Bannewitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bannewitz
Bannewitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bannewitz hervorgehoben
50.99305555555613.716666666667221Koordinaten: 51° 0′ N, 13° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Höhe: 221 m ü. NHN
Fläche: 25,81 km²
Einwohner: 10.470 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 406 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 01728,
01731 (Hornschänke)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 0351, 035206
Kfz-Kennzeichen: PIR, DW, FTL, SEB
Gemeindeschlüssel: 14 6 28 050
Gemeindegliederung: 4 Ortschaften mit 11 Ortsteilen
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 6
01728 Possendorf
Webpräsenz: www.bannewitz.de
Bürgermeister: Christoph Fröse (parteilos)
Lage der Gemeinde Bannewitz im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Altenberg (Erzgebirge) Bad Gottleuba-Berggießhübel Bad Schandau Bahretal Bannewitz Dippoldiswalde Dohma Dohna Dorfhain Dürrröhrsdorf-Dittersbach Freital Glashütte Gohrisch Hartmannsdorf-Reichenau Heidenau Hermsdorf Klingenberg Hohnstein Sebnitz Königstein (Sächsische Schweiz) Kreischa Liebstadt Lohmen Müglitztal Neustadt in Sachsen Pirna Klingenberg Rabenau Rathen Rathmannsdorf Reinhardtsdorf-Schöna Rosenthal-Bielatal Dippoldiswalde Sebnitz Sebnitz Stadt Wehlen Struppen Stolpen Tharandt Wilsdruff Sachsen Tschechien Landkreis Bautzen Dresden Landkreis Meißen Landkreis MittelsachsenKarte
Über dieses Bild

Bannewitz ist eine verwaltungsgemeinschaftsfreie Gemeinde südlich von Dresden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Geografie[Bearbeiten]

Gemarkungen der Gemeinde Bannewitz

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Bannewitz grenzt im Süden und Südosten an Ortsteile von Kreischa (Kleba, Brösgen, Theisewitz, Kleincarsdorf, Quohren), im Südwesten an Teile der Stadt Rabenau (Karsdorf, Oelsa, Obernaundorf), im Westen an Freital und im Norden und Nordosten an die sächsische Landeshauptstadt Dresden. Vermutlich befindet sich die Wüstung Franken auf dem Gebiet zwischen Possendorf, Brösgen, Kleba, Golberode und Rippien.[2]

Blick über Bannewitz, im Hintergrund Dresden

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bannewitz besteht aus den vier Ortschaften Bannewitz, Possendorf, Goppeln und Rippien. Die Ortschaften ihrerseits bestehen aus den folgenden Ortsteilen:

Der Ortsteil Bannewitz besteht aus den historischen Dörfern Bannewitz, Eutschütz, Nöthnitz und Rosentitz, die jeweils in nach ihnen benannten Gemarkungen liegen.

Geschichte[Bearbeiten]

Altes Bauernhaus im Ortsteil Boderitz

Im Jahr 1311 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung als „Panewycz“ als slawische Siedlung. Bannewitz gehört Anfang des 20. Jahrhunderts zur Amtshauptmannschaft Dresden, Possendorf hingegen zur Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde. 1952 werden die damals noch selbständigen Gemeindeteile dem neuen Kreis Freital zugeschlagen. Nach der Fusion des Landkreises Freital mit dem Landkreis Dippoldiswalde wird Bannewitz 1994 Teil des neuen Weißeritzkreises. 1999 fusionieren die Gemeinden Possendorf und Bannewitz; wobei der Bannewitzer Ortsteil Kauscha nach Dresden eingemeindet wird. Im August 2008 geht Bannewitz mit dem Weißeritzkreis in den neugebildeten Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge über.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

  • 1915: Eutschütz
  • 1922: Boderitz, Welschhufe
  • 1923: Nöthnitz
  • 1. Juli 1950: Cunnersdorf (bei Kaitz)[3]
  • 1. Juli 1996: Goppeln[4]
  • 1. Januar 1999: Zusammenschluss von Bannewitz und Possendorf[5]

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

  • 1552: 11 besessene Mann
  • 1764: 11 besessene Mann, 2 Gärtner, 3 Häusler
  • 1834: 121 Einwohner
  • 1871: 402 Einwohner
  • 1890: 758 Einwohner
  • 1910: 1458 Einwohner
  • 1925: 3731 Einwohner
  • 1939: 3884 Einwohner
  • 1946: 4100 Einwohner
  • 1950: 4895 Einwohner
  • 1964: 4644 Einwohner
  • 1990: 3340 Einwohner
  • 2000: 10.105 Einwohner
  • 2006: 10.742 Einwohner
  • 2007: 10.703 Einwohner
  • 2008: 10.689 Einwohner
  • 2009: 10.682 Einwohner
  • 2010: 10.703 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[6]
Wahlbeteiligung: 72,3 %
 %
40
30
20
10
0
30,3 %
14,1 %
13,9 %
13,3 %
7,0 %
5,7 %
5,5 %
5,5 %
4,8 %

Gemeinderat[Bearbeiten]

Seit der Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 verteilen sich die 18 Sitze des Stadtrats wie folgt auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen:

Partei / Gruppierung Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 6
Freie Wählergemeinschaft Bannewitz (FWB) 3
WV Börnchen Hänichen Possendorf Rippien 2
Die Linke (DIE LINKE) 2
Freie Demokratische Partei (FDP) 1
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 1
Bürgergemeinschaft 1
Wählervereinigung Kommunalabgaben 1
Bündnis 90/Die Grünen (GRÜNE) 1

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister von Bannewitz ist seit dem 1. April 2008 der parteilose Christoph Fröse.

Wappen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bannewitz führt nach Beschluss des Gemeinderates vom 15. Dezember 2005 ein amtlich genehmigtes Wappen.

Blasonierung: „Im Göpelschnitt geteilt; vom Silber grün bordiertes und von zwei grünen Pfahlfäden gespaltenes silbernes Gebäude mit sechs grünen Fenstern sowie grünem Dach mit Dachreiter (Malakoff-Turm); hinten in Silber grüne Eiche; unten in Grün drei silberne mit den Füßen verwachsene Kreuze und zwischen diesen drei silberne sechszackige Sterne.“[7]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bannewitz unterhält mit der Stadt Bräunlingen in Baden-Württemberg eine Partnerschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bannewitz wird durch ein reges kulturelles Vereinsleben geprägt. Neben drei Karnevalsvereinen, zwei Sportvereinen gibt es auch zwei Musikvereine und viele weitere kleinere Vereine:

  • Karnevalsklub Bannewitz
  • Schützen- und Karnevalsverein Goppeln
  • Karnevalsverein Possendorf
  • SV Bannewitz e.V.
  • SG Empor Possendorf e.V.
  • Musik-, Tanz- und Kunstschule Bannewitz e.V.
  • Musikverein Bannewitz e.V.
  • Feuerwehrverein Bannewitz
  • Feuerwehrverein Possendorf
  • Dorf- und Feuerwehrverein Goppeln Hänichen

sowie weitere Vereine, die am Gemeindeleben teilnehmen.

Museen[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Geburtshaus von Ferdinand von Schill in Wilmsdorf

Parks[Bearbeiten]

Am nordöstlichen Rand von Bannewitz befindet sich der Schlosspark Nöthnitz, an welchen das Schloss Nöthnitz grenzt. Im Ortsteil Possendorf, in der Nähe der Schulstraße, befindet sich zudem ein Schulpark. Ein weiterer Park, der Lunapark, befindet sich auf dem Rücken des Gohligs am nördlichen Rand des Ortsteils Hänichen. Von hier kann nach Dresden, über das Elbtal, bis in die Sächsische und Böhmische Schweiz sowie in das Osterzgebirge geblickt werden.

Sportvereine[Bearbeiten]

  • SV Bannewitz e.V. Der Sportverein verfügt über die Abteilungen Fußball, Tischtennis, Volleyball und Schach. Dabei vertreten die 1. Mannschaften der Tischtennis- und Schachabteilung den Verein in der Bezirksliga bzw. 1.Landesklasse. Im Fußball spielte der SV Bannewitz seit der Saison 2006/2007 in der Landesliga Sachsen, musste aber nach der Saison 2009/10 in die Bezirksliga Dresden (später Mitte) absteigen.
  • SG Empor Possendorf e.V. verfügt über die Abteilungen Fußball, Volleyball, Popgymnastik und Turnen. Insgesamt hat der Verein 510 Mitglieder die Freizeit- und Wettkampfsport betreiben. Beim Fußball konnte die 1. Männermannschaft in die Bezirksliga Staffel Mitte aufsteigen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Feuerwehrfest Bannewitz (Ende April/1. Mai)
  • Feuerwehrfest in Cunnersdorf (Anfang Mai)
  • Muttertagsfeier des Musikvereins (Muttertag – 2. Sonntag im Mai)
  • Volleyballturnier um den Bürgermeisterpokal (Ende Mai bzw. Anfang Juni)
  • Bannewitzer Sommerfest der Künste (Mitte Juni)
  • Bannewitzer KulturTage (Ende Juni/Anfang Juli)
  • Possendorfer Filmfest mit Teichfliegen (Mitte August)
  • Possendorfer Oktoberfest (Anfang Oktober)
  • Weihnachtsstübl in der KulturTankstelle (1. Advent)
  • Possendorfer Weihnachtsmarkt (1. Advent)
  • Weihnachtsmarkt Schloss Nöthnitz (Samstag/Sonntag 2.Advent)
  • Glühweinfest in Hänichen (Mitte Dezember)
  • Weihnachtskonzert der Musik-, Tanz- und Kunstschule Bannewitz in der Bannewitzer Kirche (Samstag vorm 3. Advent)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch die Gemeinde Bannewitz führte seit 1856 die Windbergbahn von Potschappel, welche ursprünglich als Industriebahn zur Abfuhr der bei Hänichen und am Windberg geförderten Steinkohlen gebaut wurde. Nach der Aufnahme des Personenverkehrs und der Verlängerung bis Possendorf 1909 entwickelte sich die Verbindung zu einer bedeutenden Ausflugsbahn. 1951 wurde die Strecke stillgelegt und abgebaut.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Das Rittergut Nöthnitz musste infolge der Bodenreform 1946 seine Ländereien an Neubauern aufteilen. 1952 wurde die LPG Fortschritt Bannewitz gegründet, welche 1956 ein sechsställigen Offenstall mit Milchkühen an der Horkenstraße und Schweineställe in Kleinnaundorf in Betrieb nahm. Im ehemaligen Rittergut Nöthnitz war die Werkstatt untergebracht. Heute gehört die LPG Freundschaft Bannewitz zur Bannewitzer Agrarprodukte GmbH ein Tochterunternehmen der Dresdner Vorgebirgs Agrar AG. Nach der Deutschen Einheit entstanden auch etliche Wiedereinrichter.

Medien[Bearbeiten]

  • Sächsische Zeitung, Lokalausgabe Freital
  • Bannewitzer Amtsblatt

Bildung[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Johann Joachim Winckelmann (1717–1768), Begründer der modernen Kunstwissenschaften und der Klassischen Archäologie, Wegbereiter der Weimarer Klassik
  • Mutter Augustina (bürgerlicher Name Maria Katharina Clara Schumacher (1887–1945)), Gründerin der Kongregation der Nazarethschwestern vom hl. Franziskus in Goppeln
  • Josef Eduard Tammer (1883–1959), Maler
  • Theodor Reuning (1807–1876), Agronom, Jurist

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Franken im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  3. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  6. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_erg.prc_erg_gr?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14628050
  7. Gemeinde Bannewitz – Ordnung zur Verwendung von Gemeindewappen (PDF; 261 kB)

Literatur[Bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Bannewitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 24. Heft: Amtshauptmannschaft Dresden-Altstadt (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1904, S. 1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bannewitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Bannewitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen