Barby
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | |
| Landkreis: | Salzlandkreis | |
| Höhe: | 51 m ü. NN | |
| Fläche: | 152,72 km² | |
| Einwohner: |
9065 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 59 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 39240, 39249 | |
| Vorwahlen: | 039298, 03928 (Gnadau), 039294 (Breitenhagen, Groß Rosenburg, Lödderitz), 039295 (Sachsendorf, Zuchau) | |
| Kfz-Kennzeichen: | SLK, ASL, BBG, SBK, SFT | |
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 89 026 | |
| LOCODE: | DE BBY | |
| NUTS: | DEE0C | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Markt 14 39249 Barby |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Jens Strube (parteilos) | |
| Lage der Stadt Barby im Salzlandkreis | ||
Barby ist eine Stadt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt. Bis zur Neubildung der Stadt am 1. Januar 2010 aus den Gemeinden der ehemaligen Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Saale (außer Gnadau)[2] hieß die Stadt Barby (Elbe). Gnadau wurde am 1. September 2010 nach Barby eingemeindet.[2]
Inhaltsverzeichnis |
Geographie[Bearbeiten]
Barby liegt am linken Ufer der Elbe. Unweit der Stadt mündet die Taube in die Saale und diese in die Elbe. Die Stadt bildet die westliche Grenze des Biosphärenreservats Mittelelbe. Nordwestlich und südöstlich der Stadt liegen aus ehemaligem Kiesabbau entstandene Seen.
- Stadtgliederung
Barby besteht aus den Stadtteilen Kolphus, Monplaisir, Weinbergsiedlung und Zeitz sowie aus folgenden Ortschaften:
- 39240 Breitenhagen mit Ortsteil Alt Tochheim
- 39249 Glinde
- 39249 Gnadau mit Ortsteil Döben
- 39240 Groß Rosenburg mit Ortsteil Klein Rosenburg
- 39240 Lödderitz mit Ortsteil Rajoch
- 39249 Pömmelte mit Ortsteilen Neue Siedlung und Zackmünde
- 39240 Sachsendorf mit Ortsteil Patzetz
- 39249 Tornitz mit Ortsteil Werkleitz
- 39249 Wespen
- 39240 Zuchau mit Ortsteil Colno
Geschichte[Bearbeiten]
Barby wurde am 23. April 961 erstmals in einer Urkunde von Kaiser Otto I. als „barbogi“ erwähnt, was im Althochdeutschen „Ort an der waldlosen Flusskrümmung“, wörtlich: „barer Bogen“, bedeutet. Die Stadt umgab eine Mauer mit fünf Stadttoren. Reste der Stadtmauer sind noch erhalten. Das Barbyer Territorium wurde 1497 zur Reichsgrafschaft erhoben und befand sich im Besitz der Grafen von Barby. Nach dem Tod des letzten Grafen von Barby 1659 fiel Barby an den Herzog August von Sachsen-Weißenfels, dessen Sohn Heinrich ließ das Schloss 1687–1715 erbauen.
Barby war im 18. Jahrhundert jahrzehntelang Sitz der evangelischen Brüdergemeine (Herrnhuter Brüder-Unität); hier war das Predigerseminar und die leitende Behörde der weltweiten Arbeit der Herrnhuter. Einer der berühmtesten Schüler war Friedrich Schleiermacher, der die Schule von 1785 bis 1787 besuchte.
Das Schloss wurde 1855 ein Lehrerseminar und beherbergt heute das Grundbucharchiv von Sachsen-Anhalt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Cornelius Krummacher Oberpfarrer in Barby, der als Kirchenliederdichter („Stern, auf den ich schaue“) und Verfasser des Studentenliedes „Und wenn sich der Schwarm verlaufen hat“ bekannt geworden ist.
Im Oktober 1806 überschritt das französische Korps Bernadotte bei Barby („Heerstraße“) auf seinem Weg von Halle nach Lübeck die Elbe.
In den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das Schloss als Übergangslager für Flüchtlinge genutzt.
- Einwohnerentwicklung
Im Jahr 1970 hatte Barby noch 6.320 Einwohner, 2005 waren es dann nur noch 4.586 Einwohner.
Politik[Bearbeiten]
Stadtrat[Bearbeiten]
Bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 wurden 16 Stadträte gewählt. Die Wahl ergab folgende Zusammensetzung des Stadtrats:[3]
| Partei / Liste | Sitze 2009 |
| CDU | 7 |
| LINKE | 3 |
| SPD | 4 |
| FDP | 2 |
| Gesamt | 16 |
Wappen[Bearbeiten]
Das Wappen wurde 1998 vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch im Zuge der Flaggengenehmigung nach Widerspruch der Kommunalaufsicht überarbeitet.
Städtepartnerschaften[Bearbeiten]
- Seit 1990 besteht eine Partnerschaft mit der Stadt Schöppenstedt in Niedersachsen
- Seit 1994 mit der litauischen Gemeinde Aukštadvaris nahe Trakai
- mit der polnischen Gemeinde Pruchnik in der Woiwodschaft Karpatenvorland
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Bauwerke[Bearbeiten]
- Die St. Johanneskirche
Bei der St. Johanneskirche handelt es sich ursprünglich um eine Klosterkirche der Franziskaner. Sie wurde als Saalkirche zwischen 1264 und 1271 errichtet.[4] Die in der lokalen Geschichtsschreibung erfolgte Erwähnung einer Brandzerstörung des Klosters in den Jahren zwischen 1370 und 1381 ist weder archivalisch noch bauhistorisch nachweisbar.[4] Das Kloster wurde um 1540 aufgegeben und in ein Gut umgewandelt. Das Geschlecht der Grafen von Barby wählte die Johanniskirche zu ihrer Grablege.[5] Noch heute befinden sich in der Kirche bedeutende vom so genannten Weichen Stil der Parler beeinflusste Grabdenkmale. - Das Prinzeßchen
- Der Prinz
- Kapelle St. Georgii
- Die St. Marienkirche
Der Bau der Marienkirche (Unserer lieben Frau) wurde vermutlich im frühen 14. Jahrhundert begonnen. Zunächst als einfaches Langhaus im gotischen Stil vollendet wurde sie Ende des 17. Jahrhunderts durch eine Nord- und Südschiff sowie eine Sakristei erweitert. Schon im 16. Jahrhundert (Grundsteinlegung am 15. Mai 1505) wurde der gewaltige Kirchturm erbaut, der nach Einsturz, Wiederaufbau und zahlreichen Veränderungen im 17. Jahrhundert seine endgültige Gestalt erhielt. Er ist das Wahrzeichen der Stadt Barby.
Das Innere beherrscht der barocke Hochaltar vom Ende des 18. Jahrhunderts sowie der ebenfalls barocke gewaltige Orgelprospekt, hinter dem eine Rühlmannorgel von 1915 eingebaut ist. Die Orgel wurde 2006 aufwendig restauriert und ist seit dem wieder komplett spielbar. Erwähnenswert sind die zahlreichen Epitaphien aus dem 16. Jahrhundert, ein sechseckiger spätgotischer Taufstein aus der Werkstatt von Hans Bechlein, die geschnitzte Barockkanzel und die ornamentenreiche Kassettendecke. - Schloss
- Die Stadtmauer
- Elbbrücke
In Barby überquert die Eisenbahnstrecke von Berlin nach Blankenheim auf einer 757 m langen Brücke die Elbe einschließlich Vorflutgebieten. Der Betrieb auf der Strecke ist dauernd eingestellt.
Geschichtsdenkmal[Bearbeiten]
- Denkmal aus den 1950er Jahren auf dem Schloßplatz für die örtlichen acht, zumeist jüdischen Opfer des Faschismus
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Verkehr[Bearbeiten]
Barby ist über Landstraßen mit Schönebeck (Elbe), Calbe (Saale) sowie über die nahegelegene Gierseilfähre über die Elbe mit Güterglück und der B184 verbunden.
Der heute einzige Personenbahnhof in Barby ist der Bahnhof Sachsendorf (b Calbe) an der Bahnstrecke Magdeburg–Leipzig, der stündlich durch Regionalbahnen bedient wird. Der ehemalige Bahnhof Barby an der Berlin-Blankenheimer Eisenbahn wurde bis 2003 von einer Regionalbahn der Linie Magdeburg – Schönebeck (Elbe) – Güterglück – Bad Belzig angefahren. Der Personenverkehr auf dieser Strecke ist jedoch mittlerweile eingestellt worden.
Von 1884 bis 1922 fuhr im heutigen Stadtgebiet von Barby die Pferdebahn Patzetz–Breitenhagen, die die Ortsteile Patzetz, Groß Rosenburg, Klein Rosenburg und Breitenhagen an den Bahnhof Sachsendorf anband.
Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]
Seit 1923 wurde im Maizena-Werk Traubenzucker hergestellt; das Werk hieß in der DDR „Maisan“. 1993 baute die Firma Cerestar (2002 von Cargill übernommen) neben dem 1992 stillgelegten Werk ein neues Weizenstärkewerk. Daneben ist die Firma Maxit Baustoffwerke in Barby angesiedelt.
Erwähnenswert ist weiterhin die Elbe-Saale Klinik, eine Rehaklinik für Herz- und Kreislauferkrankungen.
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]
- Walter Conrad, Politiker
- Adolph von Dietze, Landwirt, Politiker
- Johann Gottfried Dietze (* 1823; † unbekannt), deutscher Rittergutsbesitzer und Politiker, MdR, MdL
- Georg Dittmann, klassischer Philologe
- Jakob Friedrich Fries, Philosoph
- Heinrich Mundlos, Erfinder und Fabrikant von Nähmaschinen
- Rudolph Palme, Organist, Komponist, Herausgeber und Orgelrevisor in Magdeburg
- Gustav Rebling, Komponist und Dirigent
- Albrecht Schöne, Germanist
- Max Sering, Nationalökonom
- Gerd Stange (* 1954), Künstler und Fotograf
Ehrenbürger[Bearbeiten]
- 1. April 1895: Fürst Otto von Bismarck
- 1848: Adolph von Dietze
Literatur[Bearbeiten]
- Helga Wäß: Form und Wahrnehmung mitteldeutscher Gedächtnisskulptur im 14. Jahrhundert. Ein Beitrag zu mittelalterlichen Grabmonumenten, Epitaphen und Kuriosa in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nord-Hessen, Ost-Westfalen und Südniedersachsen. (= Band 1), „Katalog ausgewählter Objekte vom Hohen Mittelalter bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts“ (= Band 2), Bristol u. a. 2006, ISBN 3-86504-159-0, S. 52-63.
Weblinks[Bearbeiten]
- Stadt Barby
- Ausführliche Seite über die Stadt und ihre Geschichte
- Links zum Thema Barby im Open Directory Project
- Material zu Schloss Barby in der Sammlung Duncker der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (PDF; 222 kB)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ a b StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
- ↑ Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt
- ↑ a b Achim Todenhöfer: Kirchen der Bettelorden. Die Baukunst der Dominikaner und Franziskaner in Sachsen-Anhalt. Berlin 2010, S. 44-51, hier S. 46.
- ↑ Wäß 2006, Bd. 2, S. 51.
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