Bartholomäuskapelle (Paderborn)
Die Bartholomäuskapelle in Paderborn wurde um 1017 erbaut und gilt als die älteste bekannte Hallenkirche nördlich der Alpen.
Die dem hl. Apostel Bartholomäus geweihte Kapelle liegt im Zentrum der Paderborner Innenstadt an der Nordseite des Paderborner Doms, dem sie angegliedert ist. In direkter Nachbarschaft befindet sich auch das Museum in der Kaiserpfalz.
Die Bartholomäuskapelle war als Pfalzkapelle Teil des Neubaus der alten ottonischen Königspfalz. Der Paderborner Bischof Meinwerk ließ sie um 1017 im byzantinischen Stil von griechischen Bauleuten errichten, die die einzigartigen Gewölbe mit Hängekuppeln und den sie tragenden Säulen schufen. Die Säulenkapitelle gelten als bedeutende Zeugnisse ottonischer Baukunst, die Kapelle selbst als bedeutendstes kunstgeschichtliches Bauwerk Paderborns.
Diese Halle steht in ihrer Zeit einzig da und hat keine direkten Nachfolger gefunden. Es ist die älteste Hallenkirche Deutschlands.
Die Halle innen ist als architektonische Idee in dieser Form gewollt und nicht technisch bedingt – durch darüber liegende Räume beispielsweise. Erst im 12. Jh. tritt die Halle als architektonisches Prinzip in einzelnen, weit auseinander liegenden Landschaften häufiger auf, in Regensburg, der Oberpfalz, im Poitou in Frankreich und in Westfalen. Die schlanken, fast zerbrechlich wirkenden Säulen haben keine Beziehung zur übrigen deutschen Baukunst dieser Zeit und stammen eindeutig aus dem byzantinischen Bereich. Wichtig ist der Kranz von hoch liegenden Fenstern: Das von dort einfallende Licht lässt den Raum zusammen mit den grazilen Säulen wie schwerelos wirken – sehr im Gegensatz zu der massiven Bauweise des deutschen Raumes zu jener Zeit.
Die Kapelle hat alle Irrungen und Wirrungen im Laufe ihrer Zeit, darunter auch den Zweiten Weltkrieg, bei dem der Paderborner Dom schwer beschädigt wurde, fast unbeschadet überstanden. Ihre Fenster wurden 1955 in der ursprünglichen Form wiederhergestellt. Seit 1963 ist die Bartholomäuskapelle im ursprünglichen Zustand wieder hergestellt und erhielt 1978 eine kunstvoll gestaltete Bronzetür, die dem Betrachter einen Einblick in die Zeit und das Denken Bischof Meinwerks geben soll.
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Siehe auch [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Josef Meyer zu Schlochtern, Matthias Wemhoff: Die Bartholomäuskapelle Paderborn. Bonifatius, Paderborn 1997, ISBN 3-89710-010-X
- Kluge, Dorothea (1971): Die Bartholomäuskapelle in Paderborn, in: Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern, Paderborner Hochfläche, Paderborn, Büren, Salzkotten, Band 20, Mainz am Rhein, S. 172ff.
Prosa [Bearbeiten]
- Jostein Gaarder (2002): Das Weihnachtsgeheimnis, München, S. 101 ff.
Weblinks [Bearbeiten]
- City-Portal Paderborn: Die Bartholomäuskapelle, Freizeitziel Bartholomäuskapelle
- Website von Werner Nolte: Informationen und Bilder zur Bartholomäus-Kapelle
- Müller, Martina; Kampmann, Susanne (2011): Bartholomäuskapelle, Paderborn, in: WESTART Meisterwerke, WDR, Sendung vom 8. November 2011, 23.10–23.15 Uhr
- Historische Aufnahmen der Bartholomäuskapelle bei Deutsche Fotothek: http://www.deutschefotothek.de/obj33098374.html
51.719258.7555555555556Koordinaten: 51° 43′ 9,3″ N, 8° 45′ 20″ O