Barsine

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Barsine (griech.: Βαρσινη; * 363 v. Chr. (?); † 309 v. Chr.) war eine Geliebte Alexanders des Großen.

Barsine war die älteste Tochter von Artabazos II., dem persischen Satrapen von Phrygien. Sie wurde von hochrangigen persischen und griechischen Gelehrten unterrichtet. In erster Ehe heiratete sie Mentor, Bruder des Memnon von Rhodos. Wegen der Teilnahme des Artabazos am Satrapenaufstand musste die Familie 354 v. Chr. an den makedonischen Hof nach Pella fliehen. Später durfte Barsine auf Betreiben Memnons in ihre Heimat zurückkehren, während Mentor sich zunächst in Ägypten aufhielt, später (342 v. Chr.) aber zu seiner jungen Gemahlin zurückkehren konnte, mit der er vermutlich eine Tochter und einen Sohn hatte. Nachdem Mentor starb, heiratete Barsine Memnon, der die persischen Truppen zu Beginn des Alexanderzuges befehligte. Memnon schickte Barsine als Loyalitätsbeweis zu König Dareios III. nach Syrien; im Jahre 332 v. Chr. fiel sie dann bei der Einnahme von Damaskus Alexander in die Hände. Dieser nahm sie bei seinem Vormarsch in die östlichen Provinzen Persiens mit sich und sie gebar ihm in Baktrien im Jahre 327 v. Chr. den (illegitimen) Sohn Herakles, benannt nach dem Sagenhelden, von dem Alexander abzustammen glaubte.

In der Folge zog sich Barsine mit Herakles nach Pergamon zurück, wo sie zunächst weitgehend unbehelligt blieben. Später gerieten aber auch sie, wie bereits Alexanders Ehefrau Roxane und deren Sohn Alexander IV. Aigos, in die Machtkämpfe der Diadochenkriege. Polyperchon, der Regent von Makedonien, der von Kassander abgesetzt worden war, versuchte 309 v. Chr. den 18-jährigen Herakles für seine eigenen Zwecke zu nutzen und ihn als makedonischen König einzusetzen. Polyperchon gelang es, eine Armee von 20.000 Mann zusammenzustellen und gegen Kassander in Marsch zu setzen. Dieser verhandelte daraufhin mit Polyperchon und zog ihn dadurch auf seine Seite, dass er ihm die Verwaltung der Peloponnes übertrug. Damit wurden Herakles und Barsine zum Hindernis. Beide wurden auf Befehl Kassanders ermordet.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]