Barbizon

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Barbizon
Wappen von Barbizon
Barbizon (Frankreich)
Barbizon
Region Île-de-France
Département Seine-et-Marne
Arrondissement Melun
Kanton Perthes
Koordinaten 48° 27′ N, 2° 36′ O48.4458333333332.60580Koordinaten: 48° 27′ N, 2° 36′ O
Höhe 75–93 m
Fläche 5,27 km²
Einwohner 1.357 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 257 Einw./km²
Postleitzahl 77630
INSEE-Code
Website www.barbizon.fr

Rathaus

Barbizon ist eine französische Gemeinde mit 1357 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Seine-et-Marne in der Region Île-de-France. Sie ist Mitglied der Communauté de communes du Pays de Bière. Der Name bezeichnet eine Künstlerkolonie, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in dieser Gemeinde lebte und arbeitete.

Die Künstlerkolonie von Barbizon[Bearbeiten]

Die Schule von Barbizon, eine Künstlerkolonie am Wald von Fontainebleau, entstand um 1830. Missverständlich ist die Bezeichnung „Malerschule vom Barbizon“ insofern, als eine Schule im Sinne eines Lehrer-Schüler-Verhältnisses nie existierte. Eine geschlossene Gruppe war es ebenfalls nicht, sondern eher ein lockerer Freundschafts- und Kollegenkreis, von denen sich einige in Barbizon ansiedelten, andere in der Pension Auberge Ganne sich zeitweise einquartierten. Den Namen gab ihr der englische Schriftsteller und Kunsthändler David C. Thomson mit dem Buch „The Barbizon School of Painters“, das 1890 in einer limitierten Auflage in New York erschien.

Mit Erfindung der Eisenbahn konnten die Maler mit ihren Staffeleien einfach von Paris nach Barbizon fahren. Da auch die Tubenfarben bereits erfunden waren, konnten sie jetzt direkt in der freien Natur malen. Gepflegt wurde eine schlichte verinnerlichte Landschaftsmalerei (Paysage intime), die den Impressionismus vorbereitete. Die Barbizonniers suchten in der Natur nach neuen Ausdrucksformen und nahmen großen Einfluss auf die Entwicklung der europäischen Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts. Sie beeinflussten auch die Worpsweder und Ahrenshooper Maler, die Künstlerkolonie Dachau oder die Skagenmaler. Max Liebermann bewunderte die Barbizonniers; er hielt sich während des Sommers 1874 in Barbizon auf und besuchte den von ihm geschätzten Jean-François Millet kurz vor dessen Tod.[1]

Barbizon im 19. Jahrhundert und heute[Bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert bestand Barbizon nur aus der Hauptstraße Rue de Barbizon, heute Grande Rue, an der sich insgesamt etwa 40 Häuser aufreihten. Die Eisenbahn verlief auf der Hauptstraße. Die einzige Herberge, Auberge Ganne, lag in der Mitte des Dorfes. Sie ist weitgehend im Originalzustand erhalten und beherbergt heute das Musée Ganne (Musée municipal de l'Ecole de Barbizon - Auberge Ganne). Man erreichte Barbizon nach 90 Minuten Eisenbahnfahrt von Paris aus. Die meisten Maler mieteten sich in der Auberge Ganne ein. Einige erwarben dann Häuser in Barbizon.

Jean-François Millets Haus und Atelier liegt nur 100 Meter von der Auberge entfernt und beherbergt heute ein Privatmuseum. Er liegt auf dem kleinen Friedhof von Barbizon begraben. Die Auberge zeigt Türen, Wände und Originalmobiliar, das von den Malern bei schlechtem Wetter reichhaltig bemalt worden war. Corot, Millet, Rousseau, Troyon, Chaigneau, Brendel und andere sind mit originalen Ölgemälden vertreten.

Hauptvertreter der Schule von Barbizon[Bearbeiten]

Bilder von Barbizon[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sigrid Bertuleit: Max Liebermann und Barbizon: Landleben – Naturerlebnis. Niedersächsisches Landesmuseum Hannover, Hannover 1994.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Barbizon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien