Barbara Hendricks (Politikerin)

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Barbara Hendricks (2013)

Barbara Anne Hendricks (* 29. April 1952 in Kleve) ist eine deutsche Historikerin und Politikerin (SPD). Seit dem 17. Dezember 2013 ist sie Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Kabinett Merkel III.[1][2]

Sie war von 1998 bis 2007 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Finanzen und von 2007 bis 2013 Bundesschatzmeisterin der SPD.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Abitur 1970 am Johanna-Sebus-Gymnasium in Kleve absolvierte Barbara Hendricks ein Studium der Geschichte und der Sozialwissenschaften in Bonn, das sie 1976 mit dem ersten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien beendete. Danach war sie bis 1978 beim Deutschen Studentenwerk tätig, dann bis 1981 Referentin bei der Pressestelle der SPD-Bundestagsfraktion. 1980 erfolgte ihre Promotion zum Dr. phil. mit der Arbeit Die Entwicklung der Margarineindustrie am unteren Niederrhein.[3] Bis 1990 war sie Pressesprecherin des Finanzministers des Landes Nordrhein-Westfalen. 1991 wurde sie zur Ministerialrätin im Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft des Landes Nordrhein-Westfalen ernannt.

Barbara Hendricks ist katholisch. Sie ist Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken[4] sowie des Kuratoriums der Stiftung Aktion Pro Humanität[5][6]. Weiterhin ist sie Schirmherrin des Amani Kinderdorf e. V.[7]

Parteilaufbahn[Bearbeiten]

Seit 1972 ist Barbara Hendricks Mitglied der SPD und von 1989 bis Juni 2014 Vorsitzende des SPD-Unterbezirkes Kreis Kleve. Von 1990 bis 2001 war sie Mitglied im Parteirat. Von 1987 bis 2001 war sie Mitglied im Landesvorstand der SPD Nordrhein-Westfalen, davon in den Jahren ab 1996 als Schatzmeisterin. Von 2001 bis 2013 war sie Mitglied im Parteivorstand der SPD. Von Oktober 2007 bis Dezember 2013 war sie Bundesschatzmeisterin der SPD. In dieser Funktion hielt sie als Generaltreuhänderin für die SPD 94,67 % der Anteile an der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft mbH (DDVG).[8]

Barbara Hendricks und Angela Merkel im Rahmen der Veranstaltung zur Unterzeichnung des Koalitionsvertrags (2013).

Für die Bundestagswahl 2009 war Hendricks Mitglied im Schattenkabinett des SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier und dort zuständig für die Ressorts Verbraucherfragen und Anlegerschutz.[9] Hendricks war Vorsitzende der Mandatsprüfungs- und Zählkommission beim Mitgliedervotum der SPD zum Koalitionsvertrag 2013.[10] Nach ihrer Ernennung zur Bundesministerin legte Hendricks ihr Amt als Bundesschatzmeisterin nieder. Ihr Nachfolger im Amt ist Dietmar Nietan.

Abgeordnete[Bearbeiten]

Von 1984 bis 1989 gehörte sie dem Kreistag des Landkreises Kleve an.

Seit 1994 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier gehörte sie von Oktober 1995 bis November 1998 dem Vorstand der SPD-Bundestagsfraktion an. Barbara Hendricks ist stets über die Landesliste Nordrhein-Westfalen in den Bundestag eingezogen.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten]

Nach der Bundestagswahl 1998 wurde sie am 27. Oktober 1998 als parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Finanzen in die von Bundeskanzler Gerhard Schröder geführte Bundesregierung berufen. In diesem Amt gehörte sie auch der seit dem 22. November 2005 von Bundeskanzlerin Angela Merkel geführten Bundesregierung an. Damit war Barbara Hendricks parlamentarische Staatssekretärin unter insgesamt drei Finanzministern, nämlich unter Oskar Lafontaine, Hans Eichel und Peer Steinbrück. Nachdem sie zur Bundesschatzmeisterin der SPD gewählt wurde, schied sie am 16. November 2007 aus dem Amt.

Am 17. Dezember 2013 ernannte Bundespräsident Joachim Gauck Hendricks zur Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Kabinett Merkel III.

Privates[Bearbeiten]

Außer in Berlin lebt Barbara Hendricks zeitweise in ihrem Haus in ihrer Heimatstadt Kleve. Ende Dezember 2013 machte sie die Beziehung zu ihrer Lebenspartnerin öffentlich.[11][12]

Trivia[Bearbeiten]

Angeblich erhielt Hendricks Ende der 1980er Jahre in CDU-Kreisen den Spitznamen „Burning Barbara“, nachdem sie, wie dieser berichtete, auf dem Handrücken des CDU-Politikers Hartmut Schauerte eine Zigarette ausgedrückt habe.[13]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Kabinette[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Barbara Hendricks (Politikerin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hanna Gersmann: Neue Umweltministerin Hendricks - Schnörkellos an die Macht. die tageszeitung. 15. Dezember 2013. Abgerufen am 2. September 2014.
  2. Ministerin Hendricks : Die Frau, die bei der CDU "Burning Barbara" heißt. DIE WELT. 15. Dezember 2013. Abgerufen am September 2014.
  3. Barbara Anne Hendricks aus Kleve: Die Margarineindustrie am unteren Niederrhein im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn, Bonn 1981, Tag der mündlichen Prüfung: 30. April 1980, Referent: Hans Pohl, Korreferent: Gerhard Adelmann
  4. zdk.de: ZdK-Präsident Alois Glück gratuliert Angela Merkel zur Wiederwahl Vom 17. Dezember 2013. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  5. rp-online.de: Hoffnungsvoller Besuch Vom 10. November 2008. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  6. pro-humanitaet.de: Stiftungskuratorium Abgerufen 1. Januar 2014.
  7. Schirmherrin von Amani Kinderdorf e.V. wird Ministerin, abgerufen am 22. Januar 2014.
  8. Webseite ddvg
  9. Spiegel.de: SPD-Kompetenzteam: Steinmeier zieht ohne Stars in den Wahlkampf, 30. Juli 2009
  10. Abstimmung über Koalitionsvertrag: Was Sie zum SPD-Mitgliedervotum wissen sollten, Spiegel Online vom 12. Dezember 2013
  11. rp-online.de: Ministerin Hendricks lebt im Schatten der Burg Vom 31. Dezember 2013; Barbara Hendricks feierte mit Lebensgefährtin Vom 2. Januar 2014. Abgerufen am 2. Januar 2014.
  12. l-mag.de: Das wichtige Coming-out der Umweltministerin Vom 1. Januar 2014. Abgerufen am 2. Januar 2014.
  13. Barbara Hendricks, SPD, Welt am Sonntag, 15. Dezember 2013