Barnards Pfeilstern

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Stern
Barnards Pfeilstern
Barnardstar2006.jpg
Der Pfeil zeigt Barnards Pfeilstern
(Aufnahme vom 21. Mai 2006)
Beobachtungsdaten
ÄquinoktiumJ2000.0, Epoche: J2000.0
Sternbild Schlangenträger
Rektaszension 17h 57m 48,5s [1]
Deklination +04° 41′ 36,2″ [1]
Scheinbare Helligkeit 9,54 mag [1]
Typisierung
Spektralklasse M4 Ve [2]
B−V-Farbindex +1,570 ± 0,015 
Astrometrie
Radialgeschwindigkeit (−110,6 ± 0,2) km/s [3]
Parallaxe (545,4 ± 0,3) mas [4]
Entfernung [4] (5,980 ± 0,003) Lj
(1,834 ± 0,001) pc
Visuelle Absolute Helligkeit Mvis (+13,3 ± 0,1) mag [4]
Eigenbewegung [5]
Rek.-Anteil: (−798,58 ± 1,72) mas/a
Dekl.-Anteil: (+10328,12 ± 1,22) mas/a
Physikalische Eigenschaften
Radius 0,20 R
Leuchtkraft

0,00044 L

Andere Bezeichnungen
und Katalogeinträge
Bonner Durchmusterung BD +4° 3561a
Hipparcos-Katalog HIP 87937 [1]
Tycho-Katalog TYC 425-2502-1[2]
Weitere Bezeichnungen V2500 Ophiuchi • GJ 699 • LHS 57 • LTT 15309 • G 140-24 • GSC 00425-00184
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Barnards Pfeilstern (oder Barnards Stern, auch Munich 15040) ist ein kleiner Stern im Sternbild Schlangenträger. Mit einer Entfernung von etwa 6 Lichtjahren ist Barnards Pfeilstern unter den bekannten Sternen der dem Sonnensystem viertnächste. Nur die drei Komponenten des α-Centauri-Systems liegen näher. Der Pfeilstern ist allerdings ein Roter Zwerg mit Spektraltyp M4 und scheinbarer Helligkeit 9,54 mag, so dass er trotz seiner Nähe zu schwach leuchtet, um ohne Teleskop oder ein starkes Prismenfernglas beobachtet werden zu können. Er liegt nahe dem Stern 66 Oph. Bis zum Jahr 11.800 wird er sich der Sonne bis auf 3,8 Lichtjahre nähern und danach wieder entfernen.

Schnellläufer[Bearbeiten]

Animation der Bewegung von Barnards Stern (vier Aufnahmen zwischen 2001 und 2010)

Barnards Pfeilstern weist die bislang größte bekannte Eigenbewegung von 10,3 Bogensekunden pro Jahr auf. Seine relative Geschwindigkeit zu unserem Sonnensystem beträgt rund 140 Kilometer pro Sekunde. Das Ausmaß seiner Eigenbewegung wurde 1916 von dem Astronomen Edward Emerson Barnard entdeckt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Kapteyns Stern im Pictor (Südhimmel) als der Stern mit der größten Eigenbewegung gegolten. Solche Sterne, deren Himmelsposition sich rasch verschiebt, werden in der Astronomie als Schnellläufer bezeichnet. Wie schnell sich Barnards Stern bewegt, verdeutlicht die Animation. Sie besteht aus vier Bildern, die jeweils im Abstand von drei Jahren aufgenommen wurden.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1938 begann man am Sproul-Observatorium eine Serie von Photoplatten des Sterns zu erstellen, um seine Parallaxe und säkulare Beschleunigung genauer zu messen sowie nach potenziellen Begleitern des Sterns zu suchen. Von 1963 an akzeptierte eine große Zahl von Astronomen für viele Jahre die Behauptung von Peter van de Kamp, dass er eine Störung in der Eigenbewegung des Pfeilsterns entdeckt habe, aus der folge, dass der Stern von einem oder zwei Planeten mit einer dem Jupiter vergleichbaren Masse umkreist werde.

G. Gatewood konnte den oder die Planeten bei Messungen am Allegheny Observatory (bis 1973) jedoch nicht nachweisen. Trotzdem hielt sich die Theorie von Planeten um Barnards Pfeilstern noch bis in die 1980er Jahre, bis van de Kamps Behauptung allgemein als fehlerhaft angesehen wurde. Der Grund für die Fehlerhaftigkeit der Ergebnisse van de Kamps waren zunächst unerkannte Fehler am benutzten Messinstrument.

Solange die Behauptung anerkannt war, trug sie allerdings zur Berühmtheit des Sterns in der Science-Fiction-Gemeinde bei (sie ist z. B. Teil der Handlung der Fernsehserie Mondbasis Alpha 1) und ließ Barnards Pfeilstern auch als aussichtsreiches Ziel für das Projekt Daedalus, die Planung einer interstellaren Raumsonde, erscheinen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Barnards Pfeilstern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Hipparcos-Katalog (ESA 1997)
  2. Kirkpatrick, J. Davy; McCarthy, Donald W.: „Low mass companions to nearby stars: Spectral classification and its relation to the stellar/substellar break“; in: The Astronomical Journal, Vol. 107, Nr. 1, S. 333ff. (1994)
  3. Pulkovo radial velocities for 35493 HIP stars
  4. a b c Benedict et al.: „Interferometric astrometry of proxima Centauri and Barnard’s star using Hubble Space Telescope fine guidance sensor 3: detection limits for substellar companions.“; in: The Astronomical Journal, Vol. 118, Issue 2, S. 1086ff. (1999)
  5. Hipparcos, the New Reduction (van Leeuwen, 2007)