Barbara Rosenkranz

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Barbara Rosenkranz

Barbara Rosenkranz (* 20. Juni 1958 in Salzburg) ist eine österreichische Politikerin (FPÖ) und Landesrätin für Baurecht und Tierschutz in Niederösterreich.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Ausbildung und Familie

Barbara Rosenkranz besuchte zwischen 1964 und 1968 die Volksschule und absolvierte von 1968 bis 1976 ein neusprachliches Gymnasium in Salzburg. Nach der Matura begann sie 1976 ein Studium der Geschichte und Philosophie an der Universität Wien, das sie nicht beendete. Sie heiratete Horst Rosenkranz, einen ehemaligen Aktivisten der wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung 1988 verbotenen rechtsextremen NDP. Dieser war 1990 Spitzenkandidat der Liste Nein zur Ausländerflut. Die beiden haben 10 Kinder, sechs Töchter und vier Söhne.[1][2] Rosenkranz gibt als Beruf offiziell „Hausfrau“ an.[3]

[Bearbeiten] Politik

Ihre politische Karriere begann Rosenkranz im Jahr 1993 als Abgeordnete im Landtag von Niederösterreich, dem sie zunächst bis 2002 angehörte. Ab dem Jahr 2000 führte sie den FPÖ-Klub Niederösterreich als Klubobfrau an. Am 20. Dezember 2002 wechselte Rosenkranz vom Landtag in den Nationalrat, wo sie die FPÖ in den Ausschüssen Familie, Gesundheit, Innere Angelegenheiten und Unterricht vertrat. Bei den niederösterreichischen Landtagswahl 2008 trat Rosenkranz als Spitzenkandidatin an und konnte den Stimmenanteil der FPÖ mehr als verdoppeln. Sie schied in der Folge am 9. April aus dem Nationalrat aus und wurde am 10. April 2008 zur Landesrätin für Baurecht und Tierschutz in Niederösterreich gewählt.

Barbara Rosenkranz übt verschiedene Funktionen in der FPÖ aus. Sie war bereits 1996 Landesparteiobmann-Stellvertreterin der FPÖ Niederösterreich, 1998 wurde sie zusätzlich zu dieser Funktion Landesparteisekretärin für ein Jahr. Seit 2003 ist sie Landesparteiobfrau, seit April 2005 auch stellvertretende FPÖ-Bundesobfrau.

[Bearbeiten] Positionen und Kritiken

Rosenkranz vertrat stets eine sehr restriktive Politik in Einwanderungs-, Sozial- und Familienfragen. Sie war bis 2006 neben Reinhard Eugen Bösch eine von zwei freiheitlichen Abgeordneten im Parlament, die nach der Abspaltung des BZÖ unter Jörg Haider die neue Gruppierung offen ablehnte, ihr Stimmverhalten nicht dem der Mitglieder des neuformierten Freiheitlichen Parlamentsklubs anpasste und bei der FPÖ verblieb. Sie war die einzige Nationalratsabgeordnete, die gegen die Ratifizierung des Vertrags über eine Verfassung für Europa stimmte. Bei der Nationalratswahl 2006 zog sie erneut für die FPÖ in den Nationalrat ein und wäre von dieser zur dritten Nationalratspräsidentin nominiert worden, wenn die FPÖ nicht durch die Auszählung der Wahlkarten auf den vierten Platz zurückgefallen wäre.

Der Buchautor und Journalist Hans-Henning Scharsach bezeichnete Barbara Rosenkranz im Magazin News 1995 als Beispiel für einen „Kellernazi“. Der Autor und das Magazin wurden von ihr wegen Verleumdung verklagt und in Österreich zu Geldstrafen verurteilt. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) sah dieses Urteil aber als Verletzung des Rechtes auf freie Meinung, da es nur ein Werturteil von Hans-Henning Scharsach war und Rosenkranz’ Einstellung zum Thema Nationalsozialismus durchaus als zwiespältig angesehen werden kann; u. a. wurde angemerkt, dass sie in der Vergangenheit öffentlich das Verbotsgesetz kritisierte und sich nie von den Ansichten ihres Ehemannes distanzierte, der nicht nur in der, später wegen Wiederbetätigung verbotenen, NDP aktiv war, sondern auch Herausgeber der rechtsextremen Zeitschrift Fakten ist. Sowohl Scharsach als auch News erhielten Schadenersatz.[4]

Bei der Abstimmung über die Lex Kampl, eine anlassbezogene Änderung der österreichischen Bundesverfassung im Juni 2005, um den Vorsitz von Siegfried Kampl im österreichischen Bundesrat zu verhindern, verließ sie vor der Abstimmung den Nationalrat.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

[Bearbeiten] Publikationen

  • Barbara Rosenkranz: MenschInnen. Gender Mainstreaming – Auf dem Weg zum geschlechtslosen Menschen. Ares-Verlag, Graz 2008, ISBN 978-3-902475-53-4.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. Profil: FPÖ: Ikone der Rechten, 5. November 2007
  2. Der Standard: Hausfrau im Kampf gegen Ausländer, 5. Februar 2008
  3. ORF Niederösterreich - FPÖ-Spitzenkandidatin Barbara Rosenkranz, 8. September 2006
  4. Chamber judgment in the case of Scharsach and News Verlagsgesellschaft mbH v. Austria, Pressemitteilung des EGMR, 13. November 2003
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