Barbodes

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Barbodes
Barbodes carnaticus

Barbodes carnaticus

Systematik
Unterkohorte: Ostariophysi
Otophysa
Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
Überfamilie: Karpfenfischähnliche (Cyprinoidea)
Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Barbodes
Wissenschaftlicher Name
Barbodes
Bleeker, 1859

Barbodes ist eine asiatische Karpfenfischgattung. Das Verbreitungsgebiet reicht von Indien bis Indonesien und erreicht im Norden auch das südliche China und Taiwan.

Merkmale[Bearbeiten]

Barbodes-Arten werden 18 bis 60 cm lang. Sie sind von typischer mehr oder weniger hochrückiger Karpfenfischgestalt und besitzen zwei Paar mehr oder weniger kräftiger Barteln am Oberkiefer. Der letzte unverzweigte Rückenflossenstrahl ist an seiner Hinterkante gesägt. Die Lippen sind glatt und dünn. Rostral- und Maxillarbarteln sind vorhanden (Rostralbarteln fehlen bei B. aurotaeniatus). Die Seitenlinie kann vollständig sein oder nicht. In einer mittleren Längsreihe zählt man 22 bis 32, selten auch mehr Schuppen. ½4/1/4½ Schuppen finden sich zwischen der Basis der Rückenflosse und der Bauchmittellinie. Der Schwanzstiel wird von 12 Schuppenreihen umgeben. Auf dem ersten Kiemenbogen zählt man 12 bis 15 Kiemenrechen. Von anderen südostasiatischen Barbenarten kann Barbodes vor allem durch die Färbung unterschieden werden. Jungfische besitzen 3 bis 5 Flecken entlang ihrer Seitenmittellinie, einschließlich einen an der Schwanzflossenbasis und einen am Beginn der Rückenflosse. Mit fortschreitendem Wachstum können die Flecken zahlreicher werden oder zu einem breiten Längsband zusammenwachsen. Der Fleck am Beginn der Rückenflosse wird größer oder nimmt die Form eines breiten Balkens an.

Arten[Bearbeiten]

Die Gattung Barbodes ist im November 2013 stark ausgeweitet worden, als der schweizer Ichthyologe Maurice Kottelat der Gattung zahlreiche Arten zuordnete, die bisher in Puntius gestellt wurden.

Barbodes binotatus-Gruppe[Bearbeiten]

Die Fische dieser Gruppe werden 6 bis 24 cm lang, besitzen Rostral- und Maxillar-Barteln, 22 bis 32 Schuppen entlang der Seitenlinie, einen letzten unverzweigten Rückenflossenstrahl der mehr oder weniger kräftig gezähnt ist und zeigen eine Zeichnung mit einem verschwommenen dunklen Längsstreifen an den Körperseiten, bei einigen Arten kombiniert mit zahlreichen weiteren dunklen Flecken und Punkten.[1] Außer der in Südostasien weit verbreiteten, namensgebenden Art der Gruppe, die Fleckenbarbe, und die auf Brunei beschränkte Barbodes xouthos, leben alle anderen Arten auf Inseln der südlichen Philippinen. Sie sollen von einer Population der Fleckenbarbe abstammen, die sich während einer Eiszeit über eine Landbrücke über die Sulusee nach Mindanao ausbreitete.

In einem der größten Seen auf den Philippinen, dem auf Mindanao liegenden Lanao-See, bildeten diese Fische einen Artenschwarm mit etwa 13 endemischen Arten. Von diesem Artenschwarm sind nur noch zwei Arten übrig (B. lindog und B. tumba) während die übrigen (B. amarus, B. baoulan, B. clemensi, B. disa, B. flavifuscus, B. herrei, B. katolo, B. lanaoensis, B. manalak, B. pachycheilus, B. sirang und B. tras) seit einiger Zeit nicht mehr nachgewiesen wurden und wahrscheinlich durch die Absenkung des Wasserspiegels wegen der Nutzung des Seewassern durch Wasserkraftwerke, sowie durch die Einführung invasiver Arten, vor allem der Grundel Glossogobius giurus, ausgerottet wurden.[2][3]

Fleckenbarbe (B. binotatus)

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rohan Pethiyagoda, Madhava Meegaskumbura, Kalana Maduwage: A synopsis of the South Asian fishes referred to Puntius (Pisces: Cyprinidae). In: Ichthyological Exploration of Freshwaters. Band 23, Nr. 1, Juni 2012, Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München, ISSN 0936-9902, S. 69–95.
  2. Inland Waters Biodiversity: Lakes - Lake Lanao
  3. a b Gladys B. Ismail: The Status and Life History Traits of Endemic, Native and Introduced Species in Lake Lanao, Philippines. (PDF)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Barbodes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien