Bare-knuckle

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Der Begriff Bare-knuckle (zu Deutsch bloßfäustig, wörtlich: bloßer Fingerknöchel) stammt aus dem Boxsport. Es beschreibt im Boxsport das Kämpfen ohne Boxhandschuhe. Boxkämpfe mit der bloßen Faust bergen ein höheres Verletzungsrisiko als Boxkämpfe mit Boxhandschuhen, da sowohl Faust als auch das Ziel des Faustschlags ohne Polster aufeinandertreffen.

Geschichte[Bearbeiten]

Den Faustkampf mit bloßen Fingerknöcheln gab es schon im Altertum. Er wurde nachweislich in Griechenland, Vorderasien und Afrika (Ägypten, Nubien usw.) ausgeübt. Bevor sich die Queensberry-Regeln durchgesetzt hatten, welche das Tragen von Boxhandschuhen vorschreiben, wurde im professionellen Boxsport meistens mit den bloßen Fäusten (bare-knuckle) oder Bandagen geboxt. Boxkämpfe mit bloßer Faust sind kein Teil des heutigen Boxsportes mehr.

Wettkampf[Bearbeiten]

In vielen Ländern können Wettkämpfe nicht mehr legal ausgetragen werden, da die Verletzungsgefahr sehr hoch ist. Jedoch werden die Kämpfe oft illegal im Untergrund durchgeführt, z. B. in Großbritannien, Irland, USA, Osteuropa, etc.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Das Kämpfen mit der bloßen Faust wird heutzutage auch im deutschen Sprachraum als Bare-Knuckle-Fight bezeichnet.
  • In Südafrika ist eine Variante als Musangwe bekannt, deren Wurzeln in Traditionen der dort lebenden Hirten zu finden ist.[1][2]

Filme mit Darstellungen von Boxkämpfen mit der bloßen Faust[Bearbeiten]

  • In der Komödie Snatch – Schweine und Diamanten des Regisseurs Guy Ritchie spielt Brad Pitt einen Bareknuckle-Boxer alias One-Punch Mickey, der seine Gegner – sehr zum Missfallen eines Gangsterbosses – mit nur einem Schlag in den K. o. befördert.
  • Im Thriller Fight Club (ebenfalls mit Brad Pitt und mit Edward Norton) dreht es sich um Bareknuckle-Kämpfe, wobei hier der Aggressionsabbau und der gewisse Kick im Vordergrund steht.
  • Im Film In einem fernen Land schlägt sich ein irischer Auswanderer (gespielt von Tom Cruise) nach seiner Ankunft in den USA mit Bareknuckle-Kämpfen durch.
  • Im Actionfilm Hard Times („Ein stahlharter Mann“) von 1975 spielt Charles Bronson einen Boxer in den 30er Jahren zur Zeit der großen Depression, der sich mit zahlreichen illegalen Bareknuckle-Kämpfen ein Zubrot verdient. Dieser Film zeigt die Welt des Boxens ohne Faustschützer von seiner authentischsten Seite.
  • In der Fernsehserie Highlander sieht man in der Folge Tod eines Boxers einen Bareknuckle-Kampf von Duncan MacLeod, gespielt von Adrian Paul.
  • Im Gangster-Epos Gangs of New York mit Leonardo DiCaprio sind ebenfalls mehrere Bareknuckle-Boxkämpfe zu sehen.
  • Im irischen Film Strength and Honour aus dem Jahre 2007 nimmt ein Vater an Bareknuckle-Meisterschaften teil, um die medizinische Behandlung seines Sohnes bezahlen zu können.
  • Im Action-Drama Fighting aus dem Jahre 2009 kämpft ein Underdog mit seiner Teilnahme an illegalen Bareknuckle-Turnieren ums nackte Überleben.
  • In Der Mann aus San Fernando und dessen Fortsetzung Mit Vollgas nach San Fernando mit Clint Eastwood finden etliche Bare-knuckle-Kämpfe statt.

Außerdem gibt es vom TV-Sender Arte eine Dokumentation von 2007 über den "Musangwe Fight Club" in Südafrika.[3]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bleacher Report:Musangwe!!! A South African Fight Tradition
  2. SABC News vom 2. Mai 2009
  3. Musangwe Fight Club

Literatur[Bearbeiten]

  • Bare Fists von Bob Mee
  • Bareknuckles: A Social History of Prize Fighting von Dennis Brailsford
  • Strange Encounters: Tales of Famous Fights and Famous Fighters – A Complete History of Bareknuckle Pugilism & Boxing von James Brady
  • The Classical Pugilism and Bare-Knuckle Boxing Companion von Jake Shannon
  • King of the Gypsies: Memoirs Ofthe Undefeated Bareknuckle Champion of Great Britain and Ireland von Bartley Gorman und Peter Walsh
  • Der Guv’nor von Lenny McLean
  • Championship Streetfighting: Boxing as a Martial Art von NeadBeaumont

Weblinks[Bearbeiten]