken herabstufte.[8]

Am 31. August 2012 meldete die Bank während der Sanierungsphase einen Verlust im ersten Halbjahr 2012 von 4,45 Mrd. Euro. Die spanische Regierung machte den Vorschlag, dass der staatliche Rettungsfonds Fondo de Reestructuración Ordenada Bancaria (FROB) mit einem Nettokapital von 4,1 Mrd. Euro aushelfen könne. Die Bank von Spanien (Zentralbank) sollte dies prüfen. Bankia gab zudem bekannt, dass von Januar bis Juni 2012 offenbar verunsicherte Kunden rund sieben Milliarden Euro von den Bankia-Konten abgezogen haben.[9] Wie die Bank Ende 2012 bekannt gab, sei aus Kostengründen die Schließung von rund 1100 Filialen geplant. Im darauf folgenden Jahr wurden weitere Details bekanntgegeben, so sollen auf den Kanarischen Inseln 54 Filialen geschlossen werden. Die Bevölkerung der Inseln wehrt sich seither gegen diese Pläne, besonders in den ländlichen Gebieten.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bankia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag im BIC Directory beim SWIFT
  2. Youtube: Corporative video
  3. standard.at 24. Mai 2012: Spanien steckt Bankia Geld zu
  4. rhein-zeitung.de: Rato als Chef der spanischen Großbank Bankia zurückgetreten
  5. a b spiegel.de: Spanien verstaatlicht viertgrößte Bank des Landes
  6. spiegel.de: Die Angst vor dem griechischen Bankenbeben
  7. spiegel.de: Spanien rettet Bankia mit neun Milliarden Euro
  8. Antrag auf Staatshilfe: Spanische Krisenbank braucht weitere 19 Milliarden Euro bei Spiegel Online, abgerufen am 25. Mai 2012
  9. Bankia deckt Milliardenverlust auf: Madrid ruft den Spanien-Fonds bei n-tv, abgerufen am 31. August 2012
  10. Bankia schließt 54 Standorte auf den Kanaren - 167 Angestellte betroffen bei infos-grancanaria.com, abgerufen am 3. September 2013