Barbara Albert (Regisseurin)

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Barbara Albert bei der Vergabe des Österreichischen Filmpreises 2011
Albert mit Karl Markovics und Josef Aichholzer (2011)

Barbara Albert (* 22. September 1970 in Wien) ist eine österreichische Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin.

Leben[Bearbeiten]

1991 begann sie ihr Studium der Filmregie an der Filmakademie Wien unter Lukas Stepanik. Filme, von denen sie sich zu dieser Zeit beeinflusst fühlte, waren unter anderen Aki Kaurismäkis Das Mädchen aus der Streichholzfabrik und Jane Campions Sweetie und An angel at my table. Die Geschichten der Regisseurin und Drehbuchautorin „sind immer eine Mischung aus Erfahrenem, Erzähltem und Erfundenem“.[1]

Ihr Langspielfilmregiedebüt lieferte sie 1999 mit Nordrand, wo sie die Befindlichkeiten zwei junger Frauen und südosteuropäischer Immigranten in Wien schildert. Dieser Film wurde international vielfach ausgezeichnet, unter anderem an der Biennale in Venedig, was nicht nur sie und ihren Film, sondern auch das junge österreichische Filmschaffen generell ins nationale wie internationale Rampenlicht stellte. Da internationale Auszeichnungen für österreichische Filme damals noch eine Außergewöhnlichkeit waren, und in Venedig seit Jahrzehnten keine österreichische Produktion mehr ausgezeichnet wurde, kommt dem Film auch eine gewisse Vorreiter-Funktion zu. Der Film steht beispielhaft für eine Trendwende des österreichischen Filmschaffens, das in den folgenden Jahren vermehrt an internationalen Filmfestivals ausgezeichnet wurde.

1999 war auch das Gründungsjahr der coop99, die sie gemeinsam mit Jessica Hausner, Antonin Svoboda und Martin Gschlacht gegründet hat und leitet. Dadurch erlangten die vier Filmschaffenden Unabhängigkeit von der Meinung von Produzenten, jedoch nicht von staatlichen Fördergeldern. Barbara Albert tritt stark für die staatliche Filmförderung ein, da „dies die einzige Möglichkeit für das Überleben des europäischen Films neben dem amerikanischen Mainstream darstellt. Akzeptanz und kommerzieller Erfolg des europäischen Kinos können nur durch eine Bewusstseinsveränderung des Publikums erfolgen, und die stellt sich nur dann ein, wenn eine breit gestreute Vielfalt von europäischen Filmen im Kino und Fernsehen zu sehen ist! Die Basis dafür muss von staatlicher Seite geschaffen werden.[1]

Im Jahr 2009 gründete Barbara Albert gemeinsam mit anderen österreichischen Filmschaffenden die Akademie des Österreichischen Films.[2]

Ihr aktueller Film Die Lebenden mit Anna Fischer in der Hauptrolle feierte im September 2012 seine Weltpremiere im Wettbewerb des Filmfestivals von San Sebastián.[3]

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1993: Nachtschwalben (Kurzfilm; Regie)
  • 1993: Die Frucht deines Leibes (Kurzfilm; Regie)
  • 1998: Sonnenflecken (Kurzfilm; Regie und Drehbuch)
  • 1998: Slidin’ – alles bunt und wunderbar (Drama; Co-Regie)
  • 1998: Somewhere else (Dokumentarfilm; Regie)
  • 1999: Nordrand (Drama; Regie und Drehbuch)
  • 2001: Zur Lage (Dokumentarfilm; Regie und Drehbuch mit Michael Glawogger)
  • 2003: Böse Zellen (Drama; Regie und Drehbuch)
  • 2006: Slumming (Drama/Komödie; Drehbuch; Regie: Michael Glawogger)
  • 2006: Fallen (Drama; Regie und Drehbuch)
  • 2012: Die Lebenden (Drama; Regie, Drehbuch, Produktion)[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Barbara Albert am Crossing Europe Filmfestival Linz 2010.

Eine Auswahl von Auszeichnungen und Nominierungen für Barbara Albert, geordnet nach Filmen:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Barbara Albert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b „Die Zukunft des österreichischen Films ist weiblich…“ (PDF-Datei; 689 kB) – Eine Präsentation von 10 Kino-Filmregisseurinnen und Drehbuchautorinnen
  2. Akademie des Österreichischen Films: Pressemitteilung Der neue österreichische Filmpreis (PDF; 102 kB), Juli 2010
  3. Die Lebenden / The Dead and the Living sansebastianfestival.com, abgerufen am 28. Mai 2013
  4. Stefan Grissemann: Barbara Albert: „Mittlerweile schäme ich mich nicht mehr.“ (Interview mit Barbara Albert über "Die Lebenden") In: Profil. vom 17. November 2012, abgerufen am 30. Maerz 2013
  5. Kulturministerin Claudia Schmied gibt PreisträgerInnen des Österreichischen Kunstpreises 2012 bekannt vom 27. Dezember 2012 abgerufen am 28. Dezember 2012