Basaltkreuz

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Ein typisches Basaltkreuz

Die Basaltkreuze der Eifel sind ein Beweis der Frömmigkeit der früheren Bewohner. Sie geben Zeugnis von Glauben und Aberglauben, sowie Wohlstand und Ansehen der Errichter. Hinweise auf Unglücke sowie Berufsangaben und Gnadensbitten sind in diesem extrem witterungsbeständigen Material dauerhaft überliefert. Die Verbreitung hat ihren Mittelpunkt in den Basalt-Steinbrüchen von Mayen und Mendig. Das Gebiet umfasst einen Radius von ca. 30 km zwischen Rhein, Ahr und Mosel. Die genaue Anzahl der Mäler ist nicht bekannt. Der Heimatforscher Kurt Müller-Veltin geht von einem Bestand von ca. 4500 Wegkreuzen und ca. 6000 Grabkreuzen aus. Für den Erhalt dieser Flurdenkmäler setzt sich der Rheinische Verein für Denkmalpflege ein.

Frühzeit[Bearbeiten]

Wegmale die aufgrund ihrer Form auch als Schöpflöffel bezeichnet werden, sind bis zum 16. Jahrhundert entstanden. Der Nischenstock ist aus dem Schöpflöffel hervorgegangen und enthält bereits das Kreuz als Attribut.

Datierungen[Bearbeiten]

Die frühesten datierten Mäler sind seit 1461 durch den Stifter Clais Beligen bekannt.

Segensteine[Bearbeiten]

Zur Aufnahme des Allerheiligsten (Hostie) bei Feldprozessionen sind die Nischen mehr oder weniger ausgeprägt.

Friedhofkreuze[Bearbeiten]

Besonders eindrucksvolle Friedhofkreuze aus dem 18. Jahrhundert sind in Mayschoß und in Dümpelfeld erhalten. Die Bildseite zeigt Christuskorpus und Symbole, die Schriftseite gibt Aufschluss über den Verstorbenen.

Schutz, Abwehr und Sühne[Bearbeiten]

Im frühen und hohen Mittelalter schrieb man den Kreuzen Schutz vor Blitz, Hagel und sonstigen Naturschäden zu. Zur Genugtuung nach Totschlägen und sonstigen Schwerverbrechen wurden mancherorts Sühnekreuze errichtet. Auch besondere Unfälle waren häufig ein Grund zur Kreuzstiftung.

Inschriften und Hausmarken[Bearbeiten]

Die Inschriften sind in der Regel in Deutsch mit mundartlichem Einfluss gehalten. Jahreszahlen wurden anfänglich in römischen Ziffern, später in arabischen Ziffern dargestellt. Eine häufig benutzte Abkürzung lautet D.S.G.G. (Der Seele Gott Gnade). Das Foto zeigt ein Beispiel der optimalen Einsparung in der Schriftart z.B. MARIA

MAR_I_A

Hausmarken sind Kenn- und Eigentumszeichen der Sippen oder Hofzugehörigkeit. Durch diese Darstellung ist es möglich die Male dem Verstorbenen oder Stiftern zuordnen.

Werkstätten[Bearbeiten]

Ursprünglich wurden die Kreuze nicht in Spezialwerkstätten hergestellt, sondern waren Nebenprodukte anderer Steinmetzbetriebe. Um 1630 beginnt die Zeit der Kreuzwerkstätten und häufig können Kreuze durch die Handschrift der Meister eingeordnet werden.

Steinmaterial[Bearbeiten]

Fachlich betrachtet handelt es sich bei den Lavagesteinen aus den Steinbrüchen zwischen Mayen und Mendig nicht um Basalt, sondern um eine sogenannte Tephritlava. Diese wissenschaftliche Unterscheidung hat sich jedoch im allgemeinen Sprachgebrauch nicht durchgesetzt, wie ehedem werden hier alle schwarzen, vulkanischen Gesteine als "Basalt" bezeichnet. Das Gestein ist wegen seiner groben Poren relativ leicht zu bearbeiten, aber trotzdem so verwitterungsfest, dass es die Jahrhunderte ohne Veränderungen übersteht.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl-Friedrich Amendt: Rheinische Wegkreuze (Bildstöcke). Geheimnisvolle Zeugen mittelalterlichen Denkens. Edition Lempertz, Königswinter 2010, ISBN 978-3-941557-52-9.
  • Kurt Müller-Veltin: Mittelrheinische Steinkreuze aus Basaltlava. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Köln 2001, ISBN 3-88094-570-5.
  • Elke Lehmann-Brauns: Himmel, Hölle, Pest und Wölfe. Basaltlava-Kreuze der Eifel. 3. Auflage. Bachem, Köln 1996, ISBN 3-7616-1193-5.
  • Manfred Mehlhop: Alte Steinkreuze im Gebiet der Verbandsgemeinde Brohltal. Mit einer Einführung von Kurt Müller-Veltin. Verbandsgemeinde, Brohltal 1993.

Weblinks[Bearbeiten]