Basilika Sainte-Thérèse

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Basilika Sainte-Thérèse
Innenraum mit Decke
Krypta
Carillon

Die Basilika Sainte-Thérèse ist eine römisch-katholische Kirche und Basilika minor im französischen Lisieux, die der heiligen Thérèse von Lisieux (1873–1897) geweiht ist. Das Kirchengebäude, im neobyzantinischen Stil errichtet, fasst bis zu 4000 Personen und wird jährlich von über zwei Millionen Menschen besucht.[1] Es ist eine der größten Kirchen, die im 20. Jahrhundert gebaut wurden. Nach Lourdes ist die Basilika die zweitgrößte Pilgerstätte Frankreichs.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Seligsprechung Thérèses 1923 und ihrer Heiligsprechung 1925 wurde beschlossen, eine der Heiligen geweihte Basilika in ihrer Heimatstadt zu errichten. Thomas-Paul-Henri Lemonnier, Bischof von Bayeux und Lisieux, erhielt für die Realisierung des Projekts die volle Unterstützung von Papst Pius XI., der sein Pontifikat unter das Zeichen der heiligen Thérèse stellte und diese sehr verehrte. Die Bauarbeiten begannen 1929 und endeten 1954. Der Sakralbau befindet sich auf einem Hügel am Rande von Lisieux. Das Geld zum Bau wurde teils durch Spenden aufgebracht; die Internationalität der Spender spiegelt sich in den 18 Altären wider, die in der Kirche aufgestellt sind und die jeweilige Nation repräsentieren.

Am 11. Juli 1937 erfolgte die Segnung der Basilika durch den Päpstlichen Gesandten Kardinal Pacelli, den späteren Papst Pius XII. Während des Zweiten Weltkrieges ruhten die Bauarbeiten, die Fertigstellung erfolgte erst 1954. Die Teile und Abschnitte, die vor dem Krieg erbaut worden waren, nahmen durch Bombardement nur geringen Schaden. Die Stadt Lisieux selbst wurde zu zwei Drittel zerstört. Die Konsekration der Kirche fand am 11. Juli 1951 statt. Der Erzbischof von Rouen, Joseph-Marie Martin, und der Päpstliche Gesandte, Maurice Kardinal Feltin, führten sie durch.[2][3]

Architektur[Bearbeiten]

Basilika[Bearbeiten]

Der Bau der 90 Meter hohen Basilika wurde von drei Architekten geplant und ausgeführt: Louis Marie Cordonnier (1854–1940), seinem Sohn Louis-Stanislas Cordonnier und seinem Enkel Louis Cordonnier. Das Aussehen des Sakralbaus mit dem kreuzförmigen Grundriss orientiert sich an der Pariser Basilika Sacré-Cœur de Montmartre; die Kirche selbst ist im neobyzantinischen Stil errichtet. Eine große Kuppel erhebt sich an der Schnittstelle vom 105 Meter langen Hauptschiff und 65 Meter breiten Querschiff. Die Mauern des Kircheninnenraums sind großteils mit Mosaiken bedeckt.

Krypta[Bearbeiten]

Die 1932 vollendete Krypta ruft Erinnerungen an das Leben der heiligen Thérèse hervor, sie ist mit Murmeln und Mosaiken geschmückt, die Szenen aus dem Leben der Kirchenpatronin zeigen: Taufe, Erstkommunion, Wunderheilung, die Verpflichtung an ein religiöses Leben und ihren Tod. Im Sommer 1944 nahmen Bewohner der Stadt Zuflucht in der Krypta, auch die Karmelitinnen von Lisieux, darunter zwei Schwestern Thérèses, verbrachten den Sommer in der Gruft.

Carillon[Bearbeiten]

Der Glockenturm aus den 1960er-Jahren steht etwas abseits vom Hauptgebäude am Vorplatz. Er ist mit seinen 51 Glocken als Carillon bespielbar. Wie viele Teile der Basilika wurden die Glocken von Ländern gespendet, die die heilige Thérèse verehren.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Basilique Sainte-Thérèse de Lisieux – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.saint-therese.org
  2. www.therese-de-lisieux.catholique.fr
  3. www.kathedralen.net

49.1396420.236633Koordinaten: 49° 8′ 23″ N, 0° 14′ 12″ O