Barby (Savoie)

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Barby
Barby (Frankreich)
Barby
Region Rhône-Alpes
Département Savoie
Arrondissement Chambéry
Kanton Saint-Alban-Leysse
Gemeindeverband Chambéry Métropole.
Koordinaten 45° 34′ N, 5° 59′ O45.5716666666675.9783333333333Koordinaten: 45° 34′ N, 5° 59′ O
Höhe 292–655 m
Fläche 2,48 km²
Einwohner 3.306 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 1.333 Einw./km²
Postleitzahl 73230
INSEE-Code
Website www.barby73.fr

Blick über Barby in der Leysse-Ebene
.

Barby ist eine französische Gemeinde mit 3306 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Savoie in der Region Rhône-Alpes.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt auf 305 m im Südosten der Agglomeration Chambéry, etwa 4 Kilometer östlich vom Stadtzentrum von Chambéry. Die Gemeinde erstreckt sich am Südwestrand der Bauges, ein Kalksteinmassiv in den nördlichen französischen Voralpen. Ein Teil des 2,48 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt einer flachen Schwemmebene, die von der Leysse und ihrem linken Nebenfluss Albanne gebildet wird. Dieser Teil ist dicht besiedelt und schafft zusammen mit den Nachbargemeinden einen durchgehenden Vorortbereich von Chambéry. Der andere Teil reicht im Osten einige hundert Meter auf die steil ansteigenden, bewaldeten Ausläufer der Bauges, wo das Gemeindegebiet bis auf 655 m ansteigt.

Barby gliedert sich in die Ortsteile La Bâtie und le Chemin Neuf. Nachbargemeinden sind Challes-les-Eaux, La Ravoire, Saint-Alban-Leysse, Saint-Jean-d’Arvey und Curienne.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Château de la Bâtie

Aus dem Jahr 1010 existiert eine erste schriftliche Erwähnung des Ortes unter dem Namen Balbiacus. Während der darauffolgenden Jahrhunderte finden sich gleichsam Schreibweisen mit „l“ (Balby) wie mit „r“ (Barbi(e)).[1] Der Ort bildete im Mittelalter eine kleine Herrschaft, die zu den Besitztümern der savoyardischen Adelsfamilie von Seyssel gehörte. Herrschaftssitz war das Château de la Bât(h)ie. Im Jahre 1670 wechselte es die Besitzer, und die umliegenden Ländereien wurden wenig später zur Markgrafschaft erhoben.[1] Nach dem Anschluss Savoyens an Frankreich 1860 gehörte Barby zuerst zum Kanton Chambéry-Nord, bis 1973 der Kanton Saint-Alban-Leysse geschaffen wurde.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Auf einem Hügel oberhalb der Leysse-Ebene steht das Château de la Bâtie, ein Schloss aus dem 13. Jahrhundert, das im 16. Jahrhundert renoviert wurde. Es ist durch eine Ringmauer mitsamt Fausse-Braie befestigt und besitzt zwei Wehrtürme. In der Kapelle befindet sich ein gallo-römisches Mosaik aus dem 4. Jahrhundert, das nach einem Fund in Arbin dorthin verbracht wurde. Die Einschreibung als Monument historique schließt die auch die Fassade, Kamine, die Terrasse und das Mosaik ein.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner[2]
1962 328
1968 550
1975 1.884
1982 2.672
1990 3.080
1999 2.958
2006 3.287

Mit 3306 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011)[4] gehört Barby zu den mittelgroßen Gemeinden des Département Savoie. Die zunehmenden Urbanisierung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verwandelte den Ort in einen Vorort von Chambéry und bewirkte innerhalb weniger Jahrzehnte eine Vervielfachung seiner Einwohnerzahl, welche in den Jahrhunderten zuvor konstant bei etwa 300 gelegen hatte.

Pfarrkirche von Barby

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die ursprünglich ländlich geprägte Gemeinde verzeichnete in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts durch den Bau zahlreicher Sozialwohnungen einen starken Bevölkerungszuwachs, zusätzlich entstanden viele Klein- und mittelständige Betriebe. Dadurch ist Barby heute vorwiegend eine Wohngemeinde für Angestellte, die etwa zu gleichen Teilen außerhalb der Gemeinde im Großraum Chambéry und innerhalb der Gemeinde ihrer Arbeit nachgehen.[5] Trotz der dichten Besiedelung gibt es noch einige Hektar Weinanbau. Der Ort gehört zur Weinbauregion Savoie, in der die geschützten Herkunftsbezeichnungen Roussette de Savoie und Vin de Savoie gelten.

In Barby ist das 13. Gebirgsjägerbataillon der französischen Armee stationiert.

Durch ihre Nähe zu Chambéry profitiert die Ortschaft von dessen guter Verkehrsanbindung ohne dass die Gemeinde direkt von Hauptverkehrsadern betroffen ist. Der Bahnhof von Chambéry sowie Auffahrten auf die Autobahnen A41, A43 und N201 (Stadtautobahn von Chambéry) sind jeweils nur wenige Kilometer entfernt. Eine Departementsstraße verbindet den Ort außerdem mit Curienne. Am Rand der Ortschaft verläuft die Hauptstraße D1006, die Landstraßenverbindung mit Modane und ehemalige N6. Der Flugplatz Chambéry–Challes-les-Eaux befindet sich teilweise auf dem Gemeindeareal, dagegen befindet sich der Passagierflughafen Chambéry-Savoie in etwa 15 Kilometer Entfernung auf der anderen Seite von Chambéry.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Barby (Savoie) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  J. J. Vernier: Dictionnaire topographique du département de la Savoie. Imprimerie Savoisienne, 1896, S. 222, 225, 226 (französisch, online auf BNF, abgerufen am 19. Januar 2014).
  2. a b Barby - notice communal. In: cassini.ehess.fr. Abgerufen am 22. August 2014 (französisch).
  3. Château de la Batie in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Französisches Statistikinstitut (www.insee.fr)
  5. Dossier statistique zu Barby. In: INSEE. Abgerufen am 22. August 2014 (französisch).