Baphomets Fluch (Computerspiel)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Baphomets Fluch
Originaltitel Broken Sword: The Shadow of the Templars
Studio Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Revolution Software
Publisher Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Virgin (Win)
JapanJapan Sony (PSOne)
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BAM! Entertainment (GBA)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Astraware (PalmOS / WM)
FrankreichFrankreich Ubisoft (Wii / DS)
Leitende Entwickler Charles Cecil, Steve Ince
Erstveröffent-
lichung
1996
Plattform Originalversion:
DOS, Windows, Mac OS, PlayStation, Game Boy Advance, Palm OS, Windows Mobile
Director's Cut:
Windows, Mac OS, Wii, Linux, Nintendo DS, iOS, Android
Spiel-Engine Virtual Theatre
Genre Point&Click-Adventure
Spielmodus Einzelspieler
Steuerung Tastatur, Maus
Systemvor-
aussetzungen
Medium CD-ROM, Download
Sprache Deutsch
Altersfreigabe
USK ab 12 freigegeben
PEGI ab 12 Jahren empfohlen

Baphomets Fluch (engl. Originaltitel: Broken Sword: The Shadow of the Templars, in den USA Circle of Blood) ist ein Point&Click-Adventure und der erste Teil der gleichnamigen Serie. Er wurde vom britischen Entwicklungsstudio Revolution Software entwickelt und erstmals 1996 für Windows-PC veröffentlicht wurde. Seither folgten zahlreiche Portierungen auf weitere Systeme sowie eine überarbeitete und stark erweiterte Fassung als sogenannter Director's Cut. Der Amerikaner George Stobbart kommt darin nach einem Bombenanschlag in einem Pariser Straßencafé den Machenschaften des mittelalterlichen Geheimbunds der Templer auf die Spur.

Handlung[Bearbeiten]

Der Amerikaner George Stobbart (gesprochen von Alexander Schottky) verbringt die Herbstzeit im Urlaub in Paris und genießt das Flair eines Straßencafés, als ein Clown das Café betritt. Kurze Zeit später kommt der Clown wieder herausgelaufen und es kommt zu einer Bombenexplosion, die das Café verwüstet und einen Gast tötet. Als George auf eigene Faust zu ermitteln beginnt, lernt er die französische Journalistin Nicole Collard (Franziska Pigulla) kennen und findet mit ihr heraus, dass hinter dem Mord ein gewisser Khan steckt, der dem alten Geheimbund der Hashshashin angehört. Diese wollen verhindern, dass der ebenfalls im Geheimen operierende Templerorden die Beschwörung des Dämons Baphomet erfolgreich vollziehen kann.

Das Abenteuer findet zum größten Teil in Paris statt, zwischendurch reist George jedoch auch nach Irland, Spanien, Syrien und Schottland. Während des Erlebnisses kommen sich George und Nicole persönlich näher.

Spielprinzip[Bearbeiten]

Der Spieler übernimmt in der ursprünglichen Fassung des Spiels ausschließlich die Rolle des amerikanischen Touristen George Stobbart. Das Spiel ist ein klassisches Point-and-Click-Adventure im Comicstil. Der Spieler bewegt die Figur indirekt durch Anklicken bzw. Antippen bestimmter Positionen auf dem Bildschirm durch die Spielwelt, sammelt dabei Gegenstände auf, führt Gespräche und löst genretypische Logik- und Kombinations-Rätsel. Trotz der ernsten Verschwörungsthematik sind Georges bissige, mitunter schwarzhumorige Kommentare typisches Merkmal der Serie. Anders als in den LucasArts-Adventures (Monkey Island, The Dig) oder anderen Adventure-Titeln dieser Zeit üblich, kann die Spielfigur in Baphomets Fluch in einigen Szenen sterben.

Entwicklung[Bearbeiten]

Das Idee zu Baphomets Fluch entstand während eines Abendessens zwischen Revolution-Geschäftsführer Charles Cecil, Revolutions kaufmännischer Leiterin Noirin Carmody und Sean Brennan, dem stellvertretenden Geschäftsführer von Revolutions Publishingpartner Virgin Interactive Entertainment. Kurz vor der Veröffentlichung von Beneath a Steel Sky kam es zu Überlegungen, woran das Studio als nächstes Arbeiten solle. Brennan schlug Cecil die Lektüre des Romans Das Foucaultsche Pendel von Umberto Eco, das sich thematisch ebenfalls mit dem Templerorden beschäftigte. Dies legte den Grundstein für das spätere Spiel.[1]

Die Musik des Spiels wurde von Barrington Pheloung komponiert,[2] der auch für den Director’s Cut einige neue Titel beisteuerte.

Seit dem ursprünglichen Release für Windows und die Sony PlayStation wurde der erste Teil der Serie mehrfach auf weitere Plattformen portiert. 2002 erschien über BAM! Entertainment eine Version für den Game Boy Advance in den Sprachen Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Astraware veröffentlichte am 2. August 2006 eine englische Version für Mobiltelefone mit dem Betriebssystem Windows Mobile 5[3] und am 21. November für PalmOS 5.[4]

2004 ließ Revolution das ScummVM-Team Einsicht in den Quelltext von Baphomets Fluch nehmen und erlaubte den Download der vom proprietären Bink-Videoformat ins MPEG-2-Format transcodierten Zwischensequenzen (Cutscenes), was die Integration des Spiels in den plattformunabhängigen Adventureinterpreter erleichterte.

Sprecherliste[Bearbeiten]

Rolle deutscher Sprecher englischer Sprecher
George Stobbart Alexander Schottky Rolf Saxon
Nicole Collard Franziska Pigulla Hazel Ellerby
André Lobineau Pius Maria Cüppers
Inspecteur Rosso Rolf Berg
Khan Walter Gontermann
Gräfin Piermont, Gräfin De Vasconcellos, Pearl Karin Buchali
Duane
Museumswärter, et al. Uwe Herzog

Rezeption[Bearbeiten]

Anhänger von Baphomets Fluch schätzen die ihrer Ansicht nach packende Geschichte und hübsche Grafik und sprechen von einer atmosphärischen Musikuntermalung. Besondere Bekanntheit erlangte das sogenannte Ziegenrätsel, dessen Lösung für den Spieler nicht ersichtlich war.

Im gesamten Spiel gab es exakt eine einzige Stelle, an der George rennen konnte und musste. Da dies nirgendwo beschrieben und für den Spieler aus dem Spielverlauf nicht ersichtlich war, konnten viele Spieler das Rätsel aus eigener Kraft nicht lösen. Das Ziegenrätsel steht seitdem synonym für diese Art von Designfehler.[5][6] Im Director's Cut wurde dieser Fehler mittlerweile behoben.

Director’s Cut[Bearbeiten]

Der Director’s Cut ist eine Überarbeitung des ursprünglichen Titels und ergänzt das Spiel um zahlreiche Szenen und neue Rätsel. Unter anderem wird Nico als zweite spielbare Figur eingeführt und viele Sachverhalte wie bspw. Nicos Vorgeschichte thematisiert, die vorher nur in Gesprächen angedeutet wurden. Für die Neuauflage konnten beide deutsche Hauptsprecher erneut für die Synchronisation der neuen Textzeilen gewonnen werden. Einige Nebenrollen, wie die Blumenverkäuferin vor Nicos Haus, wurden jedoch neu vertont. Optisch neu sind das überarbeitete Inventar und Closeups der Protagonisten während der Dialoge, wobei die ursprünglichen Hintergrundgrafiken beibehalten wurden. Ein Hilfesystem zeigt nun alle möglichen Interaktionspunkte mit Hilfe von Hotspots an und gibt auf Wunsch Lösungshinweise. Das ebenfalls neu eingeführte Tagebuch hält die Ergebnisse des bisherigen Spielverlaufs fest und ermöglicht es, die bisherige Handlung zu rekapitulieren. Im Vergleich zur Erstveröffentlichung wurden das Ziegenrätsel entschärft (s. o.) und die Sterbemöglichkeiten aus dem Spiel entfernt.

Kritikpunkte am Director’s Cut waren unter anderem, dass beispielsweise in der Sprachausgabe deutliche Qualitätsunterschiede zwischen den alten und neuen Aufnahmen bestünden. Auch die neuen Zeichnungen sind deutlich von den ursprünglichen Grafiken unterscheidbar.[7]

Der Director’s Cut erschien am 19. März 2009 für Nintendo DS und Wii, am 20. Januar 2010 für Apple iOS, am 30. Mai 2010 in einer iPad-optimierten Version und am 28. August 2010 für den PC und Mac.[8] Am 28. Juni 2012 erschien der Director’s Cut weiterhin für Android, wobei die Grafik gegenüber der iPhone-Version nochmals verbessert wurde. Das Spiel bietet eine komplett deutsche Sprachausgabe mit Untertiteln mit der zusätzlichen Möglichkeit andere Sprachen ebenfalls herunterzuladen.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://blog.eu.playstation.com/2013/08/22/broken-sword-the-serpents-curse-coming-soon-to-ps-vita/
  2. Webseite des Komponisten Barrington Phelounge
  3. Astraware: Produktseite für Broken Sword Mobile. Abgerufen am 9. April 2010.
  4. Astraware: Produktseite für Broken Sword PalmOS. Abgerufen am 9. April 2010.
  5. Test: Baphomets Fluch. In: Adventurecorner.de, 25. März 2008. Abgerufen am 9. April 2010.
  6. Steve Ince: The Infamous Goat Puzzle . Blogeintrag des Baphomets-Fluch-Produzenten, 31. Oktober 2006. Abgerufen am 9. April 2010.
  7. Philipp Spilker: Test: Baphomets Fluch Director’s Cut. Gamersglobal. 23. Mai 2009. Abgerufen am 13. Juni 2011.
  8. Revolution Software: Broken Sword: DC - PC & Mac (en) 3. September 2010. Abgerufen am 29. Juni 2011.
  9. Julian Dasgupta: Android-Version verfügbar. In: 4Players. freenet AG. 28. Juni 2012. Abgerufen am 2. Juli 2012.