Bar jeder Vernunft

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Die Bar jeder Vernunft ist ein Theater im Berliner Ortsteil Wilmersdorf, in dem die Genres Chanson, Kabarett, Konzert und Musical in einem historischen Spiegelzelt präsentiert werden. Das Publikum sitzt an kleinen Tischen oder in Logen, es kann auch gespeist werden.

Die Bar befindet sich in der Schaperstraße auf dem Parkdeck des Hauses der Berliner Festspiele hinter der Universität der Künste Berlin (UdK).

Der Name der Bar ist ein Wortspiel um das mittlerweile selten verwendete altdeutsche Wort bar (‚nackt‘, ‚ohne etwas‘). So konstruiert sich die implizite Doppelbedeutung von bar im Sinne von „ohne jedwede Vernunft“.

Programm[Bearbeiten]

Schwerpunkte der Aufführungen liegen im Bereich Chanson, Kabarett und Musical-Comedy. Das Programm variiert und wird sowohl von bekannten als auch von weitgehend unbekannten Akteuren geboten. So spielten in der Bar jeder Vernunft Brigitte Mira, Evelyn Künneke und Helen Vita, die Geschwister Pfister, aber auch Michael Mittermeier feierte hier seine ersten Erfolge außerhalb Bayerns.

Bundesweit bekannt wurde die Bar vor allem durch die neue Inszenierung der Operette Im weißen Rößl (Regie: Ursli Pfister, mit Otto Sander, Geschwister Pfister, Max Raabe, Meret Becker, u. a.) im Jahr 1994. Das Stück wurde vom ZDF aufgenommen und auch in Frankreich auf ARTE gesendet.

Am 23. Oktober 2004 feierte das Musical Cabaret Premiere in der Bar jeder Vernunft. Die Inszenierung von Vincent Paterson und die Kostüme von Fiona Bennett prägten das Stück bis zum letzten Spieltag am 30. März 2008. Seit Juni 2008 läuft das Liederprogramm Zwei auf einer Bank mit Katharina Thalbach und Andreja Schneider.

Pigor und Eichhorn, die Geschwister Pfister, Klaus Hoffmann, Maren Kroymann, Desiree Nick, Malediva, Andreas Rebers, Rainald Grebe, Annamateur, Sven Ratzke und Muttis Kinder sind aktuell immer wieder auftretende Künstler.

In Planung ist die Musicalfassung von La Cage aux Folles (‚Ein Käfig voller Narren‘), im Februar 2014 soll die Premiere sein, Regie führt der Theater- und Opernregisseur Bernd Mottl.

Geschichte[Bearbeiten]

Das im Jugendstil gehaltene Spiegelzelt wurde 1912 in den Niederlanden als Danse Paleis erbaut. Ursprünglich diente es als saisonales Ball- und Tanzzelt in den mondänen Seebädern Flanderns und der Niederlande. Noch 1920 konnte man es auf der Weltausstellung in Antwerpen bewundern, bis es aus der Mode kam.[1] Der Produzent Ueli Hirzl erwarb es Anfang der 1980er Jahre und übergab es 1992 an die Begründer der Bar jeder Vernunft, Lutz Deisinger und Holger Klotzbach (früheres Mitglied der anarchistischen Kabarettgruppe Die 3 Tornados).

Die Bar jeder Vernunft wurde am 5. Juni 1992 mit Ars Vitalis eröffnet. Weitere erste Künstler waren die Geschwister Pfister, Meret Becker, Georgette Dee, Tim Fischer, Cora Frost und auch Otto Sander, einer der Schirmherren der Bar.

Im Jahr 2002 wurde zum zehnjährigen Bestehen ein doppelt so großes Veranstaltungszelt, das TIPI am Kanzleramt, im Großen Tiergarten eröffnet. Es verfügt über 550 Besucherplätze mit großer Bühne.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ute Büsing, David Baltzer: Bar jeder Vernunft. Die Kunst der Unterhaltung, Eichborn Berlin 2002

CDs[Bearbeiten]

  • Doppel-CD Bar jeder Vernunft – Die Berliner Institution der Unterhaltungskunst – Duophon Berlin 2002, mit Georgette Dee, Meret Becker, Cora Frost u. v. a.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Webseite von Bar jeder Vernunft/Geschichte, abgerufen am 3. November 2009

52.49798888888913.329583333333Koordinaten: 52° 29′ 52,8″ N, 13° 19′ 46,5″ O