Baronnies

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Paysage des Baronnies: Das Tal von Sainte-Jalle vom Col de Soubeyrand aus gesehen. Im Hintergrund der Mont Ventoux.

Baronnies (genauer: Les Baronnies) ist der historische Name für eine südfranzösische Landschaft östlich und nördlich des Mont Ventoux.

Heute gehört der größte Teil der Baronnies zum Département Drôme, der Rest zu Vaucluse und Hautes-Alpes. Das Gebiet umfasst rund 2000 km² mit (1999) lediglich 22.000 Einwohnern. Seit dem 17. Jahrhundert leiden insbesondere die östlichen Teile der Baronnies aufgrund der harten Lebensbedingungen unter Landflucht, die erst in den 1980er Jahren aufgehalten werden konnte. Heute ist vor allem in den Städten Nyons, Buis-les-Baronnies, Mirabel-aux-Baronnies, Faucon und Puyméras wieder ein Anwachsen der Population zu verzeichnen.

In den 1990er Jahren kam die Idee auf, einen „Parc naturel régional des Baronnies“ einzurichten. 2003 wurden von den zuständigen Regionalparlamenten Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben, 2007 vom Département Drôme die ersten für den zukünftigen Parc benötigten Verwaltungsstrukturen („Syndicat Mixte“) geschaffen

Geschichte[Bearbeiten]

Der Legende nach zog Hannibal während des Zweiten Punischen Kriegs (218-201 v. Chr.) mit seiner Armee und seinen Elefanten durch die Baronnies. Später siedelten die Römer hier ausgemusterte Soldaten als Bauern an. Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reichs wurde die Gegend jahrhundertelang durch die Völkerwanderung, die Sarazenen und marodierende Banden verwüstet. Im Mittelalter gehörten die Baronnies zum Kaiserreich. Weite Teile des Landes standen unter der Herrschaft der Barone von Mévouillon, die rund 300 Jahre lang von Buis-les-Baronnies aus regierten. Eine Familienfehde im Jahr 1125 führte zu einer Teilung des Gebiets in einen östlichen und einen westlichen Teil, wobei die Herren des Westens sich in Nyons niederließen und Baron de Montauban nannten – aus dieser Teilung resultierte schließlich die Pluralbezeichnung der Gegend. Innerhalb kurzer Zeit unterstellten beide Familienstränge ihren Besitz an den Dauphin von Viennois, dessen Erben 1349 die französischen Könige wurden.

Ähnlich wie der Luberon waren auch die Baronnies später ein Zentrum des Protestantismus, so dass die Land erheblich während der Hugenottenkriege litt. Nach zwei Pestepidemien 1629 und 1652 lagen die Baronnies wirtschaftlich völlig darnieder.

Orte[Bearbeiten]

Nyons und Buis-les-Baronnies sind die historischen Zentren des Landes. Weitere wesentlichen Orte sind Brantes, Faucon, Mirabel-aux-Baronnies, Mollans-sur-Ouvèze, Montbrun-les-Bains, La Motte-Chalancon, Orpierre, Puyméras, Rémuzat, Rousset-les-Vignes, Sainte-Jalle, Séderon und Venterol. Bekannt ist zudem die Burg Aulan bei Montbrun-les-Bains.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Haupterwerbszweige sind Landwirtschaft und Tourismus. Nyons ist ein Zentrum des Olivenanbaus, den hier geernteten Früchten wurde eine Appellation d’Origine Contrôlée (AOC) als geschützte Herkunftsbezeichnung zugesprochen. Im westlichen Teil der Baronnies expandiert bereits der Tourismus, der mit der Einrichtung des Parc naturel weiter gefördert werden soll.

Weblinks[Bearbeiten]