Barbara Blomberg

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Barbara Blomberg mit Kaiser Karl V. (Holzstich von 1894)
Kramgasse in Regensburg

Barbara Blomberg (* 1527 in Regensburg, Freie Reichsstadt; † 18. Dezember 1597 in Ambrosero), auch bekannt als Schöne Barbara, war die Geliebte des Kaisers Karl V. und die Mutter seines Sohnes Don Juan de Austria, des Siegers der Seeschlacht von Lepanto.

Leben[Bearbeiten]

Barbara wurde als älteste Tochter des Gürtlermeisters Wolfgang Plumberger und seiner Frau Sibilla in der Kramgasse zu Regensburg geboren.

Die 19-Jährige war aufgrund ihrer Schönheit stadtbekannt.[1] Als Kaiser Karl V. im Sommer 1546 auf dem Reichstag in Regensburg weilte, lernte er das Mädchen kennen; zwischen den beiden entwickelte sich eine stürmische, aber kurze Romanze.

An der Herberge Zum Goldenen Kreuz am Haidplatz steht zur Erinnerung:

In diesem haus von alter Art
Hat offt geruet nach langer fahrt
Herr KAYSER CARL DER FÜNFFT genandt
In aller Welt gar wohl bekannt
Der hat auch hie zu gueter stundt
Geküsset einer jungfraw mundt
Dann draus erwuchs dem Vatter gleich
Der DON JUAN VON OESTERREICH
Der bei LEPANTO in der Schlacht
Vernichtet hat der Türckhen Macht
Der HERR vergellts ihm allezeit
So ietzt wie auch in Ewigkeit

Am 24. Februar 1547 (auf den Tag genau 47 Jahre nach seinem Vater) wurde ihr gemeinsamer Sohn unter strenger Geheimhaltung in Regensburg geboren. Er wurde im Alter von drei Jahren[1] von seiner Mutter getrennt und nach Spanien gebracht. Barbara heiratete bald darauf den kaiserlichen Beamten Hironymus Kegel. Dies wurde erleichtert durch eine Jahresrente von 400 Talern und 5000 Gulden Heiratsgut, welche ihr vom kaiserlichen Hof bewilligt worden waren.[1] 1551 siedelte die Familie nach Brüssel über. Ihr Mann war Musterungs- und Kriegskommissar und für die Ausrüstung des kaiserlichen Söldnerheeres zuständig. Sie hatten drei gemeinsame Kinder.

Don Juan de Austria

Als er 1569 starb, ließ er seine Familie in unsicheren finanziellen Verhältnissen zurück. Auf Veranlassung des Herzogs von Alba, der zu der Zeit Statthalter der Niederlande war, gewährte Philipp II., der Sohn Karls V., Barbara und ihren Kindern einen großzügig bemessenen Unterhalt. Damit verschaffte er ihr eine angesehene gesellschaftliche Stellung. Im Gegenzug sollte sie in ein spanisches Kloster übersiedeln. Barbara war jedoch nicht bereit, ihr freizügiges und vor allem selbstbestimmtes Leben aufzugeben.

Im November 1576 gab es ein einziges Treffen zwischen Mutter und Sohn. Juan de Austria sollte im Mai 1577 sein Amt als Generalstatthalter der Niederlande antreten. Der Inhalt des Gespräches ist nicht überliefert; jedoch erklärte sich Barbara danach bereit, nach Spanien zu reisen, um das Amt ihres Sohnes nicht zu erschweren. Sie ging in ein Dominikanerinnenkloster in Kastilien, 70 km südlich von Valladolid. Nach dem frühen Tod ihres Sohnes gestattete ihr Philipp II., ihren Wohnsitz frei zu wählen. Sie ließ sich zunächst in dem kleinen Ort Colindres[2] nieder. 1584 zog sie nach Ambrosero, einem Dorf in der Nähe, in der heutigen Region Kantabrien. Dort bewirtschaftete sie zusammen mit ihren Kindern und einigen Bediensteten einen Bauernhof und führte ein unabhängiges Leben.

„Madame Barbara de Blombergh“, wie man sie nannte, starb im Alter von 70 Jahren auf ihrem Landgut. In ihrem Nachlass fand man einen Wappenring Karls V.

Künstlerische Verarbeitung[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Antonius Lux (Hrsg.): Große Frauen der Weltgeschichte. 1000 Biographien in Wort und Bild. Sebastian Lux Verlag, München 1963, S. 69.
  2. siehe Colindres in der spanischen Wikipedia