Banská Štiavnica

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Banská Štiavnica
Wappen Karte
Wappen von Banská Štiavnica
Banská Štiavnica (Slowakei)
Banská Štiavnica
Banská Štiavnica
Basisdaten
Staat: Slowakei
Kraj: Banskobystrický kraj
Okres: Banská Štiavnica
Region: Pohronie
Fläche: 46,738 km²
Einwohner: 10.259 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 219,5 Einwohner je km²
Höhe: 600 m n.m.
Postleitzahl: 969 24
Telefonvorwahl: 0 45
Geographische Lage: 48° 28′ N, 18° 54′ O48.45861111111118.893055555556600Koordinaten: 48° 27′ 31″ N, 18° 53′ 35″ O
Kfz-Kennzeichen: BS
Kód obce: 516643
Struktur
Gemeindeart: Stadt
Gliederung Stadtgebiet: 5 Stadtteile
Verwaltung (Stand: Januar 2011)
Bürgermeisterin: Nadežda Babiaková
Adresse: Mestský úrad Banská Štiavnica
Radničné námestie 1
96924 Banská Štiavnica
Webpräsenz: www.banskastiavnica.sk
Statistikinformation auf statistics.sk

Banská Štiavnica ( Aussprache?/i, bis 1927 slowakisch „Baňská Štiavnica“;[1] deutsch Schemnitz oder Schebnitz, ungarisch Selmecbánya) ist die älteste Bergstadt der Slowakei. 1993 wurde die Stadt in das Weltkulturerbe-Verzeichnis der UNESCO aufgenommen. Zum 31. Dezember 2013 waren in der Stadt 10.259 Einwohner zu verzeichnen.

Geographie[Bearbeiten]

Blick auf die Stadt Banská Štiavnica: Altes (im Hintergrund) und Neues Schloss links, Stadtzentrum mit Schulgebäuden in der Mitte - unter dem Glanzenberg, Kalvarienberg rechts

Die Stadt liegt inmitten der Schemnitzer Berge, einem erloschenen vulkanischen Gebirge, das auch als Landschaftsschutzgebiet Štiavnické vrchy gesetzlich geschützt wird. Durch die Stadt fließt der Bach Štiavnička, der im Stadtgebiet fast komplett unterirdisch verläuft. Um den kleinen Talkessel, in dem die Stadt liegt, erheben sich zwei Berge: die Kalvária (Höhe 726 m n.m.) sowie der Sitno weiter südlich (Höhe 1009 m n.m.; höchste Erhebung der Štiavnické vrchy). Während der Talkessel weitgehend entwaldet ist, wachsen in den Bergen Fichten, Kiefern und Tannen. Die umliegende Landschaft wird zudem auch durch eine Anzahl der sog. tajchy (Stauseen) geprägt. Banská Štiavnica ist 30 Kilometer von Zvolen, 47 Kilometer von der Regionalhauptstadt Banská Bystrica und etwa 175 Kilometer von der Hauptstadt Bratislava entfernt (Straßenentfernung). Das Gemeindegebiet umfasst fast 47 Quadratkilometer.

Die Stadt setzt sich aus folgenden Stadtteilen zusammen:

  • Banky (1971–1998 Gemeindeteil von Vyhne)
  • Banská Štiavnica (deutsch Schemnitz)
  • Počúvadlianske Jazero (deutsch Pockhauser Teich)
  • Sitnianska (vorher auch „Podsitnianska“, 1971 eingemeindet; deutsch Neustift)
  • Štefultov (um 1850 nach Sitnianska eingemeindet; deutsch Steffelsdorf)

Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Luftlinie zum nächsten Ortszentrum und die Entfernungen sind auf halbe Kilometer kaufmännisch gerundet. Städte sind fett hervorgehoben.

Vyhne
8,5 km
Sklené Teplice, Žiar nad Hronom
8 km, 15 km
Banská Belá, Zvolen
3,5 km, 21,5 km
Hodruša-Hámre, Žarnovica
9,5 km, 14 km
Nachbargemeinden Banský Studenec
6 km
Štiavnické Bane, Levice
3 km, 34 km
Ilija, Šahy
4,5 km, 43,5 km
Svätý Anton, Krupina
5 km, 17,5 km

Geschichte[Bearbeiten]

Der Stollen Glanzenberg
Das Neue Schloss oberhalb der Stadt

Der Ort ist ein alter Siedlungsplatz mit ersten nachgewiesenen Funden aus der Steinzeit. Nach weiteren Kulturen siedelten sich die Kelten gegen Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. an und förderten Gold aus den Flüssen. Es handelte sich um eine saisonale Siedlung, die nur in für den Bergbau geeigneten Monaten bewohnt war. Im Stollen Glanzenberg wurde 1982 importierte römische Keramik entdeckt, was auf Handel mit den Römern hinweist. Vom Ende des 3. bis zum 11. Jahrhundert wurden jedoch bis heute keine Funde, die auf eine menschliche Anwesenheit nachweisen, gefunden.[2]

Erst mit der Erschließung des Gebiets durch den frühen ungarischen Staat ist der Bergbau wieder belegt, zum ersten Mal in 1075. 1156 wird die Stadt in einer Urkunde als terra banensium („Land der Bergleute“) erwähnt, manchen Quellen nach gilt diese Urkunde jedoch als gefälscht. 1217 wird die Gegend als Bana erwähnt.[3] Seit dem späten 12. Jahrhundert haben sich deutsche Kolonisten, mehrheitlich aus Sachsen und dem Alpenraum, in mehreren Wellen angesiedelt. Schon im 13. Jahrhundert war die Stadt für ihren Gold- und Silberabbau bekannt und erhielt wahrscheinlich noch vor dem Mongoleneinfall 1241 im Jahr 1237 (sicherlich aber im Jahr 1255)[4] das Stadtrecht und war als eine Königliche Freie Bergstadt eingestuft.

1380 schloss sich die Stadt mit Neusohl und Kremnitz zu einem Bündnis zusammen, um Bergbauprobleme lösen zu können. Später wandelte sich dieses Bündnis zu den Freien Bergstädten, die neben diesen Städten auch Libethen, Dilln, Pukanz und Königsberg umfasste.

Im 15. Jahrhundert wurde die Stadt zum Schauplatz der Konflikte um den ungarischen Thron. Im Rahmen der Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern von Vladislav I. und Ladislaus Postumus (den die Bergstädte unterstützten) wurde die Stadt 1442 niedergebrannt und viele Einwohner getötet. Die Vernichtung wurde nur ein Jahr später von einem Erdbeben vollendet. Der Wiederaufbau konnte erst während der Herrschaft von Matthias Corvinus, der die Stadt von verschiedenen Gebühren befreite, stattfinden. 1513 wurde das alte Stadtrecht wieder bestätigt.

Die schlechte wirtschaftliche Lage am Anfang des 16. Jahrhunderts, die vor allem mit den Kriegen gegen die Osmanen sowie mit Aufständen zu tun hatte, sowie Streitigkeiten der Stadt mit der Familie Dóczy sowie große Schulden bei den Thurzos, dienten als Auslöser für den Bergleute-Aufstand von 1525/26. Nachdem die vorrückende osmanische Armee 1541 die Hauptstadt Buda eingenommen hatte, musste sich die Stadt gegen mögliche türkische Angriffe befestigen. So entstand neben den äußeren und inneren Befestigungsring das sog. Alte Schloss, das ursprünglich eine Kirche war. 1564–1571 wurde das Neue Schloss errichtet und die Stadt hatte eine Garnison und einen Spionagedienst, der über türkische Bewegungen Bericht erstattete.[3] Zu dieser Zeit wurden die Bergstollen, die bisher von den privaten Unternehmen weitgehend kontrolliert wurden, an die habsburgische Regierung in Wien und deren Ärar übertragen.

In der Umgebung der Stadt wurde im Jahr 1627 erstmals Schwarzpulver im Bergbau eingesetzt. Die schon schlechte Lage wurde im 17. Jahrhundert noch schlimmer, als die Kontrolle zwischen den aufständischen Armeen und dem kaiserlichen Hof wechselte. Daneben musste man auch mit weiteren türkischen Angriffen und Bergleute-Aufständen rechnen. 1703–1711 war die Stadt unter der Kontrolle der Anhänger von Franz II. Rákóczi; 1710 brach dort eine verheerende Pest aus. Diese Ereignissen ließen die Stadt in einer enormen Schuld, gemeinsam mit der fallenden Effizienz des Bergwerk.[3] Nur noch einige Jahren zuvor wurde aber das absolute Maximum im Bergwerk gefördert - im Jahr 1690 wurden 29.000 kg Silber und 605 kg Gold gefördert.

Erst nach dem Frieden von Sathmar konnte die Stadt eine weitere Blütezeit erleben. Um einer Schließung des Bergwerks durch Wassereinbrüche zu verhindern und zugleich Wasserenergie für den nur schwach versorgten Ort zu gewinnen, errichtete man sechzig[5] Stauseen, die sog. tajchy und installierte ein kompliziertes Pumpensystem.[6] 1722 wurden Teile des Bergwerks, die durch Wassereinbrüche unzugänglich geworden waren, mit einer Feuermaschine trockengelegt. Der Engländer Isaac Potter und Joseph Emanuel Fischer von Erlach errichteten damit die erste Feuermaschine auf dem Festland. Johann Georg Keyßler schrieb darüber 1751: "Sie that ihre gute Wirkung und leerete in acht Stunden so viel Wasser aus, als sich in vier und zwanzig Stunden zu sammeln pflegte. Man behauptet auch, dass sie mit gar wenigem Holze innerhalb vier und zwanzig Stunden vierzig tausend Eimer (jeder zu vierzig wienerischen Maaßen gerechnet) aus der Tiefe bringen konnte."

1735 wurde die Bergakademie (siehe unten) gegründet; 1746 wurde in der Stadt zum ersten Mal eine Wasserleitung installiert. Insbesondere während der Herrschaft von Maria Theresia wuchs die Stadt so schnell, dass sie 1782 mit mehr als 20.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des gesamten Königreichs Ungarn nach Pressburg und Debrezin war.

Im 19. Jahrhundert kam es zu einem Verfall des Bergbaus, wozu es auch zum Abzug der Bergleute aus der Stadt kam. 1873 bis 1954 war die Stadt mit dem Nachbarort Banská Belá vereinigt (offizieller Name Banská Štiavnica a Banská Belá). Als einzige Bergstadt in der Gegend wurde die vereinigte Stadt 1876 zum Stadtkreis erklärt und unterlag somit nicht direkt dem Komitat Hont, sondern dem ungarischen Innenministerium.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Stadt Anfang 1919 von den tschechoslowakischen Truppen besetzt. Am 6. Juni 1919 wurde sie noch von der Ungarischen Räterepublik eingenommen, deren Armee musste sich aber am 10. Juni wieder zurückziehen. Damit fiel die Stadt endgültig an die Tschechoslowakei und später Slowakei.

1993 wurde die Stadt in das UNESCO-Welterbe aufgenommen. 1994 wurde der letzte noch bestehende Bergbaubetrieb eingestellt.

Bergakademie[Bearbeiten]

Die von Pferdegöpeln geprägte Bergbaulandschaft in und um Banská Štiavnica Anfang des 18. Jahrhunderts
Dreifaltigkeitsplatz (Trojičné námestie)

1735 kam es in Schemnitz (Banská Štiavnica) zur Gründung einer Bergschule (Bergschola), die auf die älteren Ausbildungsformen von zukünftigen Bergbeamten aufbaute. Erst Ende des Jahres 1762 erfolgte ein Beschluss der Wiener Zentralbehörden, welcher die Gründung einer praktischen Bergschule für das ganze Habsburgerreich verlangte. Diese Anfang des Jahres 1763 gegründete Institution wurde bis 1770 schrittweise zur späteren Bergakademie ausgebaut (Namen: bis 1770 praktische Lehrschule, 1770–1824 Bergakademie, 1824–1904 Berg- und Forstakademie, 1904–1919 Berg- und Forsthochschule). Sie gilt als die älteste Technische Universität weltweit.[7]

Bereits 1763 wurde zum ersten Lehrstuhlinhaber (am Lehrstuhl für Chemie, Mineralogie und Hüttenwesen) der aus den österreichischen Niederlanden stammende Wiener Botaniker und Chemiker Nicolaus Joseph von Jacquin ernannt. Seine Vorlesungen begann er allerdings erst ein Jahr später. 1765 berief die Wiener Hofkammer den Grazer Jesuitenpater Nicolaus Poda auf den neu errichteten Lehrstuhl für Mathematik, Physik und Mechanik. Schließlich bekam als letzter Professor in dieser Anfangsphase der Bergakademie Christoph Traugott Delius den Lehrstuhl für Bergbaukunde und Bergkameralistik.

Mit der Errichtung dieses dritten Lehrstuhls wurde das Ausbildungsangebot entsprechend der damaligen Gliederung des montanistischen Wissens komplettiert. Dem ganzen Studium wurde ein verbindlicher Rahmen in Form eines Studienplans gegeben und die Schule (wahrscheinlich dem Freiberger Modell folgend) zur Bergakademie umbenannt. Zusammen mit der 1765 gegründeten Bergakademie in Freiberg/Sachsen ist auf diese Weise die erste akademische Ausbildungsanstalt im Bereich der Montanwissenschaften entstanden.

Die Zahl der Studenten der Akademie wuchs in dieser Zeit bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts kontinuierlich an. Diese Tatsache wirkte sich allerdings auf den Unterricht der Bergakademie nicht nur positiv aus. Die mangelnde personelle und zeitweise auch vernachlässigte materielle Ausstattung hatte immer größere negative Auswirkungen auf die Qualität der Ausbildung. Diese Entwicklungen führten zu krisenhaften Erscheinungen, denen man Anfang der dreißiger und Mitte der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts nicht ganz erfolgreich zu begegnen suchte.

Der starke Anstieg anderer technischer Bildungsangebote in der ersten Hälfte des 19. Jh., die massive Krise der Revolutionsjahre 1848/49, als die meisten Studenten nach Leoben abgezogen sind, und die Magyarisierung des Unterrichts nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich 1867 drängten die Akademie in Marginalität, die sich nun auch äußerlich mit dem Niedergang des Schemnitzer Bergbaus verband.

Die Gründung der Tschechoslowakei im Jahre 1918 führte schließlich im folgenden Jahr zum Abzug der Professoren nach Sopron in Ungarn. Im Areal der Hochschule wurde eine Chemie-, Bergbau- und forstwirtschaftliche Fachschule gegründet, die teilweise bis heute betrieben werden.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Kirche der Hl. Katharina in der Innenstadt

Gemäß der Volkszählung 2011 wohnten in Banská Štiavnica 10.409 Einwohner, davon 9.006 Slowaken, 51 Roma, 42 Tschechen, 35 Magyaren, jeweils drei Ukrainer und Mährer, jeweils zwei Deutsche, Juden, Polen, Russen und Russinen und ein Serbe; sieben Einwohner waren anderer Ethnie. 1.251 Einwohner machten keine Angabe.[8] 5.728 Einwohner gehörten zur römisch-katholischen Kirche, 702 Einwohner zur evangelischen Kirche A. B., 45 Einwohner zur griechisch-katholischen Kirche, 30 Einwohner zu den Zeugen Jehovas, 27 Einwohner zu den Siebenten-Tags-Adventisten, 25 Einwohner zu den Baptisten, 21 Einwohner zur evangelisch-methodistischen Kirche, 18 Einwohner zur kongregationalistischen Kirche, 13 Einwohner zur reformierten Kirche und 11 Einwohner zur altkatholischen Kirche. Alle weitere Konfessionen hatten weniger als 10 Gläubigen, zusätzlich gehörten 115 Einwohner einer anderen, in den Statistiken nicht aufgeführten Konfession. 2.016 Einwohner waren konfessionslos und bei 1.623 Einwohnern wurde die Konfession nicht ermittelt.[9]

Auszug aus den Ergebnissen der Volkszählung 2001 (10.874 Einwohner):

Nach Ethnie:

  • 93,92 % Slowaken
  • 2,02 % Roma
  • 0,57 % Tschechen
  • 0,40 % Magyaren
  • 0,11 % Deutsche

Nach Konfession:

  • 64,97 % römisch-katholisch
  • 18,90 % konfessionslos
  • 7,63 % evangelisch
  • 6,12 % keine Angabe
  • 0,32 % griechisch-katholisch

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rathaus

Als Zentrum der Stadt gilt der Platz Trojičné námestie (deutsch Dreifaltigkeitsplatz) zusammen mit dem Platz Radničné námestie (deutsch Rathausplatz). Auf dem Platz Trojičné námestie befindet sich eine barokke Marien- und Dreifaltigkeits-Pestsäule. Die zuerst nach der Pestepidemie 1710–1711 errichtete Pestsäule wurde durch diese 1759-1764 ersetzt. Das größte Gebäude des Platzes ist das Hallenbach-Haus, das ursprünglich ein Bergbaugericht, später die Berg- und Forstakademie beherbergte.[10] Zwischen den zwei Plätzen befinden sich die spätgotische Kirche der Hl. Katharina von 1491, die einst als „Slowakische Kirche“ bekannt war, und das Rathaus, im 14. Jahrhundert erbaut und zum heutigen Aussehen 1787–88 umgebaut. Als Kuriosum gilt der Minutenzeiger der Uhr am Uhrturm als Stundenzeiger und umgedreht. Ein bedeutendes weltliches Gebäude im Zentrum ist der Kammerhof an der Kammerhofská ulica, der im 16. Jahrhundert durch Verbindung mehrerer Häuser entstand. Er war Sitz des Kammerhofs und des Kammergrafs, der für das Bergbaugebiet der heutigen Mittelslowakei zuständig war. Heute ist das Gebäude Hauptsitz des Slowakischen Bergbaumuseums (slowakisch Slovenské banské múzeum). Die Kirche Mariä Himmelfahrt, die ursprünglich gegen 1230 entstand, wurde nach einem Brand im Jahr 1806 klassizistisch umgebaut und war als Deutsche Kirche bekannt. Die turmlose evangelische Kirche wurde in den Jahren 1796–98 nach den Vorschriften des Toleranzpatents von Joseph II. (HRR) errichtet.

Über der Stadt erheben sich zwei Festungen, die einmal zusammen mit der städtischen Befestigung die Stadt schützten. Das Alte Schloss (slowakisch Starý zámok) unmittelbar über dem Trojičné námestie war ursprünglich eine im 13. Jahrhundert errichtete dreischiffige romanische Basilika. Nachdem die Türken in den 1540er Jahren weite Teile des Königreichs Ungarn besetzten, wurde die Kirche in eine Festung umgebaut. Diese wurde um die in den Jahren 1564–71 errichtete Festung auf einem gegenüberliegenden Hügel ergänzt, die als Neues Schloss (slowakisch Nový zámok) bekannt ist. Dieses besteht aus einer sechsstöckigen Renaissancefestung mit vier Bastionen. Es beherbergt heute ein Museum der antitürkischen Kriege und bietet einen guten Ausblick auf die Stadt. Von der ehemaligen Befestigung ist nur das Tor Piargská brána, ein barockisiertes Renaissance-Tor aus dem Jahr 1554, erhalten geblieben.[11]

Im Stollen Glanzenberg an der Straße Kammerhofská ist eine Ausstellung beherbergt. Zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt befindet sich das Bergbaumuseum im Freien (slowakisch Banské múzeum v prírode), wo Fahrten in ein mittelalterliches Bergwerk stattfinden.[12] Noch in der Stadt befindet sich ein 1838–61 errichteter Botanischer Garten, eine 3,5 ha große Grünfläche mit etwa 250 Pflanzenarten.[11] Östlich der Stadt befindet sich ein Kalvarienberg, ein Komplex dreier Kirchen, neunzehn Kapellen und einer Figurengruppe am und unter dem Berg Ostrý vrch (deutsch Scharffenberg), der im Zeitraum 1744–51 unter einem großen Beitrag von Jesuiten entstand.[13]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Banská Štiavnica/0–M und N–Ž

Verkehr[Bearbeiten]

Banská Štiavnica ist an das Straßennetz gut angeschlossen: die Staatsstraße 51 (vormalige Landesstraße 525) verbindet die Stadt mit Hronská Dúbrava (Anschluss an die Schnellstraße R1, E 58 Richtung Zvolen) und Hontianske Nemce (Anschluss an die Staatsstraße 66, E 77 Richtung Budapest). Nach Westen besteht auch die Landesstraße 524 über Bátovce, mit Anschluss in die Stadt Levice und eine Kreisstraße nach Žarnovica, wo ebenfalls Anschluss an die R1 besteht.

Die Stadt ist Endpunkt der Bahnstrecke Hronská Dúbrava–Banská Štiavnica und es bestehen mehrere Nahverkehrsverbindungen zu den Bahnhöfen von Hronská Dúbrava und Zvolen.

Die Stadt betreibt ein kleines ÖPNV-Netz und es bestehen direkte Busverbindungen nach Bratislava, Nitra, Levice, Žiar nad Hronom, Zvolen und Banská Bystrica.[14]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Büste von Maximilian Hell am Maria Enzersdorfer Friedhof

Partnerstädte[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Slovenské slovníky
  2. Banská Štiavnica - Pravek, abgerufen am 17. Mai 2011
  3. a b c Banská Štiavnica - Stredovek, abgerufen am 17. Mai 2011
  4. Minerály a horniny Slovenska: Banská Štiavnica - história, abgerufen am 17. Mai 2011
  5. Banská Štiavnica - Svetové dedičstvo, abgerufen am 17. Mai 2011
  6. Banská Štiavnica -História baníctva od 17.storočia, abgerufen am 17. Mai 2011
  7. Slovakia in the UNESCO Treasury abgerufen am 15. Mai 2011
  8. Volkszählung 2011 nach Ethnie (englisch)
  9. Volkszählung 2011 nach Konfession (englisch)
  10. Banská Štiavnica auf slovakia.travel (deutsch)
  11. a b Banská Štiavnica - Sights, natural and technical monuments
  12. Seite des Betreibers (slowakisch)
  13. Kalvária v Banskej Štiavnici (slowakisch)
  14. Návod na použitie BŠ / Doprava Abgerufen am 15. Mai 2011
  15. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDie Bergbaukunst in den Sammlungen des slowakischen Bergbaumuseums in Schemnitz (Banska Stiavnica), Slowakei. Abgerufen am 4.4.10 (PDF; 1,1 MB).
  16. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPannonische Renaissance – Jakab Kassai, Meister Pál von Lőcse, Meister MS. Abgerufen am 4.4.10.

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Labuda: Die Genese der Stadt Banská Štiavnica/Schemnitz und ihre späteren Kontakte mit Obersachsen. in: Yves Hoffmann, Uwe Richter (Hg.): Die Frühgeschichte Freibergs im überregionalen Vergleich. Städtische Frühgeschichte – Bergbau – früher Hausbau. Mitteldeutscher Verlag, Halle/Saale 2013, S. 337-344, ISBN 978-3-95462-132-3
  • Marko Vincenc Lipold: Der Bergbau von Schemnitz in Ungarn. in: Jahrbuch der k.k. Geologischen Reichsanstalt, Jg. 17, Wien 1867, S. 317-460 (Digitalisat; PDF; 10,5 MB)
  • Nicolaus Poda von Neuhaus: Kurzgefaßte Beschreibung der, bey dem Bergbau zu Schemnitz in Nieder-Hungarn errichteten Maschinen..., Prag 1771 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Banská Štiavnica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien