Barry Miles

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Barry Miles (oder Miles) (* 1943 in Cirencester, England) ist ein britischer Journalist und Schriftsteller. Er hat zahlreiche Biografien und Bücher über Persönlichkeiten der Popkultur der 1960er Jahre geschrieben, unter anderem über Paul McCartney, The Beatles, William S. Burroughs, Jack Kerouac, Frank Zappa, Charles Bukowski, Allen Ginsberg, John Lennon, und The Clash. Seine jüngste Veröffentlichung – ein Buch über Pink Floyd – erschien im September 2007.

Leben[Bearbeiten]

In den 1960er Jahren war Miles Mitbesitzer der im exklusiven Londoner Stadtteil Mayfair gelegenen Indica Gallery, einer Kunstgalerie der damaligen Gegenkultur. Das ermöglichte es ihm, mit vielen Stars der Szene im „Swinging London“ zusammenzutreffen. Miles stellte den Kontakt her zwischen Paul McCartney und Leuten, welche die Underground-Zeitung The International Times gründen wollten, an deren Gründung McCartney in der Folge beteiligt war. Später leitete Miles das kurzlebige Plattenlabel Zapple Records, welches als Unterlabel zu Apple Records gehörte. Im Jahr 1998 schrieb er Many Years from Now, McCartneys offizielle Biografie.

Miles und seine Ehefrau – beide lebten 1965 in der Londoner Hanson Street 15 – machten McCartney mit „Hash Brownies“ bekannt, wie damals Gebäck genannt wurde, das unter Zugabe von Cannabis oder Cannabisprodukten (Haschisch) hergestellt worden war. Dabei kam ein Rezept für „Hasch-Fudge“ – Fudge ist eine karamellähnliche Süßigkeit aus Butter, Zucker und Milch – zur Anwendung, welches sie in Alice B. Toklas Kochbuch gefunden hatten.

Miles veröffentlichte das Buch Hippie, das mittels Interviews, Zitaten und Bildern die Geschichte der Hippiebewegung der 1960er und frühen 1970er Jahre erzählt. Zusammen mit Charles Perry und James Henke schrieb er I Want to Take You Higher, eine Dokumentation über die Ausstellung des Clevelander Museums Rock and Roll Hall of Fame.

Als Autor und Journalist wurde Miles für seine kritische Haltung gegenüber Musikern bekannt, die öffentlich Ansichten des Libertarismus und/oder Kapitalismus unterstützten. Zu den Künstlern, mit denen er deshalb in Konflikt geriet, gehörten Neil Peart von Rush und Frank Zappa. Die Ansichten solcher Musiker stehen in starkem Gegensatz zu denen des Sozialisten Miles.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Barry Miles/Conny Lösch (Übers.): Pink Floyd – Die frühen Jahre. Höfen, Hannibal Verlag, 2008. ISBN 3-85445-278-0
  • Barry Miles/Michael Kellner (Übers.): Zappa. Berlin : Rogner und Bernhard bei Zweitausendeins, 2005, 2. Auflage. ISBN 3-8077-1010-8
  • Barry Miles/Thomas Ritsche (Übers.): Hippies. München : Coll. Rolf Heyne, 2005. ISBN 3-89910-257-6
  • Barry Miles/Carl-Ludwig Reichert und Fritz Schneider (Übers.): Paul McCartney: Many Years From Now. Reinbek bei Hamburg : Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, 1999. ISBN 3-499-60892-8
  • Barry Miles/Udo und Esther Breger (Übers.): William S. Burroughs. Berlin : Ullstein, 1999. ISBN 3-548-35906-X
  • Allen Ginsberg/Barry Miles (Hrsg.)/Rolf Schwendter: Howl. Hamburg : Kellner, 1998. ISBN 3-89630-105-5
  • John Lennon/Barry Miles (Hrsg.)/ Kathrin Razum (Übers.): John Lennon – In eigenen Worten. Heidelberg : Palmyra, 1996. ISBN 3-930378-10-8
  • Frank Zappa/Barry Miles (Hrsg.)/ Kathrin Razum (Übers.): Frank Zappa – In eigenen Worten. Heidelberg : Palmyra, 1996, Für die dt.-sprachige Ausg. Aktualisiert. ISBN 3-930378-08-6
  • Barry Miles/Dieter Moll (Hrsg.): The Rolling Stones – Die komplette Chronik von 1960 bis heute. Köln : Heel, 1995. ISBN 3-89365-459-3
  • Barry Miles/Udo Breger und Esther Breger (Übers.): William S. Burroughs – Eine Biographie. Hamburg : Kellner, 1994. ISBN 3-927623-41-5
  • Barry Miles/Pearce Marchbank (Hrsg.)/Eva Maria Brunner und Rainer Moers (Übers.): Die Beatles, wie sie sich selbst sehen. Bergisch Gladbach : Lübbe, 1981, Dt. Erstveröffentlichung, 2. Auflage. ISBN 3-404-60038-X

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]