Baron Fauconberg

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Baron Fauconberg ist ein erblicher britischer Adelstitel in der Peerage of England, der zurzeit von der Familie Miller gehalten wird.

Verleihungen[Bearbeiten]

Die Baronie wurde am 24. Juni 1295[1] geschaffen, als König Eduard I. von England seinen Gefolgsmann Walter de Fauconberg, dessen Vorfahr Drogo, Kastellan von Fauquembergue, aus der Gegend von Saint Omer stammte und angeblich mit Wilhelm dem Eroberer nach England gekommen war [2].

Wie bei vielen alten Baronien der Peerage of England erfolgte die Erschaffung nicht durch Ernennung einer Person zum Peer (Letters Patent), sondern dadurch, dass die Person aufgefordert wurde, einen Sitz im House of Lords einzunehmen (Writ of Summons). Eine Besonderheit dieser Baronien by writ ist, dass sie auch in der weiblichen Linie vererbt werden können, wenn keine Söhne vorhanden sind. Allerdings gilt zwischen mehreren Schwestern – anders als bei Brüdern – nicht der Grundsatz der Primogenitur. Da der Titel aber weder geteilt noch gemeinsam gehalten werden kann, ruht der Titel dann, wenn keine Söhne jedoch mehrere Töchter vorhanden sind (falls into abeyance). Jeder Mitberechtigte kann dann bei der Krone die Beendigung des Ruhens beantragen.

Eine zweite Verleihung erfolgte 1627 an den Politiker Sir Thomas Belasyse, 2. Baronet. Zu diesem Zeitpunkt ruht der Titel der ersten Verleihung bereits seit mehr als 100 Jahren. Er wurde 1643 zum Viscount Fauconberg erhoben.

Weitere Titel[Bearbeiten]

Die Baronie Fauconberg vererbte sich über seine Nachkommen in der Familie Fauconberg bis zum 5. Baron, der 1407 verstarb. Da dieser nur eine Tochter Joan hatte, die zwar den Titel erben, aber als Frau nicht im Oberhaus sitzen konnte, berief König Heinrich VI. Joans Ehemann William Neville, der später zum Earl of Kent erhoben wurde, iure uxoris als Baron Fauconberg ins Oberhaus. Da auch sie keine männlichen Erben hatte, fiel die Baronie Fauconberg nach ihrem Tod 1490 in Abeyance.

Im Falle der Baronie Fauconberg dauerte die Abeyance Jahrhunderte: erst 1903 übertrug die Krone die Baronie Fauconberg einer Nachkommin der letzten Baroness, nämlich Marcia Amelia Lane-Fox, der bereits 11 Jahre zuvor die Baronie Conyers zugesprochen worden war. Von ihrem Vater hatte sie bereits bei dessen Tode 1888 den portugiesischen Titel einer Countess of Mértola geerbt, der auch in der weiblichen Linie vererbt werden kann. Dieser Titel wird seit dem vom jeweiligen Titelinhaber der Baronie geführt.

Ihr Sohn, der achte Baron, erbte zehn Jahre nach den Baronien Faucenberg und Conyers von seinem Vater die Würde des Earl of Yarborough. Da dieser jedoch nur Töchter hatte, fiel die Earlswürde, die nur in männlicher Linie vererbt werden kann, bei seinem Tod 1948 an seinen Bruder. Die Baronien fielen dagegen beide in Abeyance.

2012 übertrug die Krone beide Baronien seiner einzigen überlebenden Tochter[3][4]

Liste der Barone Fauconberg, erste Verleihung (1295)[Bearbeiten]

Liste der Barone Fauconberg, zweite Verleihung (1627)[Bearbeiten]

siehe Viscount Fauconberg

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Sir Nicolas Harris/William Courthope: The historic Peerage of England. John Murray, London 1857, S. 184–185. auf Google Books. Abgerufen am 4. Juni 2013.
  2.  Alan Sutton: The Complete Peerage. Band 5, Sutton Publishing Ltd., London 1982, S. 268.
  3. FAUCONBERG (E 1283) and CONYERS (E 1509) baronies automatically terminated upon the death of one of the two co-heiresses Abgerufen am 4. Juni 2013.
  4. Who is Who, Ausgabe 2013, Artikel: Baron Fauconberg and Conyers.