Bartolomeo de Selma y Salaverde

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Bartolomeo de Selma y Salaverde (* um 1605 in Cuenca, Spanien; † um 1650) war ein spanischer Dulzianspieler, Fagottist und Komponist des Frühbarocks.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Bartolomeo de Selma y Salaverde erhielt seine musikalische Ausbildung vermutlich durch seinen Vater, dem spanischen Hofmusiker und Blasinstrumentenbauers Bartolomé de Selma (um 1585 bis um 1616). Nach seiner musikalischen Ausbildung trat er in den Augustinerorden ein und bereiste Mitteleuropa. In der Zeit von 1628 bis 1630 wirkte er als Fagottist in der Hofkapelle des Erzherzogs Leopold V. von Tirol in Innsbruck. Letzterer hatte 1626, nach seiner Heirat mit Claudia de' Medici, seine Hofkapelle nach italienischen Vorbildern erheblich vergrößert und mit besten Musikern Europas besetzt.

Weitere Stationen Salaverdes sind nicht genau bekannt. Er hat vermutlich in verschiedenen Hofkapellen gearbeitet, möglicherweise in Österreich und Polen. 1638 ließ er in Venedig einen Sammelband unter dem Titel „Canzoni fantasie e correnti da suonar a 1, 2, 3, 4 voci con Basso Continuo“ veröffentlichten. Auf dem Titelblatt bezeichnete er sich immer noch als „Musicus & Suonator di Fagotto Erzherzog Leopoldus“. Dieses Werk ist dem Prinzen Johann Karl von Polen und Schweden gewidmet. Es enthält insgesamt 57 Einzelstücke, darunter Canzonen, Fantasien und Tänze wie Balletti, Gagliarden und Correnti. Einige dieser Werke sind doppelchörig angelegt.

Wertvoll für die Aufführungspraxis sind seine Angaben zu Tempo und Dynamik, so wie zur Verzierungspraxis. Die von ihm geführte Werkstatt gehörte zu den ersten, die Fagotte herstellte. [1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Javier Sarría Pueyo: Lebenslauf in spanischer Sprache (abgerufen am 11. Februar 2014)