Barcarolle (Chopin)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Barcarolle ist eine Komposition für Klavier solo von Frédéric Chopin, sie entstand als op. 60 vom Herbst 1845 bis zum Sommer 1846 und ist der Madame la Baronne de Stockhausen gewidmet.

Aufbau[Bearbeiten]

Wie ein kleines Vorspiel beginnt das Allegretto mit einer dominanten Cis-Oktave im Bass und einer dreistimmigen Modulation im subdominanten H-Dur. Die drei Takte geben den Ton des ganzen Werks an. Nach einer langen Pause setzt die wiegende Bassbegleitung ein. Cantabile folgt das Thema in der rechten Hand, erst in Terzen, dann in Sexten. Die Pedalisierung ist so nötig wie heikel. Mit Sechzehntelsexten spielt das kurze, im Tonfall ganz ähnliche Nebenmotiv (leggiero) in Cis-Dur. Über den cis-Moll-Schatten findet es in einer schönen H/Ais-Wendung mit Doppeltrillern zum Terzenthema zurück, das sich mit Mittelstimmen und vollen Dominantseptakkorden entfaltet.

Pianissimo, aber poco piu mosso kündigt sich in fis-Moll der Mittelteil in der Paralleltonart A-Dur an. Links geben die Oktaven auf den dritten Achteln den inneren Schwung, rechts – sempre piano – trägt die Mittelstimme. Immer vom Gis-Dur und dis-Moll eingefärbt, kommt der Mittelteil zur Ruhe. Meno mosso führt die chromatische und synkopierte Schlusswendung über „leichte“ Cis-Dur-Läufe – dolce, sfogato – zur prächtigen Reprise mit beidhändigen Oktavakkorden. Die vollgriffige Schlussmodulation schwingt mit einem „dissonanten“ Lauf über der verminderten Fis-Oktave in den ruhigen Ton des Seitenmotivs. In den vier Schlusstakten singen links Sextakkorde den Themenabschied, während rechts ein „beiläufiges“ Leggiero von pianissimo zu fortissimo über den Diskant in den tiefen Bass stürzt und zu den freien Cis/Fis-Schlussoktaven findet.

Bis heute wohl unerreicht ist die Einspielung von Dinu Lipatti aus den 1940er Jahren.[1]

Siehe auch: Barkarole

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lipatti (EMI)