Bartoszyce

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Bartoszyce
Wappen von Bartoszyce
Bartoszyce (Polen)
Bartoszyce
Bartoszyce
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: Bartoszyce
Fläche: 11,00 km²
Geographische Lage: 54° 15′ N, 20° 49′ O54.25027777777820.816666666667Koordinaten: 54° 15′ 1″ N, 20° 49′ 0″ O
Einwohner: 24.602
(30. Jun. 2013)[1]
Postleitzahl: 11-200
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NBA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 51: OlsztynekOlsztyn↔Bezledy/Bagrationowsk (–Kaliningrad)
DW 512: SzczurkowoGórowo IławeckiePieniężno
DW 592: →ŁankiejmyKętrzyn
Schienenweg: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig
Kaliningrad
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 11,00 km²
Einwohner: 24.602
(30. Jun. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 2237 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2801011
Verwaltung (Stand: 2011)
Bürgermeister: Krzysztof Nałęcz
Adresse: ul. Bohaterów Monte Cassino 1
11-200 Bartoszyce
Webpräsenz: www.bartoszyce.pl

Bartoszyce [bartɔˈʃɨʦe]?/i (deutsch Bartenstein) ist eine Stadt mit etwa 25.300 Einwohnern im Norden der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren im Powiat Bartoszycki.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Bartoszyce liegt im Norden der Woiwodschaft Ermland-Masuren am Ufer des Flusses Łyna im Landschaftsgebiet Nizina Sępopolska in der historischen Provinz Ostpreußen. Durch die Stadt führt die Landesstraße 51 von der 72 Kilometer entfernten Woiwodschaftshauptstadt Olsztyn über den 17 Kilometer entfernten Grenzübergang zur russischen Exklave Oblast Kaliningrad nach Kaliningrad.

Geschichte[Bearbeiten]

Bartenstein, östlich von Elbing und südlich von Königsberg i. Pr. auf einer Landkarte von 1910.

An der Grenze zum prußischen Gau Natangen übernahm der Deutsche Orden um 1240 auf dem Gebiet des Gaues Barten am Ufer des Flusses Alle auf einer Anhöhe eine hölzerne, durch Palisaden und Erdwälle geschützte Burg. Der Ortsname geht auf prußisch "bar, bart" zurück und bedeutet fließen, schnell strömen.

Nun gibt es aber noch eine weitere plausible Erklärung für die Herkunft des Namens: In seiner Frühzeit rekrutierte sich der Orden vorwiegend aus dem niederen Adel. Er bot nachgeborenen Söhnen Aufstiegschancen und den Geschlechtern, aus denen sie stammten, gehobenes Ansehen. Heinrich von Hohenlohe war um 1200-1249 Hochmeister des Deutschen Ordens. In Bartenstein (Schrozberg), Einflussbereich der Hohenloher, sind von 1234 bis ca 1350 die Ritter von Bartenstein nachgewiesen. Die nachgeborenen Söhne dieses Geschlechts könnten von nahegelegenen Deutschen Orden in Bad Mergentheim aufgenommen und Mitte 13. Jh. in Ostpreussen eingesetzt worden sein. Möglicherweise hätte dann einer dieser Söhne die Burg Bartenstein/Ostpreussen errichten lassen und mit seinem Namen versehen. Die Ritter von Bartenstein tugen im Wappen drei Wurfbeile.[3]

Während eines Prußenaufstands wurde die Burg von 1260 bis 1263 belagert und, nachdem die Ordensritter die Burg aufgegeben hatten, zerstört. 1273 wurde die inzwischen wieder aufgebaute Burg von Sudauern gebrandschatzt. Zwischen 1274 und 1280 baute der Orden die Festung erneut auf, diesmal als steinernes Gebäude. Bis zum 15. Jahrhundert war dort der Sitz des Komturpflegers von Balga. Als die Burg zu Beginn des preußischen Städtekrieges 1454 erneut zerstört wurde, verzichtete man endgültig auf eine Wiederherstellung.

Auf dem der Burg gegenüberliegenden Ufer hatte sich am Anfang des 14. Jahrhunderts eine Siedlung entwickelt, die 1326 erstmals erwähnt wurde und 1332 durch den Hochmeister Luther von Braunschweig unter dem Namen Bartenstein Stadtrecht erhielt.[4] Der Komtur Henning Schindekopf veranlasste 1353 die Errichtung einer Wehrmauer. Als der Deutsche Orden nach seinem Krieg gegen Polen in finanzielle Schwierigkeiten geriet, verpfändete er 1513 das Amt Bartenstein an den Ordensritter Heinrich Reuß von Plauen.

In Bartenstein wurde schon 1377 eine Schule erwähnt; später verfügte die Stadt über eine Höhere Bürgerschule[5], deren Schulordnung von 1621 zu den ältesten Schulordnungen der Region zählt.[6]

Während des Napoleonfeldzuges schlossen Preußen und Russland am 26. April 1807 ihren Bündnisvertrag in Bartenstein ab. Im Ergebnis der 1815 in Gang gesetzten preußischen Verwaltungsreform wurde Bartenstein in den Kreis Friedland eingegliedert, der später in Landkreis Bartenstein (Ostpr.) umbenannt wurde. 1868 wurde die Ostpreußische Südbahn durch die Stadt geführt und damit die Vorsetzung für die Ansiedlung zahlreicher Industriebetriebe geschaffen. Es entstanden eine Eisengießerei, eine Maschinen- und eine Wagenfabrik. Außerdem entwickelte sich ein bedeutender Eichenholzhandel. Bartenstein wurde Garnisonsstadt und Sitz des Land- und des Schwurgerichts. 1880 lebten 7.132 Einwohner in der Stadt. Nachdem sich Bartenstein zur größten Stadt im Kreis entwickelt hatte, wurde es 1902 Kreisstadt und gab 1927 dem Kreis auch seinen Namen.

Im Januar 1945 wurde Bartenstein von sowjetischen Truppen eingenommen und dabei bzw. in der Folgezeit zu 60 % zerstört, doch blieben wesentliche Teile, darunter der große Marktplatz, erhalten. Nachdem die Stadt 1945 mit dem südlichen Ostpreußen unter polnische Verwaltung kam, wurde sie in Bartoszyce umbenannt. Es begann die Zuwanderung von Polen und Ukrainern, die anfangs aus Gebieten östlich der Curzon-Linie kamen und die an ihren Heimatorten von der zuständigen Sowjetkommandantur vor die Wahl gestellt worden waren, entweder eine andere Staatsangehörigkeit anzunehmen oder auswandern zu müssen. Die nicht geflüchteten deutschen Bewohner wurden aufgrund der Bierut-Dekrete vertrieben bzw. später ausgewiesen oder gezwungen, die polnische Staatsangehörigkeit anzunehmen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner-
zahl
Bemerkungen
1729 2.000[7]
1785 2.780 in 307 Haushaltungen (Feuerstellen), ohne die Garnison (Stab und fünf Kompanien des preußischen Infanterie-Regiments Nr. 14)[8]
1831 3.603 [9]
1875 6.460[10]
1880 7.132[10]
1890 6.442 davon 265 Katholiken und 65 Juden[10]
1905 6.805 meistenteils Protestanten[11]
1925 7.890 meistenteils Protestanten[12]
1933 8.717[7]
1939 11.268 davon 10.030 Protestanten, 848 Katholiken, 139 „andere Christen“ und elf Juden[7]
2009 24.994

Graphische Darstellung der Einwohnerentwicklung[10][13]

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Im von Blau und Gold schräglinks geteilten Felde auf rotem Stufengiebel (Stein) zwei schräg gekreuzte abgewendete Barten (Beile) mit roten Stielen.“[14] So das 1440 gebrauchte SIGILLVM CIVITATIS BARTENSTEIN und ein ähnliches 1458 urkundliches Siegel. Das 1410 in der Schlacht bei Tannenberg verlorene Banner der Stadt zeigte dagegen unter weißem Wimpel ein schwarzes Fahnentuch, darin ein aufgerichtetes Beil. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts setzte man das Bild eines Ordensritters zu Ross ins Siegel, der in der Rechten eine Barte hält, kam aber neuerdings auf die gekreuzten Barten zurück.[15]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Kirchengebäude[Bearbeiten]

Stadtpfarrkirche – Die ehemalige Stadtkirche - jetzt dem Evangelisten Johannes und der Mutter Gottes von Tschenstochau geweiht (Kościół św. Jana Ewangelisty i Matki Boskiej Częstochowskiej) - ist im gotischen Baustil errichtet und stammt aus der Mitte des 14. Jahrhunderts und wurde 1678 umgebaut. Der Turm wurde 1732 erbaut. Aufgrund starker Zerstörung im Zweiten Weltkrieg fanden zwischen 1945 und 1958 umfangreiche Restaurierungsarbeiten statt. Sie diente seit der Reformation bis 1945 als evangelisches Gotteshaus und ist seit 1959 römisch-katholische Pfarrkirche. Von polnischen Restauratoren erneuert, zieren die Beichtstühle und der Altar aus Tilsits Deutschordenskirche seit zehn Jahren die Stadtpfarrkirche.

Johanniskirche – Die auch schon vor 1945 so genannte Johanniskirche (Kościół św. Jana Chrzciciela) ist Johannes dem Täufer geweiht und stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Der Barockaltar entstand zwischen 1715 und 1720. Bis 1945 war die Kirche evangelisch und ist seit 1946 römisch-katholisches Gotteshaus.

Kirche St. Brun – Im Jahre 1889 wurde die damals im neugotischen Stil neu erbaute St. Brun-Kirche (Kościół św. Brunona) geweiht. Sie war bis 1945 die einzige katholische Kirche in der Stadt.

Bruder-Albert-Kirche – Die römisch-katholische nach Adam Chmielowski genannte Bruder-Albert-Kirche (Kościół św. Brata Alberta) empfing 1990 ihre Weihe und ist somit die jüngste der vier römisch-katholischen Kirchen in Bartoszyce.

St.-Andreas-Kirche – St. Andreas der Apostel (Cerkiew św. Andrzeja Apostoła) ist ein Kirchenbau von 1996. Er dient der Polnisch-Orthodoxen Kirche als Gotteshaus.

Evangelisch-Augsburgische Kirche – Die kleine evangelisch-lutherische Kirche in Bartoszyce nimmt sich gegenüber den katholischen Kirchenbauten bescheiden aus. Sie ist gottesdienstliches Zentrum einer weitgestreuten Diasporagemeinde der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Evangelische Kirchengemeinde[Bearbeiten]

Die Einführung der Reformation gelang in Bartenstein[17] schon sehr früh, wenn auch nicht ohne erheblichen Widerstand. Die geistlichen Führer der Stadt wehrten sich mit Rückendeckung des ermländischen Bischofs Mauritius Ferber und verweigerten dem von dem evangelischen Bischof Erhard von Queis beauftragten Prediger den Zutritt zur Stadt. Doch bereits 1525 wurden die beiden damaligen Kirchen den Evangelischen zur Verfügung gestellt. Bis 1945 waren die Stadt- und die Johanniskirche evangelische Gotteshäuser, die jeweils gottesdienstliche Zentren weitgedehnter Kirchspiele waren. Die beiden evangelischen Gemeinden gehörten zunächst zum Kirchenkreis Friedland (heute russisch: Prawdinsk), danach zum umbenannten Kirchenkreis Bartenstein. Er lag in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Im Jahre 1939 waren von den 11.268 Einwohnern der Stadt 10.030 evangelischer Konfession.

Aufgrund der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950 schrumpfte die Zahl der evangelischen Kirchenglieder in Bartenstein auf ein Minimum. Erst in den folgenden Jahrzehnten bildete sich in Bartoszyce wieder eine kleine Diasporagemeinde, die heute eine Filialgemeinde von Kętrzyn (Rastenburg) ist. Sie gehört zur Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Kirchspiele (bis 1945)[Bearbeiten]

Zu den beiden evangelischen Pfarreien Bartensteins gehörten vor 1945 mehr als 50 Kirchspiele:[18]

Stadtkirche[Bearbeiten]

  • Aßmanns (Witki)
  • Brostkersten (Brzostkowo)
  • Buchau (Bukowo)
  • Eichenbruch (Dębówka)
  • Erdmannshof (Okopa)
  • Ernsthof (Ceglarki)
  • Fuchshöfen (Lisówka)
  • Glittehnen (Glitajny)
  • Groß Schwaraunen (Szwaruny)
  • Hermenhagen (Osieka)
  • Karlshof (Karolewka)
  • Kinkeim (Kinkajmy)
  • Klein Schwaraunen (Szwarunki)
  • Kraftshagen (Krawczyki)
  • Laurienen (Wawrzyny)
  • Losgehnen (Lusiny)
  • Mekienen (Mekiny)
  • Mielitzfelde (Milicz)
  • Nohnen (Nuny)
  • Passarien (Pasarie)
  • Perkuiken (Perkujty)
  • Plensen (Plęsy)
  • Polenzhof (Połęcze)
  • Rothgörken (Czerwona Górka)
  • Sandlack (Sędławki)
  • Tromitten (Tromity)
  • Wiesenthal
  • Wilhelminenhof (Wiloszyn)
  • Wordommen (Wardomy)

Johanniskirche[Bearbeiten]

  • Brämerhafen
  • Damerau (Dąbrowa)
  • Erwienen (Jarkowo)
  • Fauthshof (Falczewo)
  • Glommen
  • Groß Kärthen (Kiertyny Wielkie)
  • Grundsmühle
  • Klein Kärthen (Mała Kiertyny)
  • Legienen (Leginy)
  • Liekeim (Nalikajmy)
  • Liesken (Liski)
  • Loschkeim (Łoskajmy)
  • Loyden (Łojdy)
  • Markienen (Markiny)
  • Neu Aßmanns (Nowo Witki)
  • Sagerlauken (Zagławki)
  • Sauerschienen (Zawiersze)
  • Schreibershöfchen (Wiatrak)
  • Siddau (Żydowo)
  • Skitten (Skitno)
  • Söllen (Szylina Mała, Szylina Wielka)
  • Wehrwilten (Wirwilty)
  • Wilhelmsruh (Stoczki)

Pfarrer (bis 1945)[Bearbeiten]

Zwischen 1525 und 1945 amtierten an der Bartensteiner Stadtkirche jeweils zwei Geistliche (Pfarrer und Diakonus), an der St. Johanniskirche lediglich ein Geistlicher (Diakonus, bis 1827 polnische Amtsträger)[19]:

Stadtkirche[Bearbeiten]

Bartenstein mit Stadtkirche, Markt und Heilsberger Tor (vor 1914)
  • Heinrich Schmidt, 1525-1528
  • Georg Baumgart, 1531-1535
  • Nicolaus Naphius, 1534, 1535
  • Valentin Hagius, 1535-1545
  • Valentin Büge, 1545-1559
  • Alexius Pohl, 1558-1559
  • Vitus Neuber, 1560-1561
  • Georg Junghenlein, 1562-1597
  • Johann Clasrus, ab 1568
  • Georg Kramme, 1573-1577
  • Andreas Weidenmajer, 1577
  • Liborius Körner, 1577
  • Matthias Cocus, 1577-1588
  • Valentin Damerow, 1588-1590
  • Johann Busse, 1590-1602
  • Balthasar Adolphi, 1597-1616
  • Valentin Rinck, 1602
  • Lucas Bilang, 1603-1622
  • Friedrich Heilsberger, 1616-1644
  • Matthias Mesemann, 1622-1647
  • Hieronymus Ernesti, 1644-1657
  • Peter Studemann, 1647-1659
  • Christoph Colbe, 1657
  • Bernhard Reimann, 1658-1667
  • Elias Geisler, 1659-1665
  • Christian Hagen, 1665-1703
  • Jacob Sahm, 1667-1673
  • Martin Babatius, 1674-1719
  • Johann Caspar Cassenbruch, 1703-1718
  • David Vogel, 1712-1713
  • Heinrich Wegner, 1717-1734
  • Anton Otto Schwerdfeger, 1718-1735
  • Reinhard Friedrich Bornmann, 1734-1747
  • Wilhelm Ludwig Geisler, 1736-1740
  • Johann Christoph Wichert, 1740-1769
  • Wilhelm Ludwig List, 1747-1795
  • Johann Heinrich Behrent, 1769-1775
  • Matthias Friedrich Rücker, 1775-1801
  • August Karl Wilhelm Werner, 1795-1799
  • Johann Friedrich Nachtigal, 1799-1834
  • Wilhelm Gottlieb Keber, 1802-1821
  • Johann Gottlieb Behnisch, 1822-1838
  • Johann August Leopold Müller, 1834-1848
  • August von Wegener, 1838-1848
  • Friedrich Wilhelm Sommer, 1848-1885
  • Carl Leopold Wolke, 1849-1852
  • Carl August Thal, 1852-1756
  • Friedrich August Hasse, 1856-1865
  • Friedrich Adolph Günter, 1865-1867
  • Gustav Adolf Korsch, 1867-1884
  • Ernst Wilhelm Fischer, 1885-1896
  • Paul Ernst C. Wundsch, 1886-1923
  • Adolf Heinrich Em. Henschke, 1897-1908
  • Ernst Nietzki, 1908-1927, Superintendent
  • Emil Ferdinand Renkewitz, 1924-1935
  • Arthur Bruno Pokern, 1927
  • Wilhelm Feist, 1928-1945
  • Max Danowski, 1936-1945

St. Johanniskirche[Bearbeiten]

  • Matthias Radominius, ab 1562
  • Matthias Lindewld, 1570
  • Leonhard Dembowius, 1572-1574
  • Paul Lidicus, 1577
  • Johann Lidicus, 1588-1602
  • Michael Giczewskowski, 1603-1622
  • Paul Dambrowius, 1624-1640
  • Laurentius Rats, 1641-1660
  • Christoph Schlawinski, 1660-1666
  • Christoph Boretius, 1666-1784
  • Johann Bascowius, 1684-1704
  • Jacob Jortzig, 1705-1721
  • Christoph Pflugrad, 1721-2718
  • Jacob Patz, 1728-1780
  • Gottlieb Benjamin Goburreck, 1781-1795
  • Johann Masuch, 1795-1827
  • Johann Georg Singelmann, 1829-1868
  • Heinrich Adolf Em. Henschke, 1869-1897
  • Carl Eugen C. Broscheit, 1897-1934
  • Egon Sprang, 1923
  • Johann Hirsch, 1927-1929
  • Johannes Worm, 1934-1945
  • Oskar Anton, 1940-1942

Kirchenbücher (bis 1945)[Bearbeiten]

Die Kirchenbücher der beiden Bartensteiner Pfarreien liegen bis auf wenige Ausnahmen im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin-Kreuzberg:[20]

  • Taufen: 1644 bis 1944
  • Trauungen: 1652 bis 1944
  • Beerdigungen: 1765 bis 1944
  • Konfirmationen: 1735 bis 1935
  • Abendmahlsteilnehmer: 1838-1941

Römisch-katholische Pfarrgemeinden[Bearbeiten]

Von der Reformation bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Bartenstein keine katholische Kirche. Erst 1889 wurde ein Gotteshaus errichtet. Bartenstein gehörte zum damaligen Bistum Ermland. 1939 lebten 848 Katholiken in der Stadt. Das änderte sich in den Jahren nach 1945. Die Kirchengliederzahl stieg so stark an, dass es heute in Bartoszyce vier römisch-katholische Pfarrgemeinden gibt. Sie gehören zum Dekanat Bartoszyce im Erzbistum Ermland der Katholischen Kirche in Polen.

Dekanat Bartoszyce[Bearbeiten]

Die Pfarrgemeinden der Stadt Bartoszyce bilden mit weiteren fünf ländlichen Parochien das Dekanat Bartoszyce:

Griech.-katholische Pfarrgemeinde[Bearbeiten]

Hauptartikel: Polnisch-Orthodoxe Kirche

In Bartoszyce hat sich außerdem eine Polnisch-Orthodoxe Pfarrgemeinde konstituiert. Sie gehört zum Dekanat Olsztyński (Allenstein) der Griechisch-katholischen Kirche in Polen.

Sonstige Gemeinden[Bearbeiten]

Christliche Kirchengemeinschaften sind auch die Baptisten und die Pfingstler.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Heilsberger Tor in Bartoszyce

Das Heilsberger Tor wurde als Teil der Stadtbefestigung im 14. Jahrhundert errichtet.

Gmina Bartoszyce[Bearbeiten]

Die Landgemeinde Bartoszyce, zu der die Stadt Bartoszyce nicht gehört, umfasst eine Fläche von 428 km², was 32,69 % der Fläche des gesamten Powiat Bartoszycki ausmacht. 71 % der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, 16 % forstwirtschaftlich.

Die Gmina Bartoszyce liegt im Norden der Woiwodschaft Ermland-Masuren und grenzt im Norden an die Oblast Kaliningrad. Nachbargemeinden sind:

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Landgemeinde Bartoszyce gehören 111 Ortschaften, die 30 Sołectwo (Schulzenämtern) zugeordnet sind:

Lage der Gmina Bartoszyce im Powiat Bartoszycki
  • Ardapy (Ardappen)
  • Bajdyty (Bethen, Beyditten (ab 1934))
  • Barciszewo (Bartelsdorf)
  • Bąsze (Bonschen)
  • Bezledy (Beisleiden)
  • Bieliny (Bellienen)
  • Borki (Borken)
  • Brzostkowo (Brostkersten)
  • Bukowo (Buchau)
  • Burkarty (Borchertsdorf)
  • Ciemna Wola (Dietrichswalde)
  • Dąbrowa (Damerau)
  • Drawa (Groß Sonnenburg)
  • Falczewo (Fauthshof)
  • Galiny (Gallingen)
  • Galinki (Klein Gallingen)
  • Ganitajny (Gomthenen, Gomtehnen (ab 1912))
  • Gile (Hilff)
  • Glitajny (Glittennen)
  • Głomno (Glommen)
  • Gromki (Grommelsdorf)
  • Gruda (Louisenruh)
  • Gulkajmy (Gahlkeim)
  • Jarkowo (Erwienen)
  • Kicina (Lipphausen)
  • Kiersity (Kirschitten),
  • Kiertyny Małe (Klein Kärthen)
  • Kiertyny Wielkie (Groß Kärthen)
  • Kinkajmy (Kinkeim)
  • Klekotki (Charlottenberg)
  • Kosy (Quossen)
  • Krawczyki (Krafftshagen, Kraftshagen (ab 1912))
  • Kromarki (Kromargen)
  • Króle (Königs)
  • Leginy (Legienen)
  • Lejdy (Legden)
  • Lipina (Oberhausen)
  • Lusiny (Losgehnen, Loschehnen (ab 1934))
  • Łabędnik (Groß Schwansfeld)
  • Łapkiejmy (Lapkeim)
  • Łojdy (Loyden)
  • Łoskajmy (Loschkeim)
  • Markiny (Markienen)
  • Maszewy (Maxkeim)
  • Matyjaszki (Mathiashof)
  • Merguny (Marguhnen)
  • Minty (Minten)
  • Molwity (Mollwitten)
  • Nalikajmy (Liekeim)
  • Nuny (Nohnen)
  • Osieka (Hermenhagen)
  • Parkoszewo (Perkau)
  • Perkujki (Perkuiken)
  • Piergozy (Perguschen)
  • Piersele (Perscheln)
  • Pilwa (Pillwen)
  • Plęsy (Plensen)
  • Połęcze (Polenzhof)
  • Posłusze (Poschloschen)
  • Rodnowo (Reddenau)
  • Sędławki (Sandlack)
  • Skitno (Skitten)
  • Sokolica (Falkenau)
  • Solno (Zohlen)
  • Sortławki (Sortlack)
  • Sporwity (Wolmen, Groß Sporwitten (ab 1935))
  • Spurgle (Sporgeln)
  • Spytajny (Spittehnen)
  • Szczeciny (Stettinen)
  • Szwarunki (Klein Schwaraunen)
  • Szwaruny (Groß Schwaraunen)
  • Tolko (Tolx, Tolks (ab 1912))
  • Toplikajmy (Tappelkeim)
  • Tromity (Tromitten)
  • Trutnowo (Trautenau)
  • Wajsnory (Weischnuren)
  • Wardomy (Wordommen)
  • Wargielity (Worglitten)
  • Węgoryty (Wangritten)
  • Wiatrak (Schreibershöfchen)
  • Wipławki (Wieplack, Wieplauken (ab 1934))
  • Wirwilty (Wehrwilten)
  • Witki (Assmanns)
  • Wojciechy (Albrechtsdorf)
  • Wojtkowo (Markhausen)
  • Wola (Groß Wallhof, Groß Wolla (ab 1934))
  • Wólka (Klein Wallhof, Klein Wolla (ab 1934))
  • Wyręba (Kraphausen)
  • Zawierdze (Sauerschienen)
  • Żydowo (Siddau)

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Bahnhof von Bartoszyce

Bei ihrer Nähe zur polnisch-russischen Grenze hat die Gmina Bartoszyce eine gute Straßenanbindung. Die vom Grenzübergang Bagrationowsk /Bezledy kommende Landesstraße DK 51 (ehem. Reichsstraße 134) durchzieht das Gemeindegebiet von Norden nach Süden in Richtung Lidzbark Warmiński , Olsztyn und Olsztynek. Aus südlicher Richtung von Kleszewo über Szczytno (Ortelsburg) und Biskupiec kommend endet die Landesstraße DK 57 im südlichen Gemeindegebiet bei Szwarunki an der DK 51. Außerdem führen zwei Woiwodschaftsstraßen in das Gebiet der Gmina Bartoszyce: die Woiwodschaftsstraße 512 (Teilstück der früheren Reichsstraße 142) beginnt im nordöstlichen Gemeindegebiet bei Szczurkowo (Schönbruch) und führt in westlicher Richtung bis nach Górowo Iławeckie und Pieniężno. Die Woiwodschaftsstraße 592 (ehemalige Reichsstraße 135) trifft von Südwesten in das Gemeindegebiet – von Giżycko und Kętrzyn kommend – und endet in Bartoszyce.

Das Gebiet der Gmina Bartoszyce ist über den Bahnhof der Stadt Bartoszyce an das Netz der Polnischen Staatsbahn (PKP) angeschlossen. In Bartoszyce endet die PKP-Linie 38, die von Białystok und Giżycko Kętrzyn und Korsze kommend hier endet, einst bis in das heute russische Bagrationowsk und weiter nach Kaliningrad verlaufend.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bartoszyce – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 8. November 2013.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 8. November 2013.
  3. A. und C. Reimann: Bartenstein wie es früher war, von Handwerkern, Hofräten und Lakaien. Niederstetten 2009.
  4. Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 123-126.
  5. . L. Wiese: Das höhere Schulwesen in Preußen. Historisch-statistische Darstellung. Band II: 1864-1868 (1869), Berlin 1869, S. 92-93
  6. Dietrich Gerhard: Bartensteiner Schulordnung von 1621. In: Preußische Provinzial-Blätter, Band 74, 1. Heft, Königsberg, 1871, S. 535-540
  7. a b c Ernst Bahr, Wolfgang La Baume, Kurt Forstreuter et al.: Ost- und Westpreußen (Udo Arnold, Hrsg.), Handbuch der historischen Stätten (= Kröners Taschenausgabe, Band 317). Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1981 (unveränderter Nachdruck der Erstauflage von 1966, herausgegeben von Erich Weise), ISBN 3-520-31701-X. S. 12–13.
  8. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen, Marienwerder 1785, S. 18, Nr. 1).
  9. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 512–513, Nr. 108.
  10. a b c d Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Provinz Ostpreußen, Kreis Friedland/Bartenstein (2006).
  11. Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage, Band 2, Leipzig und Wien 1906, S. 402.
  12. Der Große Brockhaus, 15. Auflage, Band 2, Leipzig 1929, S. 333.
  13. Für 1995, 2000, 2005: Główny Urząd Statystyczny, abgerufen am 2. März 2008
  14. Prof. Dr. Erich Keyser: Deutsches Städtebuch - Handbuch städtischer Geschichte Band I Nordostdeutschland Seite 26/27. W. Kohlhammer Verlag Stuttgart 1939.
  15. Prof. Otto Hupp: Deutsche Ortswappen. Kaffee-Handels-Aktiengesellschaft, Bremen 1925
  16. Heimattreffen ort-bartenstein.de
  17. Geschichte der Stadt Bartoszyce - Bartenstein
  18. Ortsverzeichnis/Kirchspiele Kreis Bartenstein
  19. Friedwald Moeller, Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg, 1968, S. 20 f.
  20. Christa Stache, Verzeichnis der Kirchenbücher im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin, Teil I: Die östlichen Kirchenprovinzen der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union, Berlin, 1992³, Seite 24 bis 26